DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Der Erpressungs-Trojaner kommt per Fake-Bewerbung.
Der Erpressungs-Trojaner kommt per Fake-Bewerbung.bild: cert-bund

«GermanWiper»: Deutschland warnt vor zerstörerischem Trojaner, der alle Daten löscht

Sicherheitsexperten warnen vor einem besonders perfiden Erpressungs-Trojaner mit dem Namen «GermanWiper». Die Ransomware verlangt Lösegeld – doch die Daten sind trotzdem für immer verloren.
05.08.2019, 11:5105.08.2019, 12:49
Ein Artikel von
t-online

Das Computer Emergency Response Team (CERT-Bund) des deutschen Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik warnt derzeit vor dem Erpressungstrojaner «GermanWiper».

Die Schadsoftware zeigt dabei eine Lösegeldforderung. Doch wer dieser nachkommt, wird trotzdem nicht wieder auf seine Daten zugreifen können: Denn im Gegensatz zu anderen Erpressungstrojanern verschlüsselt «GermanWiper» nicht die Daten seiner Opfer, sondern überschreibt sie mit Nullen und ändert die Dateiendungen.

Bewerbung im Namen von «Lena Kretschmer»

Die Schadsoftware versteckt sich im Anhang einer gefälschten Bewerbungs-E-Mail. Als Absenderin nennt der CERT-Bund auf Twitter «Lena Kretschmer». Der Name kann sich aber jederzeit ändern.

Die Bewerbung zeigt dabei keine sprachlichen Auffälligkeiten. Wer den Anhang der Mail herunterlädt und öffnet, startet einen Befehl, der «GermanWiper» auf den Rechner des Opfers lädt. Der Trojaner zirkuliert aktuell vor allem in Deutschland, kann sich aber jederzeit im deutschen Sprachraum, also auch in der Schweiz, ausbreiten.

Darum sollte man kein Lösegeld zahlen

Experten raten grundsätzlich davon ab, bei Infektion durch einen Erpressungstrojaner Lösegeld zu zahlen. Denn es ist nicht garantiert, dass die Angreifer die Daten entschlüsseln. Mit dem Lösegeld hilft man den Kriminellen zudem, weitere Angriffe zu finanzieren.

So kann man die Verschlüsselung aufheben

Mit etwas Glück taucht früher oder später ein Programm auf, das die Verschlüsselung des Erpressungs-Trojaners knackt. Wenn der PC von einer Schadsoftware befallen ist, kann beispielsweise das «No More Ransom Project» von Europol helfen. Hier bieten Sicherheitsexperten Entschlüsselungsprogramme für verschiedene Trojaner. Hier geht es zur Website.

Im schlimmsten Fall sollten Nutzer den Rechner neu aufsetzen. Im Vorteil ist, wer regelmässig Back-ups von wichtigen Daten erstellt. Insbesondere Firmen brauchen nicht nur Back-ups, sondern auch Übung, wie sie die Systeme im Notfall rasch wieder herstellen können. Ansonsten kann der ganze Betrieb für Tage oder Wochen lahmgelegt sein, was Ende Juli die Schweizer Haustechnik-Firma Meier Tobler zu spüren bekam.

Auch die Kantonspolizei Zürich warnt derzeit ausdrücklich vor Erpressungssoftware und Cyberattacken gegen Schweizer Firmen und Privatpersonen. Dass es von der Grossbank über das Spital bis zur Kleinstfirma und Privatperson alle treffen kann, zeigt das Beispiel des deutschen Technologie-Portals Heise. Anfang Juni schilderte das Tech-Portal in einem lesenswerten Artikel, wie das eigene Firmennetzwerk vom besonders zerstörerischen Trojaner Emotet befallen wurde – und wie schwierig der Kampf gegen moderne Trojaner ist.

(oli/avr/t-online.de)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Die bösartigsten Computer-Attacken aller Zeiten

1 / 16
Die bösartigsten Computer-Attacken aller Zeiten
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

«Wo finde ich jetzt dieses internet.ch?» – Eltern und Technik

Video: watson

Abonniere unseren Newsletter

12 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Asmodeus
05.08.2019 13:02registriert Dezember 2014
"Die Bewerbung zeigt dabei keine sprachlichen Auffälligkeiten."

Davon abgesehen, dass der Text sich nicht auf eine explizite Stelle bewirbt, der Bewerbungstext absolut nichtssagend und das verwendete Foto offensichtlich aus dem Internet stammt.

Aber ja. Ich spreche hier aus der Sicht eines langjährigen Informatikers der Erfahrung darin hat solche Fakes zu durchschauen.

Ein 0815-Bürogummi (Auf die solche Tricks ausgerichtet sind) fällt darauf rein.

Ich frage mich allerdings wieso man Firmen attackiert mit einer Datei die LOKAL Daten löscht? Was ist mit Netzlaufwerken?
256
Melden
Zum Kommentar
12
SwissID-Zwang bei der Post: Grosse Verwirrung und laute Kritik gegen Umstellung
Wer sein Post-Onlinekonto im Herbst noch nutzen können will, muss sich beeilen: Die SwissID wird zur Pflicht, der Wechsel muss in drei Wochen erfolgen. Das Vorgehen sorgt für Kritik.

Die schweizerische Post verschickt nicht nur Briefe, sie ist auch zu einer grossen Dienstleistungsanbieterin im Internet geworden. So gehört der PostCard Creator zu einem der beliebtesten Services, bei fleissigen Online-Shoppern dürfte auch der Paketautomat My Post 24 bekannt sein. All diese Angebote haben eines gemeinsam: Man benötigt ein Post-Login, um sie nutzen zu können.

Zur Story