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Schweizer lieben Bargeld und Kreditkarten, doch (fast) niemand will mit dem Handy bezahlen

Harte Zeiten für Twint, Apple Pay, Samsung Pay und wie die mobilen Bezahldienste alle heissen. Schweizer zeigen dem Bezahlen mit dem Handy die kalte Schulter.
31.05.2017, 17:3231.05.2017, 17:41

In der Schweiz haben fast alle ein Smartphone, doch als Zahlungsmittel werden Handys bislang kaum genutzt. Swisscom ist mit seiner Bezahl-App Tapit bereits gescheitert, nun versuchen Twint, Apple und Samsung ihr Glück. Doch nur gerade 1 Prozent der Bevölkerung hält Twint und Apple Pay für unverzichtbar. Zum Vergleich: Einen Alltag ohne Bargeld können sich 85 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer nicht vorstellen.

Das zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte repräsentative Umfrage des Online-Vergleichsdienstes Moneyland. Dabei zeigt sich, dass Romands Mobile-Zahlungen gegenüber aufgeschlossener sind als Deutschschweizer. Weiter hängen Frauen stärker am Bargeld und halten von Mobile-Zahlungen noch weniger als Männer.

Auch sind Städter gegenüber Mobile-Zahlungen aufgeschlossener als die Land-Bevölkerung. Am offensten sind junge Konsumenten zwischen 19 und 25 Jahren. Für Konsumenten zwischen 50 und 74 Jahren hingegen sind Mobile-Payment-Lösungen praktisch unbedeutend.

Moneyland-Geschäftsführer Benjamin Manz begründet das schwache Abschneiden von Twint und Apple Pay wie folgt: «Mobile-Zahlungen bieten gegenüber Kontaktlos-Zahlungen mit der Karte einfach noch zu wenig Vorteile.» In der Regel habe man mit der Kontaktlos-Kreditkarte immer noch schneller bezahlt als mit dem Mobile-Gerät. Dabei sei Apple Pay für Schweizer Konsumenten bislang noch gleich «unwichtig» wie die von einer Reihe von Schweizer Finanzinstituten angebotene Twint-App.

Zum Problem für die Handy-Bezahldienste wird vermutlich, dass Banken neuerdings auch die beliebten Maestro-Karten mit der kontaktlosen Bezahlfunktion ausstatten. Mastercard wiederum testet Kreditkarten mit einem Fingerabdruck-Sensor, der das Bezahlen ohne PIN-Eingabe sicherer machen soll.

Bargeld weiter top

Wenig überraschend bleibt Bargeld als Zahlungsmittel Trumpf: 85 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer können nicht darauf verzichten. An zweiter Stelle folgen Kreditkarten mit 75 Prozent, gefolgt von Debitkarten wie Maestro mit 60 Prozent und der Postfinance Card mit 39 Prozent.

Nur 7 Prozent der Befragten gaben an, keine Kreditkarte zu besitzen. Schweizer setzten Kreditkarten besonders im Internet gerne ein. 64 Prozent gaben an, im Internet immer oder meistens mit der Kreditkarte zu zahlen.

Für die repräsentative Umfrage befragte das Marktforschungsunternehmen GFK im Auftrag von Moneyland rund 1500 Personen in allen Landesteilen. (oli/sda)

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