International
Afrika

Nach Unruhen: Äthiopien ruft Notstand in Amhara-Region aus

This image made from undated video released by the state-owned Ethiopian News Agency on Monday, Nov. 16, 2020 shows Ethiopian military sitting on an armored personnel carrier next to a national flag,  ...
Äthiopisches Militär in der Amhara-Region.Bild: keystone

Nach Unruhen: Äthiopien ruft Notstand in Amhara-Region aus

04.08.2023, 16:0104.08.2023, 16:28
Mehr «International»

Äthiopiens Regierung hat nach tagelangen Unruhen den Ausnahmezustand in der nordwestlichen Region Amhara ausgerufen. In einer Mitteilung des Kabinetts von Ministerpräsident Ahmed Abiy am Freitag hiess es, die zugespitzte Sicherheitskrise verursache schwerwiegende soziale und wirtschaftliche Schäden.

Seit einigen Tagen hatten sich amharische Milizen Berichten zufolge Kämpfe mit Regierungstruppen geliefert und die Kontrolle über mehrere Städte in der Region übernommen.

Bereits seit Monaten kommt es in der Region, die im Süden an Tigray grenzt, immer wieder zu Unruhen. Im April hatte die äthiopische Regierung entschieden, die regionalen Spezialeinheiten in dem Vielvölkerstaat aufzulösen und zu zentralisieren. Im Rahmen des Ausnahmezustands hat die äthiopische Regierung nun die Befugnis, die in der äthiopischen Verfassung verankerten politischen und demokratischen Rechte auf unbestimmte Zeit auszusetzen. Zwar steht eine Bestätigung durch das Parlament noch aus, die Zustimmung gilt jedoch als Formalität. Abiys Partei hält im Parlament eine überwältigende Mehrheit.

Erst im vergangenen Jahr war ein mehrjähriger Bürgerkrieg in der äthiopischen Region Tigray zu Ende gegangen. Die Amhara-Milizen hatten im Konflikt zwischen Tigray und der Zentralregierung noch an der Seite der Regierung gekämpft. Trotz des Endes des Konflikts halten die Amhara-Milizen weiterhin die Region West-Tigray, die von beiden Volksgruppen beansprucht wird. Die Amharen fürchten Vergeltungsaktionen aus Tigray, sollten ihre Sicherheitskräfte entwaffnet werden.

(yam/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2
Grünes Licht für Nato-Verbindungsbüro in Genf

Die Nato eröffnet in Genf ein multilaterales Verbindungsbüro zu den dort ansässigen internationalen und nichtstaatlichen Organisationen. Dazu hatte der Bundesrat seine Zustimmung gegeben, unterschrieben wurde das Abkommen am Montag.

Zur Story