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epa04716269 Some of a group of 545 migrants sit on the deck of the Italian navy 'Chimera' vessel while rescue workers gather in front of it as the vessel arrives in Salerno, Italy, 22 April 2015. Of these migrants, about fifty will remain in Campania region, the others will be transferred in Piemonte, Lombardia, Liguria, Veneto, Emilia Romagna, Lazio and Calabria regions. More than 600 would-be asylum seekers reached Italy's shores early 22 April, days after a deadly Mediterranean shipwreck, while top officials from the European Union and African Union were due to discuss migration at talks in Brussels. The Italian navy wrote on Twitter that 446 migrants who were rescued Tuesday some 150 kilometers south-east of the coast of the southern region of Calabria were disembarked in Augusta, Sicily. A further 112 migrants, picked up by the coast guard late on Tuesday from a sinking dinghy at about 90 kilometers north-east of Tripoli, reached the island of Lampedusa, Italy's southern outpost.  EPA/CIRO FUSCO

Die Flüchtlinge im Mittelmeer sind zum Politikum geworden. Eine Lösung hat bisher niemand. Bild: EPA/ANSA

Werden die Flüchtlingsboote im Mittelmeer künftig gezielt zerstört?

Beim heutigen EU-Sondergipfel anlässlich der jüngsten Flüchtlingstragödie im Mittelmeer soll es laut einem vorab bekannt gewordenen Erklärungsentwurf auch um militärische Massnahmen gegen Schlepper gehen.



In dem Papier, das die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch einsehen konnte, ist von «systematischen Anstrengungen» die Rede, «um die Boote zu identifizieren, aufzubringen und zu zerstören», bevor sie von Schleusern eingesetzt werden könnten.

Die EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini werde zu diesem Zweck beauftragt, «im Einklang mit dem internationalen Recht unverzüglich mit Vorbereitungen für eine mögliche Sicherheits- und Verteidigungsoperation zu beginnen». Erste Beratungen über den Entwurf hätten einen politischen Willen zu einem «starken Signal» gezeigt, erfuhr die AFP aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen.

European Union High Representative Federica Mogherini arrives for a meeting of EU foreign ministers at the EU Council building in Luxembourg on Monday, April 20, 2015. An Italian coast guard ship headed toward Sicily Monday to look for survivors of a capsized ship in what could be the Mediterranean's deadliest migrant tragedy, as EU foreign ministers gathered for an emergency meeting to discuss the crisis. (AP Photo/Thierry Monasse)

Federica Mogherini, Aussenbeauftragte der EU. Bild: Thierry Monasse/AP/KEYSTONE

Die Forderungen des italienischen Regierungschef Matteo Renzi müssten ernst genommen werden, betonte ein ranghoher EU-Vertreter in Brüssel. Renzi hatte zuvor die Prüfung von möglichen «gezielten Interventionen» gegen Schleuser in Libyen gefordert. Das Land ist zu einer Hauptdrehscheibe des Menschenschmuggels nach Europa geworden.

Mehr in die Seerettung investieren

Die EU-Staats- und Regierungschefs kommen am Donnerstag zu ihrem Sondergipfel in Brüssel zusammen. Das Treffen war angesetzt worden, nachdem in der Nacht zum Sonntag vor der Küste Libyens rund 800 Flüchtlinge ums Leben kamen.

Die EU-Aussen- und Innenminister hatten sich bei einem Krisentreffen bereits auf einen Zehn-Punkte-Plan geeinigt, der unter anderem eine Ausweitung der Seenotrettung und einen entschlossenen Kampf gegen Schlepperbanden vorsieht. (feb/sda/afp)

Zivile Schiffe als Retter im Mittelmeer

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Zivile Schiffe als Retter im Mittelmeer
quelle: epa/dpa / opielok offshore carriers / opielok offshore carriers
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Die Flucht übers Mittelmeer

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Die Flucht übers Mittelmeer
quelle: epa/ansa / franco lannino
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