Schweiz
Digital

ETH-Forscher und IBM identifizieren neue Hardware-Sicherheitslücke

ETH-Forscher und IBM identifizieren neue Hardware-Sicherheitslücke

Sie heisst «Smotherspectre» und könnte uns noch länger beschäftigen ...
20.03.2019, 14:0021.03.2019, 08:15

Forschende der ETH Lausanne und von IBM haben eine weitverbreitete Sicherheits-Schwachstelle identifiziert, die Laptops, Desktops und Server-Hardware betrifft. Ein Hacker kann dabei einen Optimierungsprozess der CPU nutzen, um Daten abzugreifen.

Die neue Schwachstelle namens «Smotherspectre» ähnele den vergangenes Jahr identifizierten Sicherheitslücken «Spectre» und «Meltdown» der Intel CPUs, sei aber neu, schrieb die ETH Lausanne (EPFL) am Mittwoch in einer Mitteilung.

Le nouveau logo de l'EPFL est devoile par un drone devant le Rolex Learning Center lors du lancement du 50 eme anniversaire de l' Ecole Polytechnique Federale de Lausanne, EPFL, ce lundi 18  ...
Diese Woche hat die Ecole Polytechnique Federale de Lausanne (EPFL) ihr neues Logo vorgestellt.Bild: KEYSTONE

«Spekulative Seitenkanalattacke»

In Fachkreisen nennt man solche Angriffspunkte eine «spekulative Seitenkanalattacke». Dabei macht sich ein Hacker eine CPU-Optimisierungstechnik zunutze, in welcher die CPU zukünftige Befehle abschätzt und bereits «spekulativ» prozessiert. Das steigert die Leistung der Chips. Lag die Schätzung daneben, werden die Befehle verworfen. Dadurch entsteht aber ein sogenannter «Seitenkanal», aus dem ein Angreifer Informationen abgreifen kann.

«Spectre» und «Meltdown» machten sich diese spekulative Ausführung ebenfalls zunutze, aber die von den EPFL- und IBM-Forschenden beschriebene Schwachstelle geht noch etwas tiefer, wie die EPFL mitteilte. Sie bezieht sich auf den «Stau», der entstehen kann, wenn auf einer CPU eine Serie von Befehlen gleichzeitig ausgeführt wird. Eine «Smotherspectre»-Attacke macht sich diese Verzögerung zunutze, um festzustellen, welche Befehle spekulativ ausgeführt werden.

«Smotherspectre misst die Zeit für die Befehlssequenzen, die spekulativ ausgeführt werden, so dass ein Angreifer daraus ableiten kann, welche Befehlssequenzen ausgeführt wurden und bestimmen kann, was gemacht wird», erklärte EPFL-Forscher Mathias Payer gemäss der Mitteilung.

Die Sicherheitslücke lasse sich nicht leicht schliessen, da sie CPU-Hardware und nicht Software betrifft. «Auch wenn ein Softwareprogramm zu 100 Prozent sicher gegen Angriffe ist, kann es trotzdem durch diese Schwachstelle betroffen sein», so Payer. Intel müsste künftige Versionen ihrer CPUs anpassen, um diese Sicherheitslücke zu eliminieren. Die Forschenden haben ihre Ergebnisse bereits mit den Hardware-Herstellern Intel, AMD, OpenSSL und IBM geteilt, schrieb die EPFL.

Fachartikel dazu: «SMoTherSpectre: exploiting speculative execution through port contention», Cornell University

(dsc/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Was du zu Powerbanks im Flugzeug wissen musst
Eine brennende Powerbank im Gepäckfach eines Passagierflugzeugs der indischen Gesellschaft IndiGo hat Medienberichten zufolge für Schreckmomente in der Kabine gesorgt. Immer wieder werden Lithium-Batterien zur Gefahr.
Der Flug 6E 6115 vom Sonntag habe auf der Route zwischen Delhi und der östlichen Grossstadt Chennai nach Hyderabad umgeleitet werden müssen, «nachdem Rauch entdeckt wurde, der von einem persönlichen Elektronikgerät eines Passagiers stammt», zitierten «The Hindu» und andere indische Zeitungen eine Mitteilung der Airline.
Zur Story