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Sunrise übernimmt UPC (ehemals Cablecom). bild: KEYSTONE (fotomontage)

Analyse

Sunrise schnappt sich UPC – darum kannst du günstigere Preise vergessen

Sunrise kauft UPC und verspricht schnelleres Internet. Die Kunden würden von tieferen Preisen profitieren, sagt Sunrise-Chef Swantee im Video-Interview. Doch weder Sunrise noch Swisscom haben ein Interesse an einem Preiskampf.

Niklaus Vontobel / ch media



Der Telekomkonzern Sunrise kauft den Konkurrenten UPC für 6.3 Milliarden Franken. Sunrise-Chef Olaf Swantee kündete an: «Wir wollen den Markt bewegen.» Noch muss die Wettbewerbskommission ihr Okay geben. Aber schon heute werden Fragen gestellt: Wird die neue Sunrise zum grossen Konkurrenten für den Branchenprimus Swisscom – und sinken dann die Preise? Oder werden die beiden grössten Telekomkonzerne in der Schweiz einander lieber nicht wehtun wollen?

Bei allen grossen Fragen werden die vielen kniffligen Details übersehen, die Fusionen überwinden müssen. Allein schon deshalb werden Sunrise und UPC in den nächsten drei Jahren nicht mit Angriffen auf die Swisscom beschäftigt sein. Sondern mit sich selbst. So sieht es etwa der Telekomanalyst der Zürcher Kantonalbank, Andreas Müller, der sagt: «Es wird mindestens drei Jahre dauern, bis aus den zwei Unternehmen ein einziges geworden ist.»

Herr Swantee, was bringt die Fusion mit UPC den Kunden?

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Video: srf/SDA SRF

Von diesen Umstellungsarbeiten innerhalb der neuen Sunrise – der Name UPC wird verschwinden – werden die Kunden zumeist gar nichts mitbekommen. So müssen etwa alle Systeme zusammengeführt werden. Die gemeinsamen Kunden müssen auf einer einzigen Plattform erfasst sein. Wenn Aussenstehende etwas merken, dann wären es Missgeschicke: Zum Beispiel bekäme ein Kunde der ehemaligen UPC zwei Mal die gleiche Post. Oder es werden Umstellungen nötig: Beispielsweise müssen wohl Boxen für die Verbindung zum Internet ausgewechselt werden.

Sunrise wird angreifbar

In diesen drei Jahren wird die neue Sunrise kaum attackieren können, glaubt Müller. Vielmehr wird sie angreifbar, und die Swisscom erhält Chancen. Das hat mit den Gewohnheiten schweizerischer Kunden zu tun. Solange das Handy, der Internetanschluss oder das Fernsehangebot zuverlässig ihren Dienst tun, verschwenden sie keinen Gedanken an das Telekomunternehmen. Klemmt es aber irgendwo, muss etwas ausgetauscht oder ein neuer Vertrag unterschrieben werden – dann ist der Moment da: Alles wird infrage gestellt. ZKB-Analyst Müller sagt: «Wir erwarten, dass die Kunden der neuen Sunrise in den nächsten drei Jahren eher zu einem Wechsel bereit sein werden.»

Damit würde sich eine Geschichte wiederholen, die sich in den letzten zwei Jahren abspielte – mit umgekehrten Vorzeichen. Damals war es die Swisscom, die Kunden an die Sunrise verlor, weil sie ein altes Netzwerk abschalten musste. Nun könnte Swisscom wieder Kunden zurückgewinnen. Was kommt nach den drei Jahren, wenn die Übernahme verdaut ist?

Sunrise vs. Swisscom: Qualitätskampf statt Preiskampf

Möglich ist vieles. Auch Unternehmen, die beide sehr mächtige Stellungen haben, können hart um Kunden streiten. Airbus und Boeing sind ein Beispiel. Doch im schweizerischen Telekommarkt gibt es bislang eine Konstante: Die Kunden achten sehr auf Qualität, der Preis kommt viel später. Nicht von ungefähr nennt sich Sunrise seit einigen Jahren einen «quality challenger». Auch die neue Sunrise dürfte versuchen, Swisscom mit besserer Qualität herauszufordern, etwa im Service. Sunrise würde Swisscom einen Qualitätskampf liefern, keinen Preiskampf.

Dafür spricht auch, dass Sunrise verhältnismässig viel für UPC zahlt. Das sahen auch die Börsianer so, die die Aktie am Donnerstag abstürzen liessen. Diese Investition muss Sunrise erst einmal wieder hereinholen. Das soll über Synergien gelingen, auch im Verkauf: bessere Produkte sollen angeboten werden; Mobilabo, Internetanschluss sowie Online-Fernsehen aus einer Hand.

Mit einer Discount-Strategie würde es dagegen schwierig. Die Rechnung würde kaum schnell aufgehen, wie Analyst Müller sagt. Ob die neue Sunrise diesen Qualitätswettbewerb härter führen wird als die alte Sunrise – das wird sich zeigen müssen. Allerdings ist es womöglich gar nicht matchentscheidend, was Swisscom und Sunrise als nationale Akteure tun – weil beide von sogenannten «Over the top»-Akteuren angegriffen werden. Das sind etwa der Messengerdienst WhatsApp, der zu Facebook gehört, oder der Streamingdienst Netflix. Die beiden amerikanischen Unternehmen konkurrenzieren Swisscom und Sunrise schon heute mit ihren Services, nutzen dabei deren Infrastruktur – und zahlen dafür keinen Rappen. In den nächsten Jahren könnten sie den Telekommarkt grundlegend verändern.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Zusammenschluss von Sunrise und UPC

(bzbasel.ch)

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Video: watson/Knackeboul, Lya Saxer

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    Alle Leser-Kommentare
  • Yogi Bär 02.03.2019 17:20
    Highlight Highlight Was vereinen Swisscom, UPC Cablecom, Sunrise und Salt schwache Leistungen und hohe Preise! Nun zur dürftigen Auswahl wird die Auswahl noch dürftiger somi schlechter und teurer!
  • Ass 02.03.2019 13:27
    Highlight Highlight Dann muss aber Sunrise massiv teurer werden damit sie gleich billig wie die Swisscom sind.
  • Frances Ryder 02.03.2019 13:23
    Highlight Highlight Finde es immer wieder lustig wenn Leute mir erzählen, dass sie nicht zu Salt oder UPC etc. wechseln wollen, weil die so einen schlechten Kundenservice haben. Die Swisscom hat ja den viel besseren Kundenservice, darum ist sie auch Dauergast bei der WEKO, weil ihr die Kunden so am Herz liegen.
    • My Senf 02.03.2019 14:48
      Highlight Highlight Das Problem ist das mahnwesen

      Salt sunrise berechnen ab due+1 30.-
      Swisscom lässt sich da ein bisschen Zeit
      Kundenservice?
      Keine Ahnung wann ich das letzte mal mit jemand von Salt gesprochen habe. Wieso auch? Läuft ha alles. Für smalltalk hab ich keine Zeit und abgesehen, da würd ich jemand anderes anrufen
    • lucasm 02.03.2019 17:12
      Highlight Highlight Rechnung einfach pünktlich bezahlen, eigentlich selbstverständlich.
    • Butschina 02.03.2019 19:16
      Highlight Highlight Bei Sunrise empfand ich den Kundendienst echt als Mühsam. Bis mein LSV funktionnierte musste ich mehrmals das Formular ausfüllen weil es zwei Mal verloren ging irgendwo bei Sunrise. Sowas ist mir bei Swisscom nie passiert.
  • Gurgelhals 02.03.2019 12:19
    Highlight Highlight Zum Glück gibts in meinem Quartier Fiber7 und der ganze Quark kann mir dementsprechend am Allerwertesten vorbei gehen...
    • The Destiny // Team Telegram 02.03.2019 13:15
      Highlight Highlight @Gurgelhals, init7 ist zwar toll wenn man einen glasfaseranschluss hat, aber sonst ist es sauteuer.
    • Gurgelhals 02.03.2019 13:48
      Highlight Highlight Natürlich ist das so. Aber das ist letzten Endes (wie so vieles) der Swisscom zuzuschreiben: Statt schweizweit den sich langfristig rechnenden FTTH-Ausbau zu forcieren, macht man nur billiges und nicht nachhaltiges FTTS, um ungestört die Zitrone weiter auspressen zu können und um die Verfügbarkeit von attraktiven FTTH-Angeboten von init7 & Co. möglichst in Grenzen zu halten.

      Und die Pointe an der Sache: Statt dass Bundesbern gegen diese kundenfeindliche Strategie regulierend eingreift, bekommt die Swisscom – Lobbying sei Dank! – von dort auch noch kräftigen Sukkurs.
  • Gipfeligeist 02.03.2019 12:19
    Highlight Highlight Selber schuld wer bei seinem Anbieter bleibt ¯\_(ツ)_/¯
    Bin mit Wingo momentan recht zufrieden (ist zwar auch Swisscom, aber nicht überrissen teuer)
    • Charlie Runkle 02.03.2019 12:59
      Highlight Highlight Siehst du, du nur recht zufrieden bei wingo, ich wunschlos glücklich bei swisscom also wieso wchseln?
  • grumit 02.03.2019 12:12
    Highlight Highlight Ich will keine günstigen Preise sondern schnelles Internet. Da hat Swisscom den Anschluss verloren.
    • Harri Hirsch 02.03.2019 14:13
      Highlight Highlight ...und ich brauche kein (ultra-)schnelles Internet und möchte dafür günstige Preise!

      Und nun?
    • My Senf 02.03.2019 14:45
      Highlight Highlight upc
      600er

      Oder dann eben Salt
    • lucasm 02.03.2019 16:44
      Highlight Highlight Soll jeder nach seinen bedürfnissen den provider wählen, günstige preise werden sie jedoch bei swisscom bestimmt nicht finden.
  • napolitain 02.03.2019 11:58
    Highlight Highlight Ich frage mich, ob bei dem ganzen 5G-Gesülze auch die Akkus der Smartphones mithalten werden. Ich nutze 4G jetzt bereits nur in Ausnahmesituationen und fahre sonst mit 3G. Das langt auch und der Akku hält viel länger! Dies zumindest was die Smartphone-Nutzung anbelangt.
    • Dominik Treier 02.03.2019 12:07
      Highlight Highlight Das glaubst du doch nicht wirklich oder? LTE benötigt zwar ein wenig mehr Energie, das relativiert sich allerdings schnell wieder, wenn die Übertragung in einem Drittel der Zeit abgeschlossen ist... Das düfte vorraussichtlich das geringste Problem sein...
    • p4trick 02.03.2019 12:45
      Highlight Highlight @napolitain am längsten hält dein Akku wenn du mobile Daten deaktivierst und nur Wireless einschaltest. Ob 3G oder 4G macht wenn überhaupt nur minim was aus evtl. Hast du mit 3G 20min mehr Akku pro Laden
    • fant 02.03.2019 12:54
      Highlight Highlight Völlig offtopic, aber... : Den grössten Gewinn an Akku-Kapazität habe ich kürzlich durch Zufall gefunden: 'Google' in der App-Liste deaktivieren. Unter Android9 lässt sich so zwar der Suchbalken nicht aus dem Task-Manager ausblenden, aber immerhin deaktivieren. Und eben: Gefühlt massiv Akku sparen...
    Weitere Antworten anzeigen
  • grandvlad 02.03.2019 11:46
    Highlight Highlight Klar wird's teurer für die alten Kunden von sunrise oder upc. Bei upc bin ich immer sehr gut gefahren und am billigsten von allen Anbietern, bei swisscom hatte enorme Betriebsstörungen, an welchen offenbar ich selbst verschuldet sei, nacho wechsel zu upc, funktionierte alles über 8 Jahre Einwand frei, hoffe, ich muss nicht wieder zu Swisscom 🙄😣
    • lucasm 02.03.2019 12:22
      Highlight Highlight Upc ist alles, nur nicht günstig. Sunrise ist in sachen rabattgewährung viel lockerer, sie drängen einem die rabatte schon fast auf.
    • RemoAchilles 02.03.2019 14:07
      Highlight Highlight Bin UPC kunde, zahle 74.- im monat und habe alles was ich brauche. Replay-TV, viele sender, schnelles internet, nie probleme.
    • grandvlad 03.03.2019 11:32
      Highlight Highlight Dito & Mobile 4G Europa weit 29.- im Monat alles funktioniert hervorragend
  • rudolf_k 02.03.2019 11:43
    Highlight Highlight 1. Wieso zum Geier sollte Netflix für die Infrastruktur bezahlen? Die Telcos haben sich jahrelang dumm und dämlich verdient mit schnellen Internet-Abos, die 90% der privaten Kunden einzig und alleine für illegale Downloads gebraucht hätten.
    2. Wieso dass irgendjemand freiwillig zur Swisscom wechseln und deren horrend teuren Preise bezahlen würde ist mir ein absolutes Rätsel...
    • The Destiny // Team Telegram 02.03.2019 12:28
      Highlight Highlight Viele Leute scheinen hier die Netzneutralität zu vergesse...
    • Xonco aka. The Muffin Man - Eingebünzelt 02.03.2019 13:32
      Highlight Highlight Klar Rudi, niemand geht zur Swisscom. Die Daten sind alle gelogen, Swisscom hat gar keine Kunden, Sie ist eigentlich nicht mal eine Firma, sondern ein Schachverein.

Wohnst du neben einer 5G-Antenne? Hier findest du es auf einen Blick heraus

Sunrise und Swisscom haben das 5G-Netz gestartet. Der Bund zeigt auf seinem Online-Kartendienst, wo die neuen (und die bisherigen) Antennen stehen.

In der Schweiz sind bereits über 300 5G-Antennen installiert. Sie sind jedoch noch nicht alle in Betrieb. Auf der Website des Bundesamtes für Kommunikation sind alle Telefonantennen auf einer interaktiven Karte markiert, jene, die 5G übertragen, aber auch 3G- und 4G-Antennen.

Die 5G-Antennen von Swisscom, die seit Mittwoch in Betrieb sind, senden aber vorerst noch auf 4G+-Frequenzen. An 102 Standorten in 54 Ortschaften wie Zürich, Bern, Basel, Genf und Lausanne, soll 5G in Betrieb genommen …

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