DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Europas grösster Autohändler ist von Cyberattacke betroffen – Webseite offline

12.01.2022, 08:4212.01.2022, 17:57

Die Emil-Frey-Gruppe ist das neuste Opfer einer Cyberattacke. Laut dem Schweizer Unternehmen mit rund 22'000 Angestellten sind mehrere Bereiche der operativen Tätigkeit vom Angriff betroffen. Man sei mit internen und externen Spezialisten daran, den Schadenumfang festzustellen und Lösungen zu finden, teilte der Autohändler am Dienstagabend in einem Communiqué mit. Am Mittwochmorgen ist die Webseite weiterhin nicht erreichbar.

«Wir haben die zuständigen Behörden informiert», hiess es weiter. «Wir bitten um Verständnis, dass wir erst dann weitergehend Stellung nehmen können, wenn die Abklärungen abgeschlossen sind.»

Die Emil-Frey-Gruppe von Ex-SVP-Nationalrat Walter Frey ist seit 2017 Europas grösster Autohändler. In der Schweiz vertreibt die Gruppe mit einem Umsatz von 11 Milliarden Franken insgesamt rund 30 Automarken, darunter Alfa Romeo, BMW, Fiat, Mazda, Mercedes Benz, die PSA-Marken, Toyota oder Volvo.

Konkurrent Amag 2020 gehackt

Bereits 2020 wurde der grosse Rivale Amag Opfer einer Cyberattacke. Ein Angestellter klickte von zu Hause auf einen Excel-Anhang und gewährte so Hackern Zutritt zum Amag-Netz. Laut SRF wurden beim grossen Autohändler keine Daten gestohlen, aber «dennoch kostete der Angriff Amag mehrere Millionen Franken.» Rund 100 Informatiker waren damit beschäftigt, das Netz wieder sicher zu machen und zu verbessern. Eine monatelange Arbeit. Dies dürfte nun auch bei der Emil-Frey-Gruppe notwendig werden.

Angriffe nehmen massiv zu

In der letzten Zeit sind mehrere Schweizer Firmen von Hackern attackiert worden. So ist vergangene Woche die CPH Chemie+Papier-Gruppe Opfer eines Cyber-Angriffs geworden. Die Attacke betraf nicht nur die IT-Systeme, sondern auch die Produktion in Perlen und in Müllheim. Dort sei die Produktion von Papier und Verpackung vorsorglich gestoppt worden. Der Bereich Chemie könne hingegen weiter produzieren, hatte es geheissen.

Insgesamt hat die Internetkriminalität in der Schweiz im letzten Jahr nochmals deutlich zugenommen. Laut einer Untersuchung von Fachleuten von Check Point Research (CPR) gab es 65 Prozent mehr Cyber-Attacken auf Firmen als im Vorjahr.

Die Zahlen von 2021 sind laut den Angaben vor allem wegen der im Dezember aufgedeckten «Log4J»-Schwachstelle nochmals in die Höhe geschossen. Diese betrifft fast jedes System auf der Welt. Die Experten von Check Point Software Technologies rechnen damit, dass die Zahlen im laufenden Jahr weiter in die Höhe gehen werden.

(oli/sda/awp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Ransomware – Angriff der Verschlüsselungstrojaner

1 / 22
Ransomware – Angriff der Verschlüsselungstrojaner
quelle: screenshot: youtube
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Russische Hacker beeinflussen politische Debatten

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Die Einführung von 5G in den USA stört den Flugverkehr aus der ganzen Welt
Wegen der Unsicherheit rund um 5G haben zahlreiche Fluggesellschaften Flüge mit Boeing 777 und 747-8 in die USA annulliert.

Fluggesellschaften auf der ganzen Welt passen ihre Flugpläne und Flugzeug-Einsätze für Flüge in die USA an: Dies, weil sie befürchten, dass die 5G-Einführung von AT&T und Verizon in der Nähe von US-Flughäfen wichtige Sicherheitssysteme an Bord der Maschinen beeinträchtigen könnte.

Zur Story