International
Afrika

Westafrika fordert von der EU 50 Millionen Euro für Eingreiftruppe

Westafrika fordert von der EU 50 Millionen Euro für Eingreiftruppe

03.06.2017, 17:1703.06.2017, 17:34

Mehrere westafrikanische Länder fordern 50 Millionen Euro von der Europäischen Union (EU), um eine multinationale Truppe im Kampf gegen militante Islamisten-Gruppen in der Region auf die Beine zu stellen. Hinter dem Hilferuf stehen die Länder Tschad, Niger, Burkina Faso, Mali und Mauretanien.

Die Länder würden die EU um finanzielle Unterstützung für Aufbau und Unterhalt der Eingreiftruppe bitten, sagte der malische Militärchef am Samstag in Bamako bei einem Treffen mit seinen Kollegen aus den sogenannten G5-Staaten, EU-Diplomaten und Offizieren der französischen Anti-Terror-Operation Barkhane. Die G5-Aussenminister wollen am Sonntag zu Beratungen zusammenkommen.

Länderübergreifende Bedrohung

Die Sahel-Region wurde in den vergangenen Jahren zunehmend zu einem Operationsgebiet von dschihadistischen Gruppen wie Al-Kaida und Islamischer Staat (IS). Im vergangenen Jahr schlugen die G5-Staaten den Aufbau einer multinationalen Eingreiftruppe vor, um die länderübergreifende Bedrohung anzugehen.

Einheiten von je 100 gut ausgebildeten Soldaten sollten direkt in Dschihadisten-Gebieten stationiert werden, um rasch auf Gefahren reagieren zu können. Die Umsetzung des Plans lässt allerdings unter anderem wegen finanzieller Probleme auf sich warten.

Europäische Staaten wie Deutschland und Frankreich befürchten, dass die Extremisten auch für Europa zur Bedrohung werden könnten, wenn sie vor Ort nicht gestoppt werden. Frankreich betreibt daher mit etwa 4000 Soldaten in den fünf Staaten die Anti-Terror-Operation Barkhane.

2013 hatten französische Truppen in dem Land interveniert und den Vormarsch militanter Islamisten vom Norden aus in Richtung der Hauptstadt Bamako gestoppt.

(dsc/sda/reu)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2
Trump spricht vom Kriegsende – während er die Strasse von Hormus sperren lässt
US-Präsident Donald Trump hat in einem Interview ein baldiges Ende des Iran-Kriegs angedeutet. Die Blockade der Strasse von Hormus durch US-Streitkräfte setzt Teheran unter Druck – und ist zugleich nicht unproblematisch für Trump.
«I view it as very close to over» («Ich glaube, er ist fast vorbei»), sagte Donald Trump in einem Interview mit dem US-Fernsehsender Fox News über den Iran-Krieg. Und gegenüber Jonathan Karl von ABC News erklärte er, er denke nicht daran, den Waffenstillstand zu verlängern – er halte dies nicht für notwendig. «Ich glaube, Sie werden in den nächsten zwei Tagen etwas Unglaubliches erleben», sagte er. «Das glaube ich wirklich.» Der Iran habe jetzt ein anderes Regime, denn die Radikalen seien ausgeschaltet worden: «Sie sind weg, nicht mehr unter uns.»
Zur Story