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Tesla Bot: Elon Musk kündigt Bau eines humanoiden Roboters an

Tesla Bot vorgestellt am 20. August 2021.
In der Nacht auf Freitag hat Elon Musk an dem im Internet übertragenen «AI Day» angekündigt, dass sein Unternehmen in den Roboterbau einsteige.Screenshot: YouTube

Tesla kündigt Bau eines humanoiden Roboters an – kein Grund zur Panik, sagt Elon Musk

Der Tesla-CEO hat einen humanoiden Roboter namens «Tesla Bot» vorgestellt, der mit der gleichen Künstlichen Intelligenz (KI) arbeitet, die auch in den Elektroautos zum Einsatz kommt.
20.08.2021, 06:5421.08.2021, 01:34

Elon Musk hat die Markteinführung des Prototyps eines humanoiden Roboters namens «Tesla Bot» verkündet.

Die unerwartete Enthüllung erfolgte am Ende von Teslas «AI Day»-Präsentation – ein «Tag der Künstlichen Intelligenz» (KI) –, wobei der Unternehmer und Multimilliardär ausser ein paar PowerPoint-Folien nur wenige Details preisgab.

«Er soll natürlich freundlich sein, durch eine für Menschen gebaute Welt navigieren können und gefährliche, sich wiederholende und langweilige Arbeiten eliminieren.»
Elon Musk

Was wissen wir über den Tesla Bot?

Nach Angaben von Musk wird der Tesla-Bot rund 177 Zentimeter gross sein und 57 Kilogramm wiegen. «Er hat eine Art Bildschirm am Kopf für nützliche Informationen, aber ansonsten ist er im Grunde genommen mit einem Autopilotsystem ausgestattet», sagte der Unternehmer. Der Tesla-Roboter werde mit acht Kameras und einem vollwertigen selbstfahrenden Computer ausgestattet sein und die gleichen Werkzeuge nutzen, die Tesla im Auto verwende.

Elon Musk scherzte während der Präsentation, dass man dem Tesla Bot also auch davonlaufen oder ihn überwältigen könne, die Menschen müssten also keine Angst davor haben, dass die Roboter die Macht übernehmen.

Hier kommt er ...

Der Kopf werde mit den Autopilot-Kameras ausgestattet sein, die von Teslas Fahrzeugen verwendet werden, um die Umgebung zu erfassen, und er werde einen Bildschirm zur Anzeige von Informationen enthalten. Intern werde er über Teslas «Full Self-Driving»-Computer (FSD) gesteuert.

2022 soll ein Prototyp vorgestellt werden.

PS: Tesla sucht Mitarbeiter, die an dem Bot mitarbeiten wollen. Unter tesla.com/AI kann man sich bewerben.

Warum tut Tesla das?

Zunächst einmal ist es natürlich ein geschickter Marketing-Schachzug, respektive unbezahlbare Werbung.

Der Tesla-CEO sprach anlässlich des vom Unternehmen veranstalteten «AI Day» davon, dass der Roboter in Zukunft gefährliche, sich wiederholende oder langweilige Aufgaben übernehmen könne. Vor allem erhofft er sich mit der weitergehenden Automatisierung von Arbeitsprozessen wohl auch deutlich tiefere Lohnkosten.

«Das Schwierigste an einem nützlichen humanoiden Roboter ist, dass er nicht durch die Welt navigieren kann, ohne gezielt trainiert zu werden», sagte Musk. Das müsse aber ohne explizite Anweisungen Zeile für Zeile funktionieren.

«Man kann mit ihm sprechen und sagen: ‹Bitte nimm diese Schraube und befestige sie mit dem Schraubenschlüssel am Auto›, und er sollte in der Lage sein, das zu tun».

Der Einsatz solcher Roboter werde weitreichende Konsequenzen haben, sagte Musk voraus. «In der Zukunft wird körperliche Arbeit eine Option sein. Wenn man sie erledigen will, kann man sie tun, aber man muss sie nicht tun.»

Dies habe offensichtlich tiefgreifende Auswirkungen auf die Wirtschaft, denn wenn man bedenke, dass die Wirtschaft auf ihrer grundlegenden Ebene aus Arbeit bestehe, dann gebe es vielleicht keine wirklichen Grenzen für die Wirtschaft mehr.

Weltweit arbeiten zahlreiche Unternehmen schon seit längerem an menschenähnlichen Robotern. In Japan sind solche Geräte bereits in Haushalten tätig. Auch ein Einsatz in der Altenpflege wird erprobt.

Gleichzeitig schreitet die Automatisierung in der Industrie rasant voran. Begleitet wird dies auch von der Furcht vieler Menschen, die neue autonome Technik könnte ausser Kontrolle geraten. Auch der Verlust von Arbeitsplätzen wird befürchtet.

Und der Weltraum?

Musk stellte den «Tesla Bot» in Zusammenhang mit den Autos des Konzerns. Der von ihm geführte Konzern sei eigentlich ein Robotikunternehmen sei, da die Autos praktisch Roboter auf Rädern seien, die miteinander kommunizierten und navigierten.

«Vermutlich könnten solche Tesla Bots nicht nur auf der Erde in Fabriken zur Produktion und zu Dienstleistungen für Menschen ihre Anwendung finden, sondern auch in Musks ambitionierten Plänen zur Kolonisierung des Mars mit seiner anderen Firma SpaceX», schreibt ein Blogger (siehe Quellen). Musk habe dazu aber kein Wort verloren am Event.

Wie realistisch sind die Roboter-Pläne?

Tesla ist dafür bekannt, grosse technische Neuerungen zu einem sehr frühen Zeitpunkt der Entwicklung zu verkünden und Systeme live zu stellen, die von anderen Unternehmen noch nicht als marktreif angesehen werden. Das gilt auch für die Selbstfahrer-Option in Teslas Fahrassistenzsystem «Autopilot», die nach einer Reihe von Auffahrunfällen in der Kritik steht.

So wird bemängelt, dass der Name «Autopilot» eine Übertreibung sei, die zu fahrlässiger Nutzung einlade. Die nächste Stufe des Programms nennt Tesla sogar «Full Self-Driving» (komplett selbstfahrend), obwohl es nach in der Branche gängigen Kriterien weiterhin lediglich ein Assistenzsystem bleibt.

Einige Experten bezweifeln, ob Tesla seine Pläne so schnell umsetzen kann: «Ist der ‹Tesla Bot› der nächste Traum, um die Hype-Maschine anzukurbeln?», fragte Raj Rajkumar, Professor für Elektro- und Computertechnik an der Carnegie Mellon University. «Ich kann mit Sicherheit sagen, dass es viel länger als zehn Jahre dauern wird, bis ein humanoider Bot von irgendeinem Unternehmen auf der Welt in den Laden gehen und Lebensmittel für Sie einkaufen kann.»

Was hat Tesla sonst noch am AI Day angekündigt?

Das 2003 gegründete US-Unternehmen stellte auf der Veranstaltung ausserdem Computerchips für das Training seines automatisierten Fahrsystems vor.

Ganesh Venkataramanan, Senior Director Autopilot Hardware bei Tesla, erklärte, er habe vor einigen Jahren einen Tesla-Ingenieur gebeten, einen «superschnellen» Trainingscomputer zu entwickeln. Deswegen habe man das Projekt «Dojo» gestartet. Das Computersystem soll ab dem kommenden Jahr einsatzbereit sein.

Das war die ganze Show:

Quellen

(dsc/sda/awp/reu)

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