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epa08175337 A view of the underfloor panel with the battery cell of a Mercedes-Benz electric car of the type EQC during a photo opportunity for the media at the Mercedes-Benz plant in Sebaldsbrueck, Bremen, Germany, 29 January 2020. More than 12,500 people are employed at the Bremen factory, where twelve different Mercedes-Benz car lines are produced.  EPA/DAVID HECKER

Blick auf den Unterboden eines Mercedes-Elektroautos EQC mit den Batteriezellen. Bild: EPA

Europa schlägt zurück – so will die Autoindustrie ihr Batterie-Problem lösen



Das Wichtigste in Kürze: Europa will sich bei der Fertigung von Batteriezellen unabhängiger von Asien machen. Für den Aufbau einer eigenen Produktion fliessen Milliarden. Berlin und Paris demonstrieren bei dem Vorhaben, das auch als «Airbus der Batterien» genannt wird, Einigkeit. Der Elektroauto-Pionier Tesla verfolgt eigene Pläne.

Was ist passiert?

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und die deutsche Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) wollen am Donnerstag das Startsignal für eine Pilotfertigung in Südwestfrankreich geben. Das milliardenschwere Projekt einer europäischen Batteriezellen-Massenproduktion für die Autoindustrie nimmt damit konkrete Formen an.

In Nersac bei Angoulême soll es nach Angaben des französischen Wirtschafts- und Finanzministers Bruno Le Maire auf längere Sicht rund 200 Arbeitsplätze geben. Ein erster Unternehmensverbund für den Aufbau einer europäischen Fertigung umfasst den Peugeot-Hersteller PSA, dessen deutsche Tochtergesellschaft Opel und die Total-Tochter Saft.

In einer zweiten Phase ist die Massenfertigung von Batterien in Douvrin (Pas-de-Calais) «ab Ende 2021» geplant und dann ab 2024 in Kaiserslautern (Deutschland). Bis gegen Ende des Jahrzehnts sollen an jedem der beiden Standorte fast 2000 Arbeitsplätze geschaffen werden, wurde berichtet.

Warum diese Allianz für die Batterie-Herstellung?

EU-Kommissionsvizepräsident Maros Sefcovic hatte 2017 eine Batterie-Allianz auf den Weg gebracht. Ziel ist es, rechtzeitig zu dem erwarteten Boom von Elektroautos in Europa Batteriefabriken aufzubauen. Deutschland und Frankreich, die bedeutende Automobilstandorte haben, engagieren sich dabei besonders.

Die deutche Regierung hatte Fördermittel von mehr als einer Milliarde Euro zugesagt. Beim geplanten zweiten europäischen Grossprojekt ist beispielsweise BMW dabei. Erst vor kurzem trafen sich Vertreter von vierzehn europäischen Staaten und mehr als 55 Unternehmen in Berlin, um weitere Schritte zu vereinbaren.

Für die deutsche Autoindustrie ist der Aufbau einer Batteriezellenfertigung strategisch wichtig, damit sie künftig an der Wertschöpfung beteiligt ist und das Feld nicht asiatischen Konzernen überlässt. Derzeit kaufen Hersteller Zellen in Asien und bauen diese dann selbst zu grossen Akkus für ihre Elektroautos zusammen.

Laut Medienberichten sind deutsche Hersteller von Batterieknappheit betroffen. Mercedes dementierte jedoch, dass die Produktionsziele massiv zurückgefahren wurden.

Sicher ist: Die gesamte Autobranche befindet sich in einem schwierigen Umbruch hin zu alternativen Antrieben. Dabei sind Millionen von Jobs in Gefahr.

Der deutsche IG-Metall-Chef Jörg Hofmann hatte vor kurzem gesagt, bei der Batteriezellenfertigung geschehe inzwischen deutlich mehr als vor zwei Jahren, auch wegen der Förderung der deutschen Regierung.

Was macht Tesla?

Für Schlagzeilen hatte gesorgt, dass laut Branchenkreisen und Medienberichten auch der US-Elektroauto-Pionier Tesla staatliche Subventionen für die Batteriezellenfertigung und -forschung in Deutschland beantragt hatte. Tesla will ein Werk in Brandenburg bauen. Unklar ist aber, ob sich Tesla an einem Grossprojekt beteiligen will.

(dsc/sda/dpa)

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31Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ravendark 31.01.2020 11:04
    Highlight Highlight Daumen hoch !
    Lieber später als nie.
  • covfefe 30.01.2020 13:26
    Highlight Highlight Solange das Lithium so abgebaut wird wie in Chile und Bolivien, gehört die Produktion von Akkus verboten.
    • AfterEightUmViertelVorAchtEsser_________________ 30.01.2020 14:47
      Highlight Highlight covfefe

      Und rund um die Erdöl-Bohrlöcher wachsen Blümchen und die Vöglein zwitschern voller Freude, weil die Erdölförderung für die Natur nur gutes tut. 🙄
  • Gasosio 30.01.2020 13:25
    Highlight Highlight „ Ziel ist es, rechtzeitig zu dem erwarteten Boom von Elektroautos in Europa Batteriefabriken aufzubauen.“

    Etwas spät im Januar 2020 erste Beschlüsse fassen.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 30.01.2020 12:50
    Highlight Highlight "Europa schlägt zurück"
    Die Franz. und Deutsche Regierung wirft ihren Autokonzernen einen goldenen Knochen zu, nachdem man 10 Jahre lang geschlafen hat.
    Nur habe halt alle anderen Hersteller, sowohl von Batterien als auch von Elektroautos einige Jahre Vorsprung....
    • Grötzu 30.01.2020 21:39
      Highlight Highlight Hayek mit der Bieler Ing.Schule haben vor x Jahren einen Smart mit 4 E-Motoren gebaut. Wurde übernommen von Mercedes und zurückgestuft auf Verbrenner. Tja damals besser darüber nachgedacht und weiter entwickelt.
  • RichDonaldSaveUs 30.01.2020 12:37
    Highlight Highlight Nicht mal 1% sind Elektroautos und schon Batterieprobleme. Autohersteller produzieren einen gewissen Anteil E-Autos damit sie weniger Abgaben zahlen müssen. Die Lithiumgewinnung ist auch sehr viel umweltfreundlicher als Erdoel 🤦‍♂️
  • Sherlock_Holmes 30.01.2020 12:28
    Highlight Highlight Ein grosses Problem ist nach wie vor der Abbau von Kobalt und Lithium.

    Die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt sind katastrophal.

    Deshalb ist die Entwicklung einer neuen Akku-Generation mit viel weniger Kobalt in den Kathoden unumgänglich. – Nebst einem effizienten und nachhaltigen Recycling.

    https://www.welt.de/wirtschaft/article169621504/Dieses-Metall-wird-zum-Problemkind-der-Elektromobilitaet.html

    Die Forschung braucht dazu jedoch einen langen Atem.

    https://www.nzz.ch/meinung/chemienobelpreis-2019-gruene-technologie-mit-makeln-ld.1514349

    Schliesslich ist auch der Strommix entscheidend.
    • DerHans 30.01.2020 13:28
      Highlight Highlight Haben sie keinen aktuelleren Artikel über Lithium als einen aus 2017 und dann noch von welt.de? Das Kobalt interessiert komischerweise nur beim BEV, wo her es kommt. Für die Härtung von Nockenwellen und Werkzeugen interessiert es niemanden.
    • WID 30.01.2020 13:29
      Highlight Highlight @Sherlock_Holmes: Entscheidend ist, wieviel weniger gefahren wird, wieviele Autos weniger produziert werden müssen, wieviel kleiner und leichter die Autos sein werden. Und der Strommix natürlich auch.
    • Sherlock_Holmes 30.01.2020 15:18
      Highlight Highlight @ DerHans

      Der NZZ-Artikel von 2019 greift den Abbau von Lithium ebenfalls auf.

      Dass über Kobalt bei Verwendung in Akkus mehr gesprochen wird, als bei anderen Anwendungen, hat mit der viel breiteren Diskussion der Elektromobilität zu tun.

      Je nach Anwendung dürfte zudem die benötigte Menge variieren.

      Schliesslich gibt es kaum eine Technologie ohne Schattenseiten.

      Es braucht im Hinblick auf nachhaltige, umweltfreundliche Technologien eine breite Forschung, nebst einem massiv sparsameren Konsum.

      Letztlich entscheidend ist die Wirksamkeit, verbunden mit kleinstmöglichen negativen Folgen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Toerpe Zwerg 30.01.2020 11:41
    Highlight Highlight Das wird ein Fass ohne Boden.
    • ursus3000 30.01.2020 12:47
      Highlight Highlight Ein Fass ohne Boden ist ein Rohr.
    • Toerpe Zwerg 30.01.2020 13:28
      Highlight Highlight Sauglatt
    • Dominik Treier 30.01.2020 15:56
      Highlight Highlight Nichts zu tun, wird aber ein harter Boden ohne Fass. Ob das besser ist Toerpe?...
  • Duden 30.01.2020 10:04
    Highlight Highlight Wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

    Ich hoffe, dass in Europa die Batterieproduktion umweltverträglicher abläuft als in China.
    • WID 30.01.2020 13:28
      Highlight Highlight @Duden: ja, bei uns werden die dreckigen Rohstoffe sauber verarbeitet, um sie dann schmutzig in Afrika zu entsorgen.
    • Dominik Treier 30.01.2020 15:58
      Highlight Highlight Ich finde den Zynismus ja teilweise angebracht, aber warum setzt man sich denn nicht dafür ein das eine solche Praxis verboten wird, anstatt neue Lösungen für eine CO2-ärmere Mobilität mies zu machen WID?
    • WID 30.01.2020 16:01
      Highlight Highlight @Dominik Treier: Darum: Konzernverantwortungsinitiative JA!
    Weitere Antworten anzeigen
  • DerHans 30.01.2020 09:56
    Highlight Highlight Diese Zellfertigung ist heute schon 5 Jahre zu spät und bis Ende 2021 sind es dann schon 7 Jahre. Bis vor kurzem hat man bei der eigenen Zellfertigung gelächelt und abgewunken. Nun da Tesla als Ami-Hersteller Subventionen abgreifen möchte, bricht die EU in Panik aus. Als würde ein Fuchs in den Hühnerstall eindringen.
    • 7immi 30.01.2020 14:00
      Highlight Highlight @derhans
      Die Batterietechnologie entwickelt sich stetig weiter. Die Europäer steigen zu einem ganz anderen Zeitpunkt ein als Tesla und profitieren von den gemachten Fehlern, was ganz normal ist. Auch Tesla stieg 60 Jahre (?) später in den Automobilmarkt ein und musste anfangs zwar Lehrgeld zahlen, konnte aber in verschiedenen Bereichen aufholen. Später einzusteigen bedeutet auch, mit neuen Technologien zu starten. Es sind andere Rahmenbedingungen, das kann man nicht so einfach vergleichen.
    • DerHans 30.01.2020 14:35
      Highlight Highlight @7immi nach ihrer Theorie hätte Tesla ja diese Fehler nicht machen müssen, da sie es ja den Anderen, welche schon 60 Jahre im Geschäft sind, abschauen konnten. Tesla hat all seine Patente frei gegeben und was bringt die Konkurrenz zustande? E-Tron, EQC und Taycan!? Na dann gute Nacht mit der Zellfabrik. Tesla hat den Rückstand aufgeholt weil das Produkt trotz katastrophalen Spaltmassen (damals), dem Verbrenner überlegen ist. Und jetzt sollen die Europäer aus dem Nichts einen Wunderakku zaubern?
    • 7immi 30.01.2020 14:59
      Highlight Highlight @hans
      Tesla konnte auf fundiertes Materialwissen aufbauen, das die alten Hersteller seinerzeit nicht hatten. Auch gibt es heute vershiedene Hersteller von Pressen, Logistiksystemen, Fertigungsrobotern, KANBAN-Regelsystemen uvm, die eingekauft werden können und früher selbst entwickelt wurden. Die Randbedingungen haben sich also geändert. Und das ist bei den Akkus auch so. Ausserdem forscht Deutschland schon immer an der Spitze mit Japan und den USA mit, was Akkus angeht. Es ist übrigens nicht "meine Theorie" sondern Technikgeschichte. Pioniere waren immer die ersten, wurden aber selten alt...
  • rburri38 30.01.2020 09:55
    Highlight Highlight Gut so. Was Europa kann, ist Qualität. Da sind wir allen anderen Kontinenten weiterhin Jahrzehnte vorraus. Das müssen wir nutzen - Für Elektroautos, für Batterien, und schön wäre auch endlich ein High-End europäisches Smartphone.
    • RichDonaldSaveUs 30.01.2020 12:40
      Highlight Highlight Am besten eines das mit Lithium aus Bolivien und Chile stammt. Esse jetz gleich mal 2-3 Batterien, die sollen ja so gesund sein.
    • Edwin Schaltegger 30.01.2020 13:03
      Highlight Highlight Wie heisst es: Hochmut kommt vor dem Fall!
      Der europäische Qualitätsvorsprung ist Vergangenheit! Die Qualitätsstandards in der industriellen Produktion z.B. In Japan und in den USA sind mindestens ebenbürtig, wenn nicht besser. Sagt ihnen "Kaizen" etwas? Dies musste die deutsche Automobilindustrie von Japan lernen und hat es übernommen.
    • DerHans 30.01.2020 13:29
      Highlight Highlight @Rich
      Dazu sollten sie noch einen Schluck Multivitamin Diesel geniessen.
    Weitere Antworten anzeigen

Österreich hat ein Problem: Warum sich niemand traut, diesen Tesla zu entsorgen

Dominik Freymuth fühlt sich einfach «verarscht». Anfang Oktober setzte der Tiroler nach einem Hustenanfall seinen Tesla vor die Wand. Der Beginn einer Odyssee durch die absurde Welt der E-Mobilität.

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