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Intel kann weiterhin Modems entwickeln, aber nicht für Smartphones ... bild: shutterstock

Apples Alleingang geht weiter – alle Fakten zum Milliarden-Deal mit Intel



Was ist passiert?

Apple holt sich eine weitere Schlüsseltechnologie für iPhones ins eigene Haus: Der Konzern kauft Intel die Mehrheit seiner auf Smartphone-Modems spezialisierten Sparte ab.

Die Übernahme bestätigt frühere Gerüchte, dass Apple den amerikanischen Chiphersteller erwerben wolle, um sich dauerhaft von Qualcomm zu lösen.

Mit dem etwa eine Milliarde Dollar schweren Deal werden rund 2200 Mitarbeiter zu Apple wechseln, ein grosser Teil davon in Deutschland.

Intel wird weiterhin die Möglichkeit haben, Mobilfunk-Modems zum Beispiel für PCs, autonome Autos sowie vernetzte Geräte im Internet der Dinge zu entwickeln, wie die Unternehmen am Donnerstag mitteilten.

Warum tut Apple das?

Modems sorgen dafür, dass sich die Smartphones in Mobilfunk-Netze einwählen können. Das allein macht sie zu einem zentralen Bauteil der Computer-Handys – und mit den kommenden superschnellen 5G-Netzen wird ihre Bedeutung noch weiter steigen.

Der Zukauf passt zu Apples Strategie, die wichtigsten Technologien für seine Geräte selbst in der Hand zu haben. Das Paradebeispiel dafür war die Entscheidung, eigene Prozessoren für iPhones und iPads sowie die Computer-Uhr Apple Watch zu entwickeln. Das gibt dem Konzern unter anderem die Möglichkeit, Leistung und Architektur der Chips an die Bedürfnisse der Geräte anzupassen.

Dabei konnte Apple mehrfach das Innovationstempo vorgeben: So bekamen die iPhones seinerzeit als erste Smartphones Chips mit 64-Bit-Technologie für mehr Leistung sowie Prozessoren auf Basis von 7-Nanometer-Technik, bei der Schaltkreise enger gesetzt werden können.

Wo ist bei den iPhone-Modems das Problem?

Bei den Modems ist Apple bisher dagegen stark von Zulieferern abhängig gewesen – vor allem Qualcomm und Intel. Qualcomm ist ein bekannter Anbieter in der Branche und liefert neben Modems auch die Hauptprozessoren vieler Android-Smartphones. Das Geschäftsmodell des Konzerns ist jedoch umstritten, vor allem wegen seiner Politik, den Kauf einer Lizenz für seine Patente zur Voraussetzung für Chip-Lieferungen zu machen.

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screenshot: 9to5mac

Qualcomm lieferte zeitweise exklusiv Modem-Chips für iPhones, dann holte Apple Intel als zweiten Lieferanten ins Boot. Intel war in das Geschäft mit dem Kauf der entsprechenden Sparte der deutschen Halbleiter-Firma Infineon eingestiegen.

Zwischen Apple und Qualcomm entbrannte unterdessen ein heftiger Streit. Der iPhone-Konzern warf dem Chip-Spezialisten unter anderem überhöhte und unfaire Preise vor, Qualcomm konterte mit dem Vorwurf der Patentverletzung.

Der festgefahrene Streit wurde vor einigen Monaten überraschend beigelegt – noch während Anwälte von Apple und Qualcomm Spitzen im zentralen Prozess in Kalifornien austauschten. Die Einigung sieht vor, dass Qualcomm Apple mehrere Jahre Modem-Chips liefern wird.

Laut Medienberichten könnte eine entscheidende Rolle dafür gespielt haben, dass Intel Probleme bei Modems für den kommenden 5G-Datenfunk hatte. Demnach musste Apple sich auf einen Deal mit Qualcomm einlassen, um wenigstens die iPhone-Modelle des Jahres 2020 mit 5G-Modems ausstatten zu können. Intel kündigte dagegen nach Bekanntgabe von Apples Einigung mit Qualcomm an, aus dem Geschäft mit Smartphone-Modems auszusteigen.

Wie schnell gibts Apple-Modems fürs iPhone?

Hinweise darauf, dass Apple am Modem-Geschäft interessiert ist, gab es schon seit einiger Zeit. Unter anderem legte der Konzern einen Standort unweit der Qualcomm-Zentrale in San Diego an und warb auch Mitarbeiter ab.

Das Online-Medium The Information berichtete, bei Einstellungsgesprächen sei das Jahr 2025 als Zielmarke für eigene Modems genannt worden. Die Kontrolle über die Intel-Sparte könnte den Zeitplan beschleunigen. Und eine Integration des Modems in den hauseigenen Hauptprozessor würde helfen, die Geräte noch ein Stück kompakter zu machen.

Apple arbeitet auch daran, die Grafik-Technologie seiner Geräte federführend selbst zu entwickeln. Gleichzeitig bekommt der iPhone-Konzern mit dem Zukauf der Intel-Sparte einen Patentschatz in die Hand, der als Abschreckung gegen mögliche künftige Patentklagen von Qualcomm dienen könnte.

Wie geht es mit den Mac-Computern weitern?

Schon seit längerem wird auch spekuliert, Apple könnte bei seinen Mac-Computern von Intel-Chips auf Prozessoren aus eigener Entwicklung umsteigen. In den vergangenen Jahren hatte es wiederholt Situationen gegeben, in denen Verzögerungen in der Chip-Entwicklung bei Intel das Tempo bei der Markteinführung neuer Apple-Computer bestimmten.

Zugleich wäre ein solcher Umstieg eine grosse technische Herausforderung – Apple müsste eine Lösung finden, um Intel-kompatible Programme auf den Geräten laufen zu lassen.

(dsc/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • dmark 26.07.2019 10:43
    Highlight Highlight Wenn man die Geschichte betrachtet und sich mal anschaut, wie Chipentwickler / -hersteller in der Vergangenheit ihre Besitzer wechselten oder gleich ganz aufgelöst, bzw. fusioniert wurden, dann ist dies ein "weiches" Gelände.
  • bruder klaus 26.07.2019 10:40
    Highlight Highlight Ich erachte die Entwicklung des Zukaufs als gefährlich. Apple macht damit anderen Herstellern die Türe zu (oder verdient kräftig daran). Ein Grund mehr, mich nicht für Apple-Produkte zu entscheiden, welche ich auch aufgrund der Qualität zum Preis nicht als gut erachte.
    • rüpelpilzchen 26.07.2019 12:17
      Highlight Highlight Intel hat doch das Geschäft selbst zu gemacht, als Apple von Qualcomm verklagt wurde, und daraufhin weiterhin von da Chips beziehen muss.
      Apple macht also das Gegenteil von dem, was du ihnen unterstellst; Sie halten Qualcomm davon ab, der einzige Anbieter zu sein.
      Dein Kommentar macht also wenig Sinn.
  • SwissWitchBitch 26.07.2019 07:42
    Highlight Highlight "die Innovationstempo vorgeben"
    Entweder das Tempo oder die Tempi, liege ich falsch?
    • @schurt3r 26.07.2019 07:45
      Highlight Highlight Du liegst goldrichtig :)

      Habs korrigiert, danke.
    • Raro Wetzel 26.07.2019 16:15
      Highlight Highlight beide Formen sind möglich:

      Der Plural von Tempo in der Bedeutung »Geschwindigkeit« ist ungebräuchlich. In der Bedeutung »musikalisches Zeitmaß« lautet der Plural die Tempi oder die Tempos, in der Fachsprache der Musik aber nur die Tempi.

      (c) Duden ‒ Das Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle, 8. Aufl. Berlin 2016
    • Raro Wetzel 26.07.2019 16:17
      Highlight Highlight Beide Formen sind möglich:

      Der Plural von Tempo in der Bedeutung »Geschwindigkeit« ist ungebräuchlich. In der Bedeutung »musikalisches Zeitmaß« lautet der Plural die Tempi oder die Tempos, in der Fachsprache der Musik aber nur die Tempi.

      Duden ‒ Das Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle, 8. Aufl. Berlin 2016
  • nachwievor 26.07.2019 07:36
    Highlight Highlight Kartell auf Raten? Vielleicht wirds ein neuer Trend, die Wettbewerbskomission zu umgehen indem man Stück für Stück fusioniert ;)
  • Buonarroti 26.07.2019 07:27
    Highlight Highlight "Der Zukauf passt zu Apples Strategie, die wichtigsten Technologien für seine Geräte selbst in der Hand zu haben."
    Das Display ist ja Nebensache :/
    • @schurt3r 26.07.2019 08:01
      Highlight Highlight Nein. Angesichts der Spannungen zwischen Japan und Südkorea tut Apple gut daran, die Abhängigkeit von Samsung zu verkleinern ...

      https://www.watson.ch/!991076927

  • Belzebuub 26.07.2019 07:10
    Highlight Highlight "Der iPhone-Konzern warf dem Chip-Spezialisten unter anderem überhöhte und unfaire Preise vor [...]." Als ob Apple nicht auch überhöhte Preise hätte 🤣
    • Scaros_2 26.07.2019 08:18
      Highlight Highlight Ja genau. Ich meine, wären die Preise der Chips günstiger, dann müsste Apple auch nicht so verdammt teure Smartphones anbieten.

      ...
      ..
      .
      Wait! *lol*
    • Sarkasmusdetektor 26.07.2019 08:28
      Highlight Highlight Alles nur wegen Qualcomm. Jetzt werden iPhones viel billiger werden. Garantiert. 😉
    • EvilBetty 26.07.2019 09:34
      Highlight Highlight @Friedhofsgärtner: das wollen die Hater nicht hören. Auch nicht dass die immer wieder aufkommenden «wenn ich das selbst zusammenbau ist es viel günstiger aber genau so gut»-Kisten in den Benchmarktests dann jedesmal abkacken.
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