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Hacker legen Neuenburger Schulnetzwerk lahm – vermehrt auch Arztpraxen betroffen

03.04.2022, 07:5703.04.2022, 08:06

Im Kanton Neuenburg häufen sich Cyberangriffe. Unbekannte Hacker haben nach der Universität und mehreren Arztpraxen nun auch das Neuenburger Schulnetzwerk ins Visier genommen.

Im Schulnetzwerk sei es am vergangenen Mittwoch zu einer kritischen Sicherheitswarnung gekommen, bestätigte Jérome Amez-Droz, Generalsekretär des Erziehungsdepartements, am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA einen Bericht von «Arcinfo». Der Fernzugriff auf das Schulnetzwerk werde für die Dauer von voraussichtlich einer Woche unterbrochen.

Zu einem Datendiebstahl sei es nach bisherigen Erkenntnissen nicht gekommen, da keine Zunahme des ausgegebenen Datenvolumens festgestellt worden sei, hiess es.

Patientendaten im Darknet veröffentlicht

Nach dem Hackerangriff auf die Universität Neuenburg Mitte Februar hat der Kanton neue Sicherheitsvorehrungen geplant, wie die zuständige Staatsrätin Crystel Graf (FDP) am vergangenen Mittwoch im Grossen Rat sagte. Sie wies darauf hin, dass der IT-Schutz im Kanton gemäss der letzten Prüfung gut sei.

Im März verübten Unbekannte einen Cyberangriff auf zwei Arztpraxen im Kanton Neuenburg. Persönliche Patientendaten landeten im Darknet. Die Hacker hatten Geld gefordert.

Eine dritte Neuenburger Arztpraxis, welche die gleiche Software für elektronische Patientenakten verwendet wie die anderen zwei, wurde im Februar Opfer einer Cyberattacke. Dabei wurden keine Daten im Darknet veröffentlicht.

Laut dem Westschweizer Fernsehen RTS wurden in den vergangenen Wochen mindestens vier weitere Arztpraxen in den Kantonen Waadt und Freiburg von Hackern angegriffen.

Quellen

(dsc/sda)

Opfer einer Ransomware-Attacke? Darum sollten Betroffene nicht bezahlen
Das Nationale Zentrum für Cybersicherheit NCSC rät von der Zahlung eines Lösegeldes ab und warnt: «Es gibt keine Garantie, dass die Verbrecher nach der Bezahlung des Lösegelds die Daten nicht doch veröffentlichen oder anderen Profit daraus machen. Zudem motiviert jede erfolgreiche Erpressung die Angreifer zum Weitermachen, finanziert die Weiterentwicklung der Angriffe und fördert deren Verbreitung.»

Sollten Opfer dennoch das Bezahlen von Lösegeld in Erwägung ziehen, empfiehlt das NCSC dringend, diese Schritte mit der Kantonspolizei zu diskutieren.

Auf der Webseite https://www.nomoreransom.org/ gibt es Tipps, um die Schadsoftware zu identifizieren und die Möglichkeit bereits bekannte Schlüssel herunterzuladen. Nomoreransom.org ist ein gemeinsames Projekt der niederländischen Polizei und von Europol, an dem sich auch die Schweizerische Eidgenossenschaft beteiligt.
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