Sonys neuer KI-Kamera-Assistent schiesst den Vogel ab
Vergangene Woche stellte Sony das Xperia 1 VIII vor, ein 1349 Franken teures Smartphone. Das Highlight laut Medienmitteilung ist der neue KI-Kamera-Assistent, «der Nutzer*innen dabei unterstützt, in jeder Situation mühelos hochwertige Fotos aufzunehmen». Was Sony dann aber auf seinen Social-Media-Kanälen an Beispielfotos veröffentlichte, macht der womöglich tatsächlich guten Handy-Kamera so gar keine Ehre.
Mit diesen Beispielfotos bewirbt Sony seinen neuen KI-Kamera-Assistenten 🤔
Was ist hier los? Die KI-Bildvorschläge sehen schlechter als die Originalaufnahme aus.
Sony, alles in Ordnung?
Man muss kein Fotograf sein, um zu erkennen, dass die Originalfotos meist deutlich besser aussehen. Die von der KI vorgeschlagenen Alternativfotos sind drastisch überbelichtet. Der Grund dafür könnte sein, dass viele Menschen in Vergleichstests das jeweils hellere Foto als hübscher betrachten. Auch andere Smartphone-Hersteller tendieren daher zu tendenziell überbelichteten Aufnahmen. Sonys KI-Kamera-Assistent schiesst aber weit über das Ziel hinaus.
Dass Sony die misslungenen Beispielfotos für seine Werbekampagne nutzt, sorgt umgehend für Hohn und Spott.
Die Reaktionen folgen postwendend:
Sonys KI-Fail wird zum Meme
Wer Sonys KI-Kamera-Assistenten tatsächlich genutzt hätte
Das gleiche Motiv laut verschiedenen Handy-Marken
Tech-YouTuber Marques Brownlee bringt es auf den Punkt
Sony hat inzwischen in einem zweiten Posting mit deutlich besseren Beispielfotos klargestellt, dass die KI lediglich «kreative Looks» vorschlage, statt automatisch Bearbeitungen vorzunehmen. Die User könnten so aus jeweils vier Bildvorschlägen auswählen.
Ähnlich funktionieren auch die KI-Kamera-Assistenten anderer Hersteller. Das erklärt aber nicht, warum Sonys Marketing- oder Social-Media-Abteilung derart schlechte Beispielfotos ausgewählt hat. Sony habe einen Ruf als führender Kamera- und Sensorhersteller zu verlieren, kritisieren Tech-Experten.
Das Fachportal Notebookcheck kommentiert:
Carl Pei, CEO des britischen Smartphone-Herstellers Nothing, vermutet, dass es sich schlicht um «Engagement Farming» handle, also um einen kalkulierten Schritt von Sony zur Erzeugung von Aufmerksamkeit.
(oli)
