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Die NextStep-App soll bei der Rückkehr in eine gewisse «Normalität» helfen.
Die NextStep-App soll bei der Rückkehr in eine gewisse «Normalität» helfen.

Macher der SBB-App präsentieren (fast fertige) Contact-Tracing-App – das musst du wissen

31.03.2020, 10:5501.04.2020, 11:56

Ubique, die Schweizer Entwickler bekannter Apps wie Alert-Swiss, SBB und MeteoSwiss, haben eine App für das Contact-Tracing entwickelt. Nach einer kurzen, sehr intensiven Entwicklung im Homeoffice könne man «eine konkrete technologische Lösung für die Eindämmung des Covid-19-Virus präsentieren», schreibt das Unternehmen.

Mathias Wellig, Ubique-Geschäftsführer:

Mathias Wellig.
Mathias Wellig.
bild: zvg
«Wir haben in den letzten Tagen mit Hochdruck an Next Step gearbeitet, einer Schweizer Lösung für Contact-Tracing als Hilfe für den Weg aus dem Lockdown. Wir können nun eine fertige Lösung zum Testen präsentieren. Die Technologie ist simpel und setzt auf die Wahrung der Persönlichkeitsrechte und Eigenverantwortung. Zum Einsatz kommt Bluetooth als Technologie und die Architektur der App ist so gewählt, dass keine sensitiven Daten das Smartphone verlassen. Zudem ist die App so aufgebaut, dass sie einfach in bestehende Apps eingebaut werden kann, um so schnell die nötige Verbreitung zu erreichen.»

Wie funktioniert die App?

Dazu schreibt Ubique:

«Die App erkennt mittels Bluetooth Begegnungen mit anderen Nutzern. Eine Begegnung wird durch die App registriert, wenn zwei Nutzer der App für eine bestimmte Zeit zusammenstehen.»
«Wenn jemand an Corona erkrankt bzw. typische Symptome aufweist, meldet diese Person das in der App. Die App-Nutzer, die mit der erkrankten Person Kontakt hatte, werden informiert. Niemand kann sehen, von wem die Meldung stammt. Die App warnt alle Begegnungen über eine mögliche Ansteckung mit Covid-19. Die App informiert daraufhin über die nötigen Massnahmen für die Kontaktpersonen, basierend auf den Bestimmungen des BAG.»

So sieht die «NextStep»-App aus:

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Schweizer Contact-Tracing-App «NextStep»
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Was ist mit dem Datenschutz?

«Eine Begegnung mit einem anderen Nutzer wird nur lokal auf dem Smartphone gespeichert. Jede App hat eine dynamische ID, die periodisch zufällig generiert wird. So bleibt jeder Nutzer anonym.»

Kann man das bereits nutzen?

Jein. Die App kann auf next-step.io zu Testzwecken heruntergeladen werden.

  • iOS-App: Hier wartet Ubique gemäss eigenen Angaben auf das «Approval», also die Freigabe, von Apple.
  • Android-App: Die Testversion kann über die Ubique-Website installiert werden.

Ein erster Versuch der watson-Redaktion zeigt, dass sich die Android-Version problemlos installieren lässt. Beim Einrichten fordert die App auf, die «Akku-Optimierung» zu deaktivieren, damit sie immer im Hintergrund laufen kann.

Grundsätzlich bleibt das Problem:

«Damit die App Wirkung zeigt, ist eine schweizweite Nutzung entscheidend. Dafür braucht es viele Installationen der App und eine Koordination von offizieller Seite.»

Um eine schnelle Verbreitung zu erreichen, sei die App bewusst so aufgebaut, dass sie zusätzlich in bereits bestehende, weit verbreitete Apps eingebaut werden könnte.

Der Ball liege jetzt bei den Entscheidungsträgern der offiziellen Stellen, schreibt uns Mathias Wellig. «Welche Strategie wird die Schweiz in den nächsten Wochen fahren, um Corona mit technologischen Hilfsmitteln einzudämmen?»

Software steht frei zur Verfügung

Ubique hat die Technologie, die für das Contract Tracing per App verwendet wird, STAR getauft. Das Kürzel steht für «Secure Tag For Approach Recognition».

Interessanter Ansatz: STAR kann offenbar vergleichsweise einfach in andere, bestehende Apps integriert werden. Mit dem Ziel, viel mehr Smartphone-User zu erreichen.

Der Programmcode steht anderen Entwicklern frei zur Verfügung. Als Open-Source-SDK (Software Development Kit). Bei GitHub soll alles Wichtige zu finden sein.

Wann wurde die App entwickelt?

Ubique schreibt auf der Firmen-Website, man habe mit «Next Step» am Hackathon #codevscovid19 teilgenommen.

Dabei handelt es sich um 72-stündige Online-Veranstaltung unter dem Patronat des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) und des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI) und in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern, wie der ETH Zürich.

Laut Medienmitteilung haben sich fast 3000 Spezialisten aus über 80 Ländern (virtuell) zusammengefunden und 306 Prototypen zur Adressierung der COVID-19 Krise entwickelt. Das entspreche 100’000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden, die auf diese Art und Weise investiert worden seien.

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