DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Beim Ausbau der 5G-Netze sind die Provider nicht auf den chinesischen Huawei-Konzern angewiesen. Dies zumindest behauptet Konkurrent Ericsson.
Beim Ausbau der 5G-Netze sind die Provider nicht auf den chinesischen Huawei-Konzern angewiesen. Dies zumindest behauptet Konkurrent Ericsson.
screenshot: ericsson.com

Brauchen wir Huawei für das 5G-Netz? «Nein!», sagen die Schweden

02.12.2019, 14:44

Um die Beteiligung des chinesischen Huawei-Konzerns am Aufbau der 5G-Netze tobt seit Monaten eine hitzige Debatte. Insbesondere die USA versuchen mit allen Mitteln, Huawei aussen vor zu lassen. Aber ist ein Netzaufbau ohne die Mitarbeit der Chinesen überhaupt möglich?

Braucht es für Europas 5G-Ausbau Huawei?

Nein, sagt Ericsson.

Der schwedische Mobilfunkausrüster sieht sich in der Lage, Europa mit genügend 5G-Funkeinheiten zu versorgen, um die Netze für die fünfte Mobilfunkgeneration aufzubauen. Das sagte Ericsson-Manager Fredrik Jejdling am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Jejdling trat damit Befürchtungen entgegen, Ericsson verfüge nicht über genügend Kapazitäten, alle europäischen Mobilfunknetzbetreiber mit 5G zu beliefern, wenn chinesische Anbieter wegen Sicherheitsbedenken in Europa ausgeschlossen werden sollten.

«Ericsson verfügt über ein breites Portfolio an 5G-Produkten, mit denen wir Kunden auf allen Kontinenten beliefern», sagte Jejdling, der bei Ericsson die Netzwerk-Sparte leitet. Als Ausrüster von 23 5G-Netzen, die sich bereits im Livebetrieb befinden, habe Ericsson bisher mehr als vier Millionen 5G-fähige Funkeinheiten ausgeliefert. «Als globales Unternehmen stehen wir bereit, unsere Kunden in allen Märkten zu beliefern.»

«10 Netzbetreiber haben Ericsson für den Aufbau ihres 5G-Netzes ausgewählt – mehr als jeder andere Anbieter. 4 von 10 sind in Europa, Vodafone UK, Swisscom, Wind 3 und Telenor.»
Ericsson-Manager Arun Bansal

Liegt Huawei bei 5G technologisch weit vorn?

Nein, behauptet Ericsson.

In der Diskussion um einen Huawei-Bann tauchte immer wieder das Argument auf, 5G-Netze in Europa könnten eigentlich nur mit Hilfe der Chinesen aufgebaut werden, weil die europäischen Huawei-Konkurrenten Nokia und Ericsson gar nicht über die notwendigen Kapazitäten verfügten. Ausserdem könnten die Europäer technologisch nicht mit Huawei mithalten.

Aber stimmt das?

Der Lateinamerika- und Europachef von Ericsson, Arun Bansal, wies in einem Beitrag auf LinkedIn diese Argumentation zurück. «Wir sind führend bei 5G», erklärte er und verwies dabei auf eine Studie der Anwaltskanzlei Bird & Bird zur Qualität der 5G-Patente. Um die Kapazität auszubauen, habe Ericsson ein neues Werk in Estland gebaut, das kurz vor der Eröffnung stehe.

Wie der Manager schreibt, haben 10 Mobilfunk-Provider Ericsson für den Aufbau ihres 5G-Netzes ausgewählt - das seien mehr als jeder andere Anbieter. 4 dieser 10 seien in Europa: Vodafone UK, Wind 3, Telenor und Swisscom.

Wie gehts weiter?

In den westlichen Ländern wird auch vor dem Hintergrund des Handelskriegs der USA gegen China kontrovers diskutiert, ob insbesondere der chinesische Konzern Huawei beim Aufbau des 5G-Netzes nicht von vornherein ausgeschlossen werden sollte. Vertreter der USA, aber auch etliche Politiker anderer westlicher Länder sehen die Gefahr, dass Huawei aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen in seinem Heimatland gezwungen sein könnte, Informationen und Daten, die eigentlich geschützt werden sollen, dem Heimatland zur Verfügung zu stellen. Huawei weist diese Bedenken als unbegründet zurück.

China ist beim Aufbau seines eigenen 5G-Netzes angeblich noch nicht so weit wie etwa Deutschland oder die Schweiz. Wie Staatsmedien berichteten, hat Anfang November der 5G-Betrieb in 50 Städten zumindest teilweise begonnen. In den chinesischen 5G-Netzen wird aber auch Ausrüstung von Ericsson eingesetzt. China ist für den schwedischen Konzern nach den USA der zweitgrösste 5G-Absatzmarkt.

In der Schweiz ist Huawei Lieferantin für das Mobilfunknetz von Sunrise. Und der Schweizer Konzern wollte zu den Chinesen halten, wie eine Sprecherin Ende 2018 erklärte. Allerdings werde die technische Abhängigkeit auch als Risiko beurteilt, wie die NZZ im November berichtete. Der weitere Einsatz von Geräten und Technologie von Huawei könnte negative Auswirkungen auf den zuverlässigen Betrieb und die Wartung des Netzes haben, hiess es zuhanden der Aktionäre.

Quellen:

(dsc/sda/awp/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Die fünf ersten 5G-Smartphones im Überblick

1 / 15
Die fünf ersten 5G-Smartphones im Überblick
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Chinas Internierungslager für Uiguren

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

Die grosse 5G-Lüge

Ultraschnelles Internet, egal wo man gerade ist: Eine verlockende Aussicht, doch bei den Heilsversprechen rund um 5G sollten wir misstrauisch werden. Hier sind die wichtigsten Kritikpunkte und offenen Fragen.

Ich trage mich schon lange mit dem Gedanken, einen kritischen journalistischen Beitrag zu 5G zu schreiben. Aber irgendwie fehlte der ultimative Ansporn.

Dann kam Elektra.

Elektra Wagenrad. Was für ein Name. Aber darum gehts hier nicht. Sondern um die knallharte Analyse, die die deutsche Hackerin bei golem.de publizierte.

Darf man als Digital-Redaktor kritisch eingestellt sein gegenüber einer Technologie, die absolut revolutionär sein soll? Ich finde, man darf nicht nur, man muss!

Zwar habe ich mal …

Artikel lesen
Link zum Artikel