DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bundesrat soll Pflichtabgabe auf Medikamente prüfen

10.03.2015, 00:39

Der Bundesrat muss in einem Bericht aufzeigen, wie die Studienlage bei Arzneimitteln verbessert werden kann. Der Nationalrat hat am Montag ein Postulat der nationalrätlichen Gesundheitskommission mit 91 zu 77 Stimmen bei einer Enthaltung angenommen.

Heute bestehe in der medizinischen Forschung eine Lücke, begründete die Kommission ihren Vorstoss. Medikamente, bei denen das Patent abgelaufen sei, würden nicht mehr erforscht. Dies sei für die Pharmaindustrie aus finanzieller Sicht schlicht nicht interessant.

Wie wird in Zukunft mit abgelaufenen Medikamenten umgegangen?
Wie wird in Zukunft mit abgelaufenen Medikamenten umgegangen?
Bild: KEYSTONE

Die Kommission will deshalb vom Bundesrat wissen, wie die Studienlage für Medikamente mit abgelaufenem Patentschutz verbessert werden kann. Zudem soll er prüfen, ob die Pharmaindustrie zur Mitfinanzierung von Studien verpflichtet werden könnte, etwa mit einem umsatzabhängigen Pflichtbeitrag. Auch die Zugänglichkeit von Forschungsdaten soll gemäss Kommission verbessert werden.

Der Bundesrat hatte den Vorstoss zur Ablehnung empfohlen. Mit dem seit Anfang 2014 gültigen Humanforschungsgesetz seien bereits Erleichterungen für gewisse Studien eingeführt worden. Auch von einer Pflichtabgabe hält der Bundesrat nichts. Dies wäre ein schlechtes Zeichen an den Forschungs- und Industriestandort Schweiz, schrieb er in der Antwort auf das Postulat. Die Pharmaindustrie trage schon heute einen grossen Teil der Forschungskosten.

Prüfen will der Bundesrat allerdings, ob die Forschungs-Kooperationsplattform SCTO (Swiss Clinical Trial Organisation) ab 2017 durch einen direkten Bundesbeitrag unterstützt werden könnte. Bis Ende 2016 läuft die Unterstützung über den Schweizerischen Nationalfonds (SNF). (feb/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Kommentar

Corona ist kein Blankoscheck für jede Einschränkung

In der Corona-Politik haben Repression und Grundrechtsverletzungen nichts verloren: Warum das Bundesgerichtsurteil wegweisend sein muss.

Vor 16 Monaten hiess es in einem Kommentar bei watson: «Die Grundrechte gelten immer noch.» Es war ein Appell an alle Politikerinnen und Polizisten, fundamentale Grundrechte zu respektieren. Diese Haltung setzte sich diese Woche auch vor der höchsten Schweizer Rechtsinstanz durch: Das Bundesgericht urteilte in einem historischen Entscheid, dass Corona kein Blankoscheck für jede Einschränkung ist.

Der Rüffel richtete sich gegen den Kanton Bern, der völlig unverhältnismässig während 133 Tagen …

Artikel lesen
Link zum Artikel