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Umstrittene iPhone-Spionagesoftware taucht angeblich in der Schweiz auf

Die israelische Spyware Pegasus sorgt nach 2016 erneut für Schlagzeilen. Wurden damit über das Swisscom-Netz Phone-User ausspioniert?



Das «Citizen Lab» der Universität Toronto habe eine Untersuchung zur Smartphone-Spyware Pegasus der israelischen Cybersicherheits-Firma NSO Group veröffentlicht, schreibt die Handelszeitung in einer aktuellen Medienmitteilung. 

Die kanadischen Forscher hätten nachgewiesen, dass die Software zum Ausspionieren von Smartphones auch in der Schweiz Spuren hinterliess.

«Gemäss der Studie war hierzulande ein Pegasus-Operator von Juli 2017 bis zum Untersuchungsschluss im Frühherbst über das Netz der Swisscom aktiv. Die Spyware wird ausschliesslich an staatliche Organisationen verkauft.»

quelle: medienmitteilung «handelszeitung»

Mitte September hatte das Citizen Lab einen Bericht veröffentlicht, wonach es Hinweise zu Spyware-Operationen in 45 Ländern gebe. Die Forscher formulierten vorsichtig, dass auch die Schweiz betroffen sein könnte. Aber: «Da unsere Ergebnisse auf der Geolokalisierung von DNS-Servern auf Länderebene basieren, können Faktoren wie VPNs und Satelliten-Internet-Teleportstandorte zu Ungenauigkeiten führen.»

Swisscom nimmt Stellung

Netzbetreiberin Swisscom selbst hat laut aktuellem Bericht der «Handelszeitung» eine Untersuchung eingeleitet. «Wir konnten keine Anhaltspunkte finden, wonach über das Swisscom-Netz mit Pegasus kommuniziert wird», wird Unternehmens-Sprecher Armin Schädeli zitiert. Swisscom behalte die Situation aber im Auge und reagiere auf allfällige neue Erkenntnisse.

Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) wollte sich laut «Handelszeitung» nicht zu einem möglichen Einsatz von Pegasus äussern.

Diese Karte zeigt Länder mit mutmasslichen NSO-Group-Kunden, respektive mit Pegasus-Infektionen

Bild

grafik: citizenlab.ca

Die israelische Smartphone-Spyware gelte als umstritten, weil die Herstellerin auch Staaten wie Mexiko oder Saudi-Arabien beliefere. Diese setzten Pegasus gegen Vertreter der Zivilgesellschaft wie Journalisten oder Dissidenten ein.

Was späht Pegasus auf dem iPhone aus?

Wenn iPhone-User eine präparierte Website aufriefen, führte das Spyware-Programm zunächst unbemerkt einen Jailbreak durch – so wird der Prozess bezeichnet, bei dem die System-Software iOS geknackt bzw. Sicherheitsvorkehrungen umgangen werden. Erfolgreich geknackte Geräte wurden zum digitalen Spion umfunktioniert mit heimlichem Zugriff auf alle Kommunikationsdienste. «Pegasus» konnte demnach Anrufe mitschneiden, SMS mitlesen, auf die Kamera des Geräts zugreifen, Aufenthaltsorte verfolgen, Kontaktlisten einsehen, E-Mails lesen, Passwörter sowie Daten von Facebook und Kommunikationsdiensten wie WhatsApp, Skype, Telegram, Viber oder WeChat abgreifen. Apple schloss die Zero-Day-Sicherheitslücken, über die der Angriff erfolgte, mit Updates.
(Quelle: watson)

(dsc/sda)

So berichtete watson 2016 über die iPhone-Spyware Pegasus:

Die Nato startet ihr grösstes Manöver seit dem Kalten Krieg

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Video: srf

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