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epa08077440 An Amazon employee poses at the Amazon logistic and distribution center in Moenchengladbach, Germany, 17 December 2019. According to the company, Amazon has invested around 105 million euros in the most modern logistics centre in Europe. A technology developed by Amazon itself ensures that the robots drive the shelves to the warehouse workers.  EPA/FRIEDEMANN VOGEL

Schlecht bezahlt, gut motiviert: Er hier profitiert kaum vom Geschäftsgebaren der Onlinehändler. Bild: EPA

«Schlag ins Gesicht des Klimaschutzes» – so viel neue Ware vernichtet Amazon (noch immer)



Das Wichtigste in Kürze

Was ist «Destroy-Ware»?

Das ist die Amazon-interne Bezeichnung für Produkte von Drittanbietern, die bei Amazon lagern und vernichtet werden sollen. Dies zeigen Recherchen von Greenpeace in Deutschland. Die Umweltschutzorganisation schreibt:

«Was sich nicht schnell verkauft, wird für Drittanbieter auf der Verkaufsplattform Marketplace irgendwann so teuer in der Lagerung, dass sie sich für den Händler nicht mehr rechnet.»

Amazon biete neben Lagerung und Vertrieb für Drittanbieter eine weitere Dienstleistung: Die Vernichtung der Ware zu einem Preis, der deutlich unter dem der Lagerung liege.

epa08077438 Employees works at the Amazon logistic and distribution center in Moenchengladbach, Germany, 17 December 2019. According to the company, Amazon has invested around 105 million euros in the most modern logistics centre in Europe. A technology developed by Amazon itself ensures that the robots drive the shelves to the warehouse workers.  EPA/FRIEDEMANN VOGEL

Blick in das Logistik- und Distributionszentrum von Amazon in Mönchengladbach, angeblich das modernste Logistikzentrum Europas. Bild: EPA

Wo ist das Problem?

Im Bericht vom 20. Dezember zitiert Greenpeace eine laut eigenen Aussagen «Expertin für Konsumfragen»:

«Es darf nicht sein, dass der Platz im Regal für den Onlinehändler anscheinend wertvoller ist als das Produkt, das drin liegt.»

Viola Wohlgemuth

Elektrische Fahrzeugflotten und Bekenntnisse zu Erneuerbaren Energien nützen laut Greenpeace-Bericht wenig, wenn der US-Konzern sein ökologisches Gewissen «bei jeder Chance zur Gewinnmaximierung» stummschalte. Etwa indem Amazon immer kürzere Lieferzeiten verspreche.

«Sämtliche Produkte, die in der Schrottpresse landen, haben schliesslich einen CO2-Fußabdruck. Sie werden produziert, transportiert und gehen dann ungenutzt in die Vernichtung. Das bedeutet klimaschädliche Treibhausgase, die ohne jeden Sinn die Atmosphäre aufheizen.»

Nach den Recherchen im norddeutschen Winsen gehe Greenpeace davon aus, dass Amazon in Deutschland regelmässig Millionen von Artikel zerstöre, schreibt ndr.de. Da die Abläufe «hochgradig standardisiert seien, seien die Prozesse von Winsen auf andere Logistikzentren übertragbar».

Was sagt Amazon?

Der Onlinehändler dementiert die Vernichtung neuwertiger Ware nicht gegenüber Journalisten des Norddeutschen Rundfunks (NDR), sondern hält sich an die Verteidigungsstrategie, dass es sich um ein branchenweites Problem handle.

Ein Amazon-Sprecher nimmt Stellung und gibt der Steuergesetzgebung eine Mitschuld ...

Alle tun es?

Ja, sagt der Schweizer Wirtschaftswissenschaftler Stefan Schaltegger, Professor für Nachhaltigkeits-Management, im Interview mit dem NDR. Das Problem betreffe alle Onlinehändler, aber auch «den stationären Handel». Es könne bei all diesen Unternehmen vorkommen, dass sie Produkte im Lager hätten, die dann «vernichtet werden müssen».

Das Problem sei, dass zu viel Angebot geschaffen werde im Vergleich zur Nachfrage. Dadurch entstünden überflüssige Produkte, die dann eben entsorgt werden.

Amazon CEO Jeff Bezos speaks during his news conference at the National Press Club in Washington, Thursday, Sept. 19, 2019. Bezos announced the Climate Pledge, setting a goal to meet the Paris Agreement 10 years early. (AP Photo/Pablo Martinez Monsivais)
Jeff Bezos

Amazon-Gründer Jeff Bezos gibt sich umweltfreundlich, und profitiert auch bei der fragwürdigen Vernichtung von Waren, die über die Amazon-Plattform gehandelt werden. Bild: AP

Was kostet das und wer bezahlt es?

Die branchenübliche Vernichtung neuwertiger Ware lässt sich nicht beziffern. Amazon und Co. kalkulieren die entstehenden Kosten bei ihrer Preispolitik ein und wälzen sie auf die Kunden ab. Letztlich werden die Konsumenten und Steuerzahler zur Kasse gebeten. Und die Umwelt hat den Schaden.

Onlinehändlern stellt sich die immer gleiche Frage, wenn sie auf einem bestimmten Produkt sitzenbleiben, oder wenn retournierte Ware bei ihnen eintrifft: Nochmals verkaufen, anders verwerten oder vernichten, weil sich der Wiederverkauf betriebswirtschaftlich nicht mehr lohnt?

Was würde helfen?

1. Auf Anbieterseite: Amazon und Co. sollten Rabatte einführen für Leute, die bereit sind, etwas länger auf die Auslieferung eines online bestellten Produktes zu warten.

2. Auf Konsumentenseite: Amazon und Co. sollten Rücksendegebühren einführen, wenn zum Beispiel jemand online drei Grössen eines bestimmten Produktes bestellt.

3. Der Staat sollte die Vorschriften verschärfen für den Handel und die Vernichtung neuwertiger Waren.

In Deutschland wird die Bundesregierung Anfang 2020 eine sogenannte Obhutspflicht beschliessen für den Umgang mit Retouren und nicht verkauften Neuwaren, wie ndr.de berichtet. Die neue Regelung umfasse:

Was kann ich jetzt sofort tun?

Hirn einschalten vor und beim Online-Shopping. 😉 Das heisst, nur wirklich benötigte Produkte kaufen und versuchen, möglichst wenige Retouren zu verursachen.

«Zeit ist ein wichtiger Nachhaltigkeits-Faktor, und Geduld trägt dazu bei, nachhaltiger zu werden.»

Wirtschaftswissenschaftler Stefan Schaltegger

Ist das Problem neu?

Nein.

Amazon vernichte retournierte Ware in grossem Stil, berichtete das ZDF-Magazin «Frontal 21» im Juni 2018. Auch damals schon bestritt der Onlinehändler das fragwürdige Vorgehen nicht, sondern liess mitteilen, man arbeite an Prozessen, um «so wenig Produkte wie möglich entsorgen zu müssen».

Und die Schweiz?

Ist auch betroffen.

Amazon liefert viele Produkte in die Schweiz. Zudem gibt es zahlreiche Lieferdienste, die Schweizer Kunden eine Postadresse in der Europäischen Union (EU) anbieten.

Im Oktober 2019 zitierte «20 Minuten» einen Schweizer Experten, der sagte, der Anteil der Artikel, die im hiesigen Onlinehandel entsorgt werden, dürfte tiefer liegen als in Deutschland. Die Aussage bezieht sich auf eine 2018 veröffentlichte Studie der Universität Bamberg über die Retourenentsorgung bei deutschen Onlinehändlern. Diese Befragung hatte ergeben, dass nur vier Prozent der Ware vernichtet würde.

Dass im Schweizer Handel tendenziell wenige Retouren im Abfall landeten, liege am Warenwert. Dieser Wert sei bei Schweizer Online-Shops meist höher als im Ausland.

Quellen

(dsc)

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    Alle Leser-Kommentare
  • bebby 26.12.2019 09:26
    Highlight Highlight Das Problem mit den Retouren ist sehr kulturell. In westlichen Ländern wie den Usa fast 50%, in Japan nur im einstelligen Bereich. Für den Detailhandel nicht unbedingt negativ, da sehr viel hängen bleibt bei den Shoppingsüchtigen. Aber irgendwie krank, wenn man soviel bestellt.
  • Avalon 25.12.2019 10:39
    Highlight Highlight Wer kauft denn noch bei Amazon, zalando und co 🙄
    Dass sie nicht nachhaltig arbeiten, ist das eine. Wie sie mit den Mitarbeitenden im Versand umgehen, das andere....
  • Malaga 24.12.2019 23:00
    Highlight Highlight Das ist doch nicht ein Problem das ausschliesslich beim Onlinehandel auftritt, sondern überall dort wo Artikel verkauft werden mit kurzen Verkaufszyklen. die Zeitung von gestern, das Sportmagazin von letztem Monat, die Sporthose der letzten Saison, das alles ist quasi "nicht mehr verkäuflich". Wir verkaufen auch online, aber Produkte, die praktisch immer gleich sind. Dieses Jahr, letztes Jahr, nächstes Jahr...wir haben sehr wenig Retouren und müssen kaum etwas vernichten. Das liebt aber an unserem Segment und nicht weil wir so viel besser sind.
  • Nurmalso 24.12.2019 18:06
    Highlight Highlight Dem Klima ist das egal, denke das Klima kommt auch ohne Menschen zurecht, im Gegensatz zu uns hat es hat Zeit und ist unsterblich.

    Warscheinlich sitzt das Klima sogar irgendwo auf einem Berg und lacht sich schlapp über die Menschen.
  • redeye70 24.12.2019 15:01
    Highlight Highlight Wie sieht es denn bei den Detailhändlern und Fachgeschäften aus? Irgendwo benutzen die auch Lager und Ladenhüter gibt es auch dort wie auch technisch überholte Geräte. Das sieht doch bestimmt nicht besser aus.
    • PC Principal 24.12.2019 17:54
      Highlight Highlight Achtung! Gegen herkömmliche Läden lässt sich nicht so gut Stimmung machen.
    • Heidi73 24.12.2019 21:06
      Highlight Highlight Natürlich ist das so! Kann ja niemand so naiv sein, dass dies ein reines Online-Problem wäre! H+M, Migros, Media Markt und co werfen bestimmt auch Ware weg. Es muss ja immer die neuste Ware in den Gestellen liegen.
  • Nevermind 24.12.2019 14:37
    Highlight Highlight Da wird sich nichts ändern. Wenn den Konsumenten die Arbeitsbedingungen bei Amazon nicht interessieren und er fröhlich weiter bestellt, dann geht ihm die Umwelt gleich doppelt am A... vorbei.

    Bis eines Tages die Umwelt oder die Ausgenutzten vor der Tür stehen. Dann wird nach dem Staat und Regulierungen geschriehen.
  • Heinzbond 24.12.2019 14:32
    Highlight Highlight Eine Bitte wird Amazon und Co nicht dazu bringen diese Praxis zu beenden. Nur Boykott und klare Gesetze...
    Freiwillig hat noch kein Konzern etwas geändert...
  • Mügäli 24.12.2019 13:13
    Highlight Highlight Genau das ist diese elende Doppelmoral vieler welcher mit fast am meisten ärgert. Einerseits dauernd von Klimaschutz reden anderseits sich 0 Gedanken machen was hier an unnötiger Energie/Rohstoffen usw. verschwendet wird. Mir sind die, die sagen ‚mir ist der Klimawandel‘ egal noch lieber welche die, bei denen alles nur Gelaber ist ... vore hui und hinte pfui
    • Ichiban 24.12.2019 15:34
      Highlight Highlight Ja klar es sind ja auch die leute welche sich fürs klima einsetzen diejenigen, die hemmungslos online bestellen. Ich glaube das machen schon die welchen das klima egal ist
  • Streuner 24.12.2019 13:03
    Highlight Highlight Der absolute Wahnsinn. Für mich unverständlich dieses Gebahren. Ganz ehrlich, ich kaufe viel online ein, da ich in den Läden nicht das finde was ich will. habe in meinem ganzen Leben einmal etwas retourniert weil viel zu klein... Solange Konsumenten im Roten drehen, solange läuft dieser Mist.
  • Likos 24.12.2019 12:14
    Highlight Highlight Das ist nun wirklich kein Amazonproblem und findet man in vielen Lagern vor. Irgendwann rechnet sich die Lagerung nicht mehr und der Kunde will eine Vernichtung.
    Selbst wenn man es verschenkt hat man die ganzen Kosten für den Versand trotzdem noch, man schadet seinem eigenen Geschäft und je nach Produkt muss man auch erstmal Abnehmer finden.
    Wenn zumindest kein Vernichtungsnachweis gefordert wird, geht das Zeug aber immerhin oft an die MA der Logistikfirmen und was übrig bleibt in Schrott.
    • xHascox 24.12.2019 14:25
      Highlight Highlight Wenn ich nur den versand bezahlen muss, kauf ich fast alles. Aber bei amazon seh ich selten "Laerräumungs-Rabatte". Zb bei PC ostschweiz gibts das, da bekam ich eine drohne für ca. 25 franken die bei digitec 150 kostet oder so.
  • dmark 24.12.2019 12:14
    Highlight Highlight Ein sehr grosses Problem ist, dass viele Verbraucher Produkte in einem desolaten Zustand zurücksenden und ein Verkauf dieser Ware als neuwertig nicht mehr möglich ist. Aber Amazon besteht auf Rückabwicklung des Kaufes durch seine Händler. Da werden Verpackungen regelrecht auf gerissen – zerstört, die Produkte teils gebraucht zurück geschickt oder es fehlen Zubehörteile usw...
    Diese Waren sind danach unverkäuflich.
    Es liegt also oftmals an den "Verbrauchern" selbst.
    • Citation Needed 24.12.2019 16:33
      Highlight Highlight Was für Deppen. Grundanstand?
  • Habra 24.12.2019 12:12
    Highlight Highlight Ich entsorge regelmäßig AMAZON und sehe in welchem Zustand manche Retouren sind – mit deutlichen Gebrauchsspuren und ekelerregenden Anhaftungen und Gerüchen. Bei ZALANDO und Co. sieht es bei den Retouren auch nicht besser aus, die Kleidung wird halt über den Wochenendausgang getragen und montags zurückgeschickt.

    Retouren kostenpflichtig zu machen? Aus Sicht des Verbraucherschutzes keine gute Empfehlung – das lockt Schwindler und Betrüger an, die den ehrlichen Verbraucher täuschen.

    Im Onlinehandel beißt sich halt der Verbraucherschutz mit dem Umweltschutz.

    Deshalb kaufe ich nicht online.
  • Jasmin Nyff 24.12.2019 11:37
    Highlight Highlight Auf sowas gibt es nur eine Antwort: Verzicht auf diesen Online-Wahnsinn.
    • Selbstverantwortin 24.12.2019 12:21
      Highlight Highlight Nicht gelesen oder nicht verstanden?
      Ist beim stationären Handel nicht besser.
  • joevanbeeck 24.12.2019 11:30
    Highlight Highlight Und wer bestellt diesen Sch... alles? Die Grosseltern sind es sicher nicht.
  • derlange 24.12.2019 11:15
    Highlight Highlight Aber doch nicht bei uns? Wir setzen uns so fürs Klima ein.

    Ou uups, ich soll verzichten? Ja dann sollen die andern zuerst, die sind viel schlimmer als ich!
    Kein Regenwald abholzen (ui, Zuckerrohr, Avocados ect. esse ich nicht mehr)
    Schon wieder auf etwas verzichten!

    Lokal, regional einkaufen beim Bauern in der Region!

    Danke CH-Landwirtschaft - sonst gehts der Landwirtschaft so wie mit den übrigen Berufen; Schneider, Elektronikgerätemechaniker usw...
    Schade sind wir so weit!
    • Dominik Treier 24.12.2019 13:47
      Highlight Highlight Nun gerade die CH-Landwirtschaft sollte man da alles andere als in den Himmel loben, denn gäbe es nicht noch Direktzahlungen, sähe das bei uns nicht viel besser aus. Da gäbe es gerade bei konventionellen betrieben, noch viel Arbeit in Aufklärung und Lenkung zu leisten.

      Z.B. gerade besagtes Zuckerrohr hat, sofern es aus biologisch kontrolliertem Anbau ohne Rodungen stammt, eine wesentlich bessere Klimabilanz als unser Rübenzucker, welcher trotzdem gross gefördert wird...

      Regional kaufen ist aber generell meist sinnvoll und sollte gefördert werden.
    • derlange 24.12.2019 14:58
      Highlight Highlight Klimabilanz ist das Eine, was ist mit den Arbeitsplätze?
      Immerhin gibt es in der Schweiz zwei Fabriken. Auch was ist mit Schweizer Lebensmittel wenn da überall brasilianischer/Columbischer Rohrzucker drin ist? Denkst du das ist sinnvoll?
      Das Know-How für den Zuckerrüben-Anbau macht uns auch unabhängiger vom Ausland...

      Es hat viele Vorzeile den Schweizer Zucker wertzuschätzen!
      Danke Schweizer Landwirtschaft!
  • Gooner1886 24.12.2019 11:03
    Highlight Highlight Ich versteh das Drama hier nicht. Die Art und Weise wie wir leben ist klimaschädlich. Seht es endlich ein, wir habens verkackt. Ich würde vorschlagen wir brauchen die Erde noch zu Ende und der letzte macht das Licht aus.
    • dmark 24.12.2019 12:15
      Highlight Highlight Dein Kind wird das auch noch überleben. Wetten?
    • landre 24.12.2019 12:30
      Highlight Highlight @dmark

      Differenzieren Sie "leben" von "überleben"?

      (...Wetten dass diese Differenzierung für Ihr Kind einen Unterschied macht?)
    • bullygoal45 24.12.2019 13:09
      Highlight Highlight @gooner: Sehr gut! 😂!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bin nur wegen der Kommentare hier 24.12.2019 11:00
    Highlight Highlight Mein Tip: AmazOFF.

    Gerade bei Amazon steht ja nicht nur der immense, logistische Overhead in der Kritik. Ähnliches gilt für Zalando und About You. Tu es wirklich nur dann, wenn du es auch wirklich behalten willst.

    Ja, man hört's raus; mich widert diese 'ich bestell mir mal probehalber einen ganzen Kleidershop nach Hause'-Mentalität etwas an
  • Jeremy Liquidpsy 24.12.2019 10:58
    Highlight Highlight Echt krank unser System! Völlig pervers, dass so etwas möglich ist.. Unsere Wertschöpfung muss dringend überdacht werden.

    Stellt euch vor jemand muss schuften und leiden um ein Produkt herzustellen, das schlussendlich vernichtet wird.. nachdem es noch einmal um die Welt geflogen ist und noch mehr Ressourcen verschwendet hat..
  • landre 24.12.2019 10:54
    Highlight Highlight Krankes und destruktives System...

    Aber eben, solange wir Konsumenten es auf diese Art und Weise füttern/ fördern, wird es sich auch weiterhin so gestalten und destruktiv weiterentwickeln.

    Wenn wir was ändern wollen, dann kommen wir nicht um den Termin Verzicht bzw. Eigenverantwortung herum.
    • Bin nur wegen der Kommentare hier 24.12.2019 11:33
      Highlight Highlight 'krank und destruktiv' find ich jetzt grad etwas hart formuliert. Man hat ja die Wahl, nur sollte man diese klug nutzen
    • landre 24.12.2019 12:21
      Highlight Highlight @Ein Freund

      Stimmt. Da das Konsumverhalten aber individuell ist, die Resultate aber die sind die wir auch hier oben im Artikel feststellen können, kann man schon bis zu einem gewissen Grad von gesellschaftlicher Krankheit und Destruktivität ausgehen.

      Die Systemrelevanz liegt eben nicht beim Anbieter, sondern in der Nachfrage bzw bei uns Konsumentinnen und Konsumenten.

      (Sie persönlich mögen das System womöglich nachhaltig und klug nutzen. Sehen Sie sich aber einmal in Ihrem Umfeld um. Sie werden feststellen dass Ihr Konsumverhalten leider zur Ausnahme gehört...)
  • DerSchöneVomLande 24.12.2019 10:51
    Highlight Highlight Top. Die Gesellschaft hats weit gebracht.
  • Hans_Olo 24.12.2019 10:24
    Highlight Highlight die Lösung wäre ganz einfach. Kaufe nicht bei Amazon, Wish, Zalando usw.
    • Saraina 25.12.2019 10:14
      Highlight Highlight Migros, Coop und Manor haben die Möglichkeit, Überbestände verbilligt zu verkaufen, überzählige Lebensmittel werden über „Tischlein deck dich“ und „Die Tafel“ gratis an Bedürftige abgegeben.
  • DangerousMind 24.12.2019 10:14
    Highlight Highlight Nicht schön, aber Amazon ist nicht allein mit so einem Verhalten. Zalando macht das auch, mit der günstigen Standard-Ware (Kleider).
  • Adumdum 24.12.2019 10:13
    Highlight Highlight Nicht nur Amazon! Da würde ich mir mal eine viel breiter angelegte Recherche wünschen. Zalando doch auch, und mit Sicherheit auch viele "traditionelle" - oder nicht? In jedem Fall sollte es dagegen Gesetze geben. Entsorgungssteuer oder so etwas. Und dann natürlich noch viel mehr Informationen.

    Kostenlose Rücksendung könnte man auch unterbinden.
  • Madison Pierce 24.12.2019 10:13
    Highlight Highlight Man sieht das Problem der zu geringen Herstellungskosten auch anderswo: Musste kürzlich meinen Akku-Staubsauger einschicken, weil der Schalter defekt war.

    Habe ein Ersatzgerät erhalten. Original-verpackt, mit allem Zubehör (das ich ja schon hatte).

    Es ist für den Hersteller billiger, das gesamte Gerät inkl. Akku und Zubehör auszutauschen, als einen Schalter auszuwechseln.

    Das ist das Problem. Genau so sind auch die Waren bei Amazon so günstig in der Herstellung, dass man lieber zu viel als zu wenig produziert.
    • Citation Needed 24.12.2019 15:52
      Highlight Highlight Ich hab meinen Uralt-Staubsauger (Wackelkontakt) privat flicken lassen und schnipple meine Staubbeutel (Original gibt‘s längst nicht mehr) selbst zurecht.
      Werde demnächst die Zahnbürste aufschrauben, wish me luck. Flicken ist so gut wie immer logistisch zu teuer, ausser man macht es selbst..
  • Madison Pierce 24.12.2019 10:10
    Highlight Highlight Das ist kein Amazon-Problem, sondern ein China-Problem: da die Herstellung vieler Produkte fast nichts kostet, wird zu viel produziert. Ein Händler entwirft Plastikbecher mit einem lustigen Spruch, die er über Amazon verkaufen will. Ob er in China 1000 oder 10000 Stück produzieren lässt, macht keinen grossen Unterschied. Das Produkt kommt bei der Kundschaft aber nicht so gut an wie erhofft, also landen 9000 Becher in der Entsorgung.

    (Liesse er weniger produzieren, hätte er das Risiko, dass die Becher ausverkauft sind und er erst Nachschub hat, wenn sie nicht mehr "in" sind.)
  • ostpol76 24.12.2019 10:01
    Highlight Highlight Das wichtigste wurde nicht erwähnt. Dank dem Steuergesetzt müsste Amazon auch wenn sie die Ware verschenkt Steuern bezahlen, bei Verschrottung hingegen nicht.
  • miini meinig 24.12.2019 09:56
    Highlight Highlight Was kann ich tun?

    Kaufe nicht bei Amazon!
    • Sarkasmusdetektor 24.12.2019 11:36
      Highlight Highlight Wie auch im Artikel steht, andere Händler sind nicht wesentlich besser. Das einzige was wirklich hilft: Kaufe gar nicht. Oder zumindest keinen überflüssigen Mist.
    • Pisti 24.12.2019 12:05
      Highlight Highlight Naja, die liefern sowieso praktisch nichts in die Schweiz. 😉
    • Randen 24.12.2019 12:54
      Highlight Highlight @Sarkasmusdetektor genau richtig! Aber!! Was tun sie mit Artikeln die sie nicht verkaufen konnten?
  • Roro Hobbyrocker 24.12.2019 09:50
    Highlight Highlight “2. Auf Konsumentenseite: Amazon und Co. sollten Rücksendegebühren einführen, wenn zum Beispiel jemand online drei Grössen eines bestimmten Produktes bestellt.„
    Ich glaube, dann könnte Zalando schliessen
    • Seth 24.12.2019 10:18
      Highlight Highlight Ich glaub wir würden auch ohne Zalando überleben...
    • Ribosom 24.12.2019 10:30
      Highlight Highlight Ich bestelle meistens mehrere Grössen eines Kleidungstückes. Schliesslich will ich nicht nachbestellen müssen.
      Eine Rücksendegebühr wäre wirklich mal angebracht.
    • Dominik Treier 24.12.2019 13:40
      Highlight Highlight Und ich glaube, das wäre kein grosser Verlust...

      Ein ausbeuterischer Arbeitgeber weniger...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Habicht 24.12.2019 09:45
    Highlight Highlight Ein weiters Problem ist, dass die Unternehmen bei einer Spende trotzdem die Mwst. bezahlen müssen.
    Die Vernichtung ist somit günstiger als eine Spende.
    • Amateurschreiber 24.12.2019 11:23
      Highlight Highlight Bis Du sicher? Die MwSt. wird ja nur auf den "Mehrwert" erhoben. Das heisst, wenn Du etwas Gratis gibst, wird an sich keine MwSt. generiert.
    • Habicht 24.12.2019 11:54
      Highlight Highlight Sry es handelt sich um die Umsatzsteuer. Gab letztens eine Doku im deutschen Fernsehen bzgl. Vernichten von Neuwaren. Dort wurde zumindest von Seiten deutscher Politiker das Problem der Umsatzsteuer angesprochen und, dass dies geändert werden muss.

      Anscheinend können die Unternehmen nur ca. 30% der bezahlten Umsatzsteuer zurückfordern, dementsprechend bleiben sie auf ca. 70% sitzen.

      In England funktioniert das Spenden problemlos.
  • Badummtsss 24.12.2019 09:45
    Highlight Highlight Nicht Amazon ist das Problem, sondern der Konsument.
    Gilt für jeden Konzern auf diesem Planeten. Also hört auf, jeglichen Ramsch online zu bestellen.
    • Dominik Treier 24.12.2019 13:41
      Highlight Highlight Nun man darf ja gerne online bestellen, nur eben nicht lauter Zeug, dass man nicht braucht und danach wieder zurückschickt...
    • aern 24.12.2019 15:27
      Highlight Highlight Genau meine Meinung. Wir haben die Wahl, und die Verantwortung.
    • Saraina 25.12.2019 10:18
      Highlight Highlight Es wird nicht nur die Ware vernichtet, die zurückgeschickt wird, sondern auch die Überproduktion, die gar nie verkauft werden konnte. Und die dürfte bei dem billigen Schrott, den Amazon verkauft beachtlich sein.
  • Eidg. dipl. Tütenbauer 24.12.2019 09:42
    Highlight Highlight Hauptsache der gescheite Bezos scheffelt weiter Milliarden und macht tolle Steuerdeals. Da sollte unbedingt mal der Schmutzli mit der Rute und dem Sack Abhilfe schaffen.

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