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ARCHIVBILD --- ZUM FUEHRUNGSWECHSEL IM MANAGEMENT VON UPC CABLECOM STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- Portrait of Eric Tveter, CEO of UPC Cablecom, taken on February 12, 2016 in Wallisellen, Canton of Zurich. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Portrait von Eric Tveter, CEO von UPC Cablecom, fotografiert am 12. Februar 2016 in Wallisellen.(KEYSTONE/Gaetan Bally)

Nach neun Jahren gibt der Amerikaner Eric Tveter sein Amt als UPC-Konzernchef ab. Bild: KEYSTONE

Mister Cablecom tritt ab: «Tveter hat eine Firma, die am Boden war, wieder aufgebaut»

2009 wurde Eric Tveter Chef der damaligen Cablecom. Der Kundendienst war miserabel, tausende von falschen Rechnungen brachten die Kunden auf die Palme, der Ruf der Firma war ruiniert. Doch Tveter gelang die Wende. Jetzt tritt er ab.



Bei der Kabelnetzbetreiberin UPC (Ex-Cablecom) kommt es zu einem Chefwechsel: Eric Tveter, seit 2009 CEO, gibt die Führung ab. Seine Nachfolgerin wird ab September die 45-jährige Rumänin Severina Pascu, die bisher operative Chefin war, wie UPC am Mittwoch in einem Communiqué bekannt gab.

HANDOUT -  Undated Portrait of Severina Pascu, Chief Operating Officer, of UPC Cablecom, in Wallisellen, Canton of Zurich. (KEYSTONE/UPC Cablecom) *** NO SALES, DARF NUR MIT VOLLSTAENDIGER QUELLENANGABE VERWENDET WERDEN ***

Severina Pascu ist ab dem 1. September Chefin von UPC Schweiz. Bild: UPC

Der 59-Jährige Tveter bleibe aber auf strategischer Ebene für UPC Schweiz in der Rolle als Verwaltungsratspräsident tätig. Zudem betreue er weiterhin die Geschäfte in Polen, der Slowakei und Luxemburg als CEO, hiess es.

Die Kunden liefen in Scharen davon

Tveter hat sich grosse Verdienste um den grössten Schweizer Kabelnetzkonzern erworben. Bei seinem Amtsantritt im Jahre 2009 war die damalige Cablecom eines der Unternehmen mit dem schlechtesten Ruf in der Schweiz. Der Kundendienst war miserabel, tausende von falschen Rechnungen brachten die Kunden auf die Palme, darunter auch solche Menschen, die gar nicht Kunden waren.

Zudem sorgte die Abschaltung von analogen TV-Sendern für rote Köpfe. Die Kunden liefen in Scharen davon.

Unter Tveter gelang allmählich die Wende. Er investierte in den Kundendienst, baute die Netzkapazität aus und verbesserte die IT, die für die vielen fehlerhaften Rechnungen verantwortlich war. Die Kundenzufriedenheit und die Servicequalität nahmen im Laufe der Zeit deutlich zu. Auch die Mitarbeiterzufriedenheit stieg wieder.

Der Troubleshooter

«Tveter hat eine Firma, die am Boden war, wieder aufgebaut», sagt einer, der dabei war, im Gespräch. Allerdings sei der Amerikaner auch Opfer seines Erfolgs geworden. Liberty habe in ihm einen Troubleshooter gesehen und ihn auch dort eingesetzt, wo es nicht gut lief.

Mit der Übernahme des Geschäfts in Österreich und dann in Zentraleuropa habe sich Tveter etwas verzettelt, sagte ein Experte. Viele Schweizer UPC-Verantwortliche seien tageweise nach Wien geflogen, um das dortige Business wieder in die Erfolgsspur zu bringen. Dadurch sei auch das Schweizer Geschäft etwas vernachlässigt worden.

UPC macht Swisscom Druck

Mit der technischen Aufrüstung des Kabelnetzes auf eine Spitzengeschwindigkeit von 500 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) und Bündelangeboten setzte Tveter Platzhirsch Swisscom unter Druck. Zudem jagte die Kabelnetzbranche unter der Führung von Tveters UPC der Swisscom die Übertragungsrechte für die Schweizer Eishockeymeisterschaft ab.

Dafür wurde der Sportsender My Sports gegründet, welcher der Swisscom-Tochter Teleclub Konkurrenz macht. Damit hoffte UPC, Kunden zurückzugewinnen. Ob sich die Strategie auszahlt, ist noch offen.

Moderatorin Steffi Buchli posiert im Studio in der Romandie von UPC MySports in Rossens am Mittwoch, 6. September 2017. (KEYSTONE/Christian Merz)

Moderatorin Steffi Buchli posiert im Studio von UPC My Sports. Bild: KEYSTONE

Swisscom kontert

Allerdings schauten die Wettbewerber nicht tatenlos zu. Die Swisscom und später auch Sunrise gaben im TV-Geschäft Gas, welches das historische Kerngeschäft von UPC ist. 2015 überholte der «blaue Riese» die Kabelnetzbetreiberin bei der TV-Zuschauerzahl, neun Jahre nachdem die Swisscom ins Fersehbusiness eingestiegen war.

UPC bekam zu spüren, dass sie die Preise erhöht hatte. Dies führte zur Abwanderung von Kunden. Auch im Mobilfunk blieb UPC bislang ein kleiner Fisch.

Eric Tveter, CEO Cablecom, referiert anlaesslich einer Pressekonferenz, am Mittwoch, 3. September 2014, in Zuerich. Cablecom bietet ab sofort eine eigene Videothek nach dem Vorbild von Netflix an. Zudem kuendigte das Unternehmen die Produktion einer eigenen Sitcom an. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Im Herbst 2014 kündigte Tveter eine eigene Videothek nach dem Vorbild von Netflix an.   Bild: KEYSTONE

Immerhin konnte Tveter dank der Preiserhöhungen die Geschäftszahlen verbessern. Der Umsatz nahm in seiner Ära um über 20 Prozent auf 1.35 Milliarden Franken im 2017 zu.

Tveters Reich wird kleiner

Der Grund für seinen Abgang sind die Verkäufe von mehreren Ländergesellschaften durch die UPC-Besitzerin Liberty Global. Diese hat das Geschäft in Deutschland, Tschechien, Ungarn und Rumänien für die happige Summe von 18.4 Milliarden Euro an den Mobilfunkriesen Vodafone verkauft, der damit ins Festnetzgeschäft einsteigt. Der Milliardendeal ist der grösste in der europäischen Telekombranche der vergangenen fünf Jahre.

ARCHIVBILD --- ZUM FUEHRUNGSWECHSEL IM MANAGEMENT VON UPC CABLECOM STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- Portrait of Eric Tveter, CEO of UPC Cablecom, taken on February 12, 2016 in Wallisellen, Canton of Zurich. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Portrait von Eric Tveter, CEO von UPC Cablecom, fotografiert am 12. Februar 2016 in Wallisellen.(KEYSTONE/Gaetan Bally)
ARCHIVBILD --- ZUM FUEHRUNGSWECHSEL IM MANAGEMENT VON UPC CABLECOM STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- Portrait of Eric Tveter, CEO of UPC Cablecom, taken on February 12, 2016 in Wallisellen, Canton of Zurich. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Portrait von Eric Tveter, CEO von UPC Cablecom, fotografiert am 12. Februar 2016 in Wallisellen.(KEYSTONE/Gaetan Bally)
ARCHIVBILD --- ZUM FUEHRUNGSWECHSEL IM MANAGEMENT VON UPC CABLECOM STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- Portrait of Eric Tveter, CEO of UPC Cablecom, taken on February 12, 2016 in Wallisellen, Canton of Zurich. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Portrait von Eric Tveter, CEO von UPC Cablecom, fotografiert am 12. Februar 2016 in Wallisellen.(KEYSTONE/Gaetan Bally)
ARCHIVBILD --- ZUM FUEHRUNGSWECHSEL IM MANAGEMENT VON UPC CABLECOM STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- Portrait of Eric Tveter, CEO of UPC Cablecom, taken on February 12, 2016 in Wallisellen, Canton of Zurich. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Portrait von Eric Tveter, CEO von UPC Cablecom, fotografiert am 12. Februar 2016 in Wallisellen.(KEYSTONE/Gaetan Bally)

Tveter ist der dienstälteste Chef unter den vier grossen Schweizer Telekomkonzernen.  Bild: KEYSTONE

Zuvor hatte Liberty bereits das Geschäft in Österreich losgeschlagen: UPC Austria ging im vergangenen Dezember für 2 Milliarden Euro an den deutschen Telekomriesen T-Mobile.

Dies betrifft auch UPC Schweiz, unter deren Dach das Geschäft in Österreich rund drei Jahre zuvor zu einer gemeinsamen Regionalorganisation zusammengeführt worden war. Mitte 2015 hatte Tveter zusätzlich noch die Führung des Zentraleuropageschäfts von Liberty übernommen.

Mit dem Mammutverkauf an Vodafone wurde Tveters Reich wieder kleiner: Die Gesellschaften in Ungarn, Tschechien und Rumänien machten etwa einen Viertel des Gesamtumsatzes aus.

Nun habe Liberty Global entschieden, das Geschäft in der Schweiz aus der bisherigen Struktur in Zentral- und Osteuropa zu lösen und gleichzeitig die Nachfolge von Tveter als Chef von UPC Schweiz aufzugleisen. Den Entscheid hätten die Konzernverantwortlichen gemeinsam gefällt, sagte UPC-Schweiz-Sprecher Bernard Strapp auf Anfrage. Und da sei Tveter dabeigewesen.

Damit gibt der dienstälteste Chef unter den vier grossen Schweizer Telekomkonzernen das Steuer für das hiesige Geschäft ab. Tveter bleibt aber Verwaltungsratspräsident und betreut bis zum Abschluss des Verkaufs an Vodafone auch das Business in Ungarn und Tschechien weiter.

Der Schritt komme nicht überraschend, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Erstaunlich sei vielmehr, dass er nicht von allen Funktionen zurücktrete.

(oli/awp/sda)

Von wegen Netflix & Chill! So sieht es in Wirklichkeit aus

Video: watson/Knackeboul, Lya Saxer

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