International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Analyse

Der Trump-Faktor: Das Versagen der Eliten lässt Lügner triumphieren

Bild: AP

Donald Trumps Wahl zum US-Präsidenten ist schockierend und doch logisch. Zu lange haben die Eliten in Politik und Wirtschaft jene ignoriert, die sich als Verlierer der Globalisierung fühlen – auch in der Schweiz. Bleibt es dabei, ist die liberale Demokratie in Gefahr.



Viele in Amerika sind an diesem Mittwoch wie aus einem bösen Traum erwacht. Nur um festzustellen, dass der wahre Albtraum vielleicht gerade erst begonnen hat. Was sie bis zuletzt nicht wahrhaben wollten, ist eingetreten: Der Nation stehen vier Jahre unter Präsident Donald J. Trump bevor. Das Wetter in seiner Heimatstadt New York, die sich politisch auf einem ganz anderen Planeten befindet, passte zur Stimmungslage: Es war trüb und nass.

Doch Phantomschmerzen können schlimmer sein als reale Pein. Und Verlustängste tun besonders weh.

Im Hipsterviertel Williamsburg, in dem ich meine temporäre Bleibe habe, waren die Menschen an «11/9», wie der Tag bereits genannt wird, noch immer fassungslos. Wie konnte das passieren? Wie konnten die Amerikaner einen vulgären Schreihals wählen, dessen Auftritte vor Lügen nur so strotzten? Der wegen Lappalien die Selbstkontrolle verliert und auf das Amt überhaupt nicht vorbereitet ist? Der ein problematisches Verhältnis zu Frauen hat? Und der nun die stärkste Armee und das grösste Atomarsenal der Welt kommandieren wird?

Donald Trumps Wahlsieg ist eine Blamage für die Medien und Demoskopen, die überwiegend mit einem Erfolg von Hillary Clinton gerechnet haben. Er entzauberte vermeintliche Gurus wie den Statistiker Nate Silver, der 2008 und 2012 den Wahlausgang verblüffend genau prognostiziert und ein vermeintlich narrensicheres Modell entwickelt hatte. Nun lag auch er total daneben.

Nicht das FBI oder die E-Mails

Vordergründig ist Clinton schuld. Sie war eine schwache Gegenkandidatin. Mit zu vielen Skandalen ist ihr Name verknüpft, zu eklatant war ihre Unfähigkeit, die Menschen für sich zu begeistern. Eine Analyse der «New York Times» zeigt, dass sie von Schwarzen und Latinos deutlich weniger Unterstützung erhielt als Barack Obama, den sie als einen der ihren betrachten. Der Schlussspurt der Latinos, den US-Medien vermeldeten, war nur ein Strohfeuer.

Und dennoch: Für Clintons Scheitern sind nicht das FBI oder ihre E-Mails verantwortlich. Den Schlüssel zu Donald Trumps Erfolg konnte man bereits am frühen Dienstagabend den Exit Polls entnehmen. Demnach denken mehr als 60 Prozent der Amerikaner, ihr Land bewege sich in die falsche Richtung. Dieser Befund ist nicht neu, Umfragen belegen ihn schon seit Jahren. Deshalb hat Trumps schockierender Sieg seine Logik: Irgendwann musste es zum grossen Knall kommen.

Viele vorab weisse Amerikaner empfinden eine tiefe Frustration. Sie fühlen sich als Verlierer der Globalisierung. Tatsächlich sind Millionen gut bezahlter Mittelstands-Jobs in Billiglohnländer abgewandert. Eine Grundkonstante der Einwanderungsnation USA, wonach es jeder Generation besser gehen soll als jener der Eltern, gilt nicht mehr. Das erzeugt Ängste auch bei jenen, die nicht betroffen sind. Zahlreiche Trump-Wähler verfügen über ein anständiges Einkommen. Doch Phantomschmerzen können schlimmer sein als reale Pein. Und Verlustängste tun besonders weh.

So denken die Trump-Fans. video: watson/peter blunschi

Man füge eine Prise Rassismus hinzu – die Angst der Weissen vor dem Ende ihrer historischen Vormachtstellung –, und man versteht, warum Donald Trump Präsident wurde, obwohl ihn die Amerikaner laut den Umfragen noch weniger mögen und ihm noch weniger vertrauen als Hillary Clinton. Die Demokraten machten sich lustig über seinen Slogan «Make America great again», besonders über das «wieder». Doch so empfinden seine Anhänger.

Das Problem beschränkt sich nicht auf die USA. Wir haben in der Schweiz unseren eigenen 11/9-Moment erlebt, am 9. Februar 2014.

Der 11/9-Moment der Schweiz

Es ist das eklatante Versagen der Eliten in Politik und Wirtschaft, dass sie jahrelang ignorierten, was sich in ihrem Land zusammenbraute. Das beginnt mit den Republikanern. Die parteiinternen Rivalen nahmen Donald Trump so lange nicht ernst, bis sie von ihm weggefegt wurden. Versagt haben auch die Demokraten, die längst die Partei von Wall Street, Hollywood und Silicon Valley sind. Sie glaubten, die «Obama-Koalition» aus Jungen, gut Ausgebildeten und Minderheiten werde ihre Vormacht auf Jahre hinaus zementieren. Nun stehen sie vor einem Trümmerhaufen.

Das Problem beschränkt sich nicht auf die USA. Wir haben in der Schweiz unseren eigenen 11/9-Moment erlebt, am 9. Februar 2014. Die Masseneinwanderungs-Initiative konnte nur angenommen werden, weil auch bei uns die politischen und wirtschaftlichen Eliten die Stimmung im Volk völlig unterschätzt hatten. Sie ignorierten oder verharmlosten die Wut vieler Menschen über die Folgen der starken Zuwanderung: hohe Wohnkosten, volle Züge, Angst vor Arbeitslosigkeit im Alter.

Republican presidential nominee Donald Trump views a replica of the Oval Office on a tour of the Gerald Ford Presidential Museum in Grand Rapids, Michigan, U.S. September 30, 2016. REUTERS/Jonathan Ernst

Donald Trump in einer Replika des Oval Office. Bald wird er das Original beziehen. Bild: JONATHAN ERNST/REUTERS

Nun muss sich das Parlament mit den Folgen der Abstimmung und ihrer Umsetzung abmühen. Ähnlich lief es dieses Jahr in Grossbritannien. Auch dort wollten viele Elite-Vertreter nicht wahrhaben, dass das Volk für den Austritt aus der Europäischen Union stimmen könnte. Nun muss die Regierung sich mit den Folgen des Brexit-Entscheids herumschlagen. Donald Trump, der Sohn einer schottischen Mutter, hat im Wahlkampf wiederholt Parallelen zum Brexit gezogen. Zu Recht.

Trumps Auftritt als Wahlsieger

Die Arroganz der Globalisierungs-Profiteure rächt sich bitter. Eine am Dienstag veröffentlichte UBS-Studie belegt, dass die Haushaltseinkommen der Mittelstands-Familien in vielen Industrieländern seit Jahrzehnten nicht mehr gestiegen sind. Dies sei die Hauptursache für den Aufstieg der Populisten. In der Schweiz sei die Entwicklung weniger schlimm, meinten die UBS-Experten. Der MEI-Entscheid zeigt jedoch, dass auch wir für populistische Ideen anfällig sind.

Obamas grösstes Versagen

In den USA hingegen geht es mit dem Mittelstand bereits seit den 70er Jahren bergab. Seit damals stagnieren die Einkommen. Die Finanzkrise von 2008 hat den Trend massiv verstärkt. Die Eliten kümmerte dies kaum. Barack Obamas vielleicht grösstes Versagen als Präsident war sein zögerliches Verhalten gegenüber den Wall-Street-Banken, die viele Amerikaner für ihre Misere verantwortlich machen. Die Regierung aber beliess es dabei, ihr Fehlverhalten im Subprime-Skandal mit Bussen zu bestrafen (oder eher zu belohnen). Kein Top-Banker musste ins Gefängnis.

Am Ende dieser fatalen Entwicklung steht der Einzug von Donald Trump ins Weisse Haus, obwohl auch er ein Teil des Establishments ist. Er wuchs mit einem goldenen Löffel im Mund auf und erhielt vom Papa ein Startkapital von einer Million Dollar. Die Lebensumstände seiner Fans sind ihm fremd, doch er versteht es, ihnen nach dem Mund zu reden, wie Brexit-Wortführer Boris Johnson, ein Musterbeispiel eines britischen Upper-Class-Zöglings.

Die liberalen Demokratien müssen allen einen Weg in eine positive Zukunft aufzeigen, auch jenen, die sich als Verlierer fühlen.

Wirklich verheerend an ihrem Erfolg aber ist, dass die vermeintlichen Heilsbringer sich bei genauer Betrachtung als Lügner und Scharlatane entpuppen. Trumps gesammelte Unwahrheiten kann man kaum aufzählen. Und ob er die immensen Erwartungen seiner Fans als Präsident erfüllen kann, muss sich zeigen. Gut möglich, dass er sie im Gegenteil enttäuschen wird.

epa05299333 The Vote Leave Bus Tour in St Austell, Cornwall, Britain, 11 May 2016. Boris Johnson is supporting the Brexit campaign touring the country with a bus.  EPA/STR UK OUT

Das falsche Versprechen der Brexit-Befürworter. Bild: STR/EPA/KEYSTONE

Die Brexit-Befürworter zogen im Frühjahr mit einem Bus durch die Lande, auf dem sie ankündigten, die 350 Millionen Pfund, die Grossbritannien angeblich pro Woche an die EU überweisen muss, dem nationalen Gesundheitsdienst (NHS) zukommen zu lassen. Schon am Tag nach der Abstimmung erklärte UKIP-Chef Nigel Farage, so habe man das dann doch nicht gemeint. Und einen konkreten Plan, wie der Brexit vollzogen werden soll, konnten sie nie vorlegen.

Le Pen kann es schaffen

In der Schweiz betonte die SVP vor der Abstimmung über ihre Zuwanderungs-Initiative, das Abkommen über die Personenfreizügigkeit müsse bei einem Ja nicht gekündigt, sondern nachverhandelt werden. Ein Versprechen, das mit der Realität wenig gemein hat, wie man weiss. Immerhin hat die Partei die Maske fallen lassen, sie ist bereit, die Kündigung der gesamten bilateralen Verträge in Kauf zu nehmen. Strategiechef Christoph Blocher hat sie ohnehin nie wirklich akzeptiert.

Allerdings sollte man ja nicht den Fehler machen und glauben, mit einer Entzauberung dieser Polit-Quacksalber werde sich das Problem von selbst lösen. Eher muss man mit dem Gegenteil rechnen. Bis Dienstag konnte man davon ausgehen, dass Front-National-Chefin Marine Le Pen bei der französischen Präsidentschaftswahl im Frühjahr 2017 die zweite Runde erreichen, dort aber sicher unterliegen wird. Jetzt muss man der Realität ins Auge blicken: Le Pen kann es schaffen, so wie der Islamhasser Geert Wilders niederländischer Regierungschef werden kann.

Auf dem Spiel steht dabei nichts weniger als die liberale Demokratie. Wenn einer wie Donald Trump US-Präsident werden kann, muss man mit dem Schlimmsten rechnen. Es ist eine deprimierende Wahrheit, die man laut und deutlich aussprechen muss: Die liberale Demokratie ist längst nicht so gefestigt, wie wir uns eingebildet haben. Sie ist im Gegenteil ein fragiles Gebilde.

Bel Nario holds a

Demo gegen Trump am Mittwoch in New York. Bild: NOAH BERGER/REUTERS

Gefordert wären besonders die oft (denk-) faulen und selfie-verliebten Millennials. Es geht um ihre Zukunft. Sie müssen den Kampf aufnehmen gegen die falschen Propheten des Populismus. Und gegen die ignoranten und arroganten Eliten, insbesondere die nicht wenigen Vertreter der Wirtschaft, die wie Donald Trump autoritäre Regime für ihre vermeintliche Effizienz bewundern.

Weg in eine positive Zukunft

Und es braucht Massnahmen gegen den Frust der Globalisierungsverlierer. Die Finanzmärkte müssten mit wirksamen Massnahmen gezähmt werden. Unternehmen dürfen ihre Mitarbeiter nicht länger als Kostenfaktor betrachten und den Managern gleichzeitig überrissene «Löhne» auszahlen – die Annahme der Abzocker-Initiative ist auch ein Aspekt des «Trump-Faktors». Die EU wiederum muss ihren Dogmatismus bei der Personenfreizügigkeit überdenken.

Die liberalen Demokratien müssen allen einen Weg in eine positive Zukunft aufzeigen, auch jenen, die sich als Verlierer fühlen. Sonst wird diese Zukunft das Gesicht von Wladimir Putin, Viktor Orban oder Recep Tayyip Erdogan tragen. Oder jenes von Donald Trump.

Abonniere unseren Newsletter

97
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
97Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Perwoll 11.11.2016 17:06
    Highlight Highlight Ist es nicht so dass die Globalisierungsgegner von gestern die Globalisierungsfans von heute sind? Die Globalisierung ist nach E-Mail die übelste Errungenschaft der Menschheit.
  • Hans Rudolf 11.11.2016 12:53
    Highlight Highlight Unglaubwürdig
    Nein, Herr Philipe Löpfe ein Amerika Kenner sind sie nicht. Sie zählen aber zu der Sorte Journalisten, welche ihre Beiträge vom Hörensagen oder Abschreiben verfassen.
    Im Wahlvorfeld haben sie nichts davon bemerkt, was eigentlich im Gange ist und jetzt wollen sie ganz klar definieren, was abgegangen ist. Sie sind ein Aufschneider der sich aufspielt als hätten sie die fehlenden intellektuellen Fähigkeiten eines fachkundigen Journalisten.
  • Randy Orton 10.11.2016 20:52
    Highlight Highlight Ich hab das mit den politikfaulen Millenials einmal nachgeschaut. Tatsächlich gehen die jüngsten am wenigsten zahlreich wählen in der Schweiz. Die Unterschiede sind aber gering, im 2015 haben 40% der Millenials abgestimmt und gewählt, der Schnitt in der Schweiz ist nur einie Prozentpunkte höher (dank der Ü65). In den USA ist die Wahlbeteiligung etwas über 50%, bei den Millenials schwankt sie um 45%, also auch knapp unter dem Schnitt. Man kann also sicher nicht von politikuninteressierten Jungen sprechen, vor allem wenn sie sowieso jedesmal überstimmt werden.
  • peeti 10.11.2016 17:20
    Highlight Highlight Ein erster Schritt, um die Bereicherung der Wirtschaftselite einzugrenzen, bietet sich bereits am 12. Februar 2017: Ein Nein zur USR III. Schluss mit dem ruinösen Steuer- und Standortwettbewerb zugunsten global tätiger Firmen.
  • rudolf_k 10.11.2016 16:02
    Highlight Highlight Guter Artikel, dem ich in vielen Punkten beipflichte. Allerdings gibt es dann doch wesentliche Punkte, in der sich die Wahl Trumps von Brexit unterscheidet. Trump hat 'nur' die Stimme von 18% der Bevölkerung erhalten, die sehr tiefe Wahlbeteiligung in den USA deutet darauf hin dass sehr grosse Anteile der Bevölkerung längst den Glauben daran verloren haben, dass ihre Stimme irgend eine Wirkung hat. 27% der Briten haben für den Brexit gestimmt, das geht weit über die Gruppe der Globalisierungsverlierer hinaus, viele haben schlicht auch Bedenken um die Zukunft der Demokratie innerhalb der EU.
  • Kookaburra 10.11.2016 13:09
    Highlight Highlight Ich finde übrigens die Jungen sind Politikinteressierter und involvierter, denn je. Ohne sie wäre links nichts. Denn wenn man noch optimistisch und sorgenfrei ist, ist man empfänglich für verheissungsvolle Versprechungen und Utopien.
    Allerdings hat man noch wenig Erfahrung und folgt eher einer Ideologie, als dass man vernünftig abwägen kann. Aber nicht einmal in gut behütetem Wohlstand aufwachsend, kann man Heute noch sicher sein, dass die Zukunft unter Links besser wird, oder ob das Kartenhaus zu hoch gestapelt wurde und alles zusammenfällt.
    Ich verstehe jeden, der sich lieber raus hält.
    • Crecas 10.11.2016 17:55
      Highlight Highlight Das sehe ich auch eher so. Immerhin waren 19% der Abstimmenden Millenials (18-29). Dies vergleicht sich mit rund 25% Bevölkerungsanteil derselbigen Gruppe. Das entspricht einer überdurchschnittlichen Wahlbeteiligung im Vergleich mit den anderen Altersgruppen.
  • Kookaburra 10.11.2016 12:54
    Highlight Highlight Ich denke die Meisten wissen schon, dass die Populisten auch nur Lügner sind. Aber hey. Mit rechts hat man immerhin eine kleine Chancen, dass man nicht plötzlich aufwacht und das ganze Land ist an Ausländer verschenkt.
    Und welches linke Versprechen hat sich schon nicht als Lüge entpuppt?
    Mehr Jobs? Für normalo Schweizer nicht. Sondern der Arbeitsmarkt ist Heute ein Haifischbecken.
    Sozialsysteme gesichert? Nein, alles am Anschlag und immer teurer.
    Vorteile der Multikulti- Immigrationspolitik? Keinen einzigen. Im Gegenteil. Die Schere öffnet sich und die Gesellschaft ist gespaltener denn je.
    • Anam.Cara 10.11.2016 13:43
      Highlight Highlight @Bocklobopf: ohne "links" gäbe es vielleicht gar keine Sozialsysteme. Wäre das nach Deiner Ansicht besser?
      Dass die Gesellschaft gespaltener denn je ist (verschindender Mittelstand, Schere zwischen arm und reich), liegt eher nicht an den "linken". Und das Haifischbecken wohl auch nicht. Beides, ist eher dem ungebremsten Kapitalismus geschuldet, bei dem einige wenige superreich werden, während die grosse Masse immer schlechter da steht.
      Denkst Du echt, dass "rechte" ihre Firma nicht an Ausländer verkaufen würden wenn der Preis stimmt?
  • André Chäli 10.11.2016 12:45
    Highlight Highlight "Gefordert wären besonders die oft (denk-) faulen und selfie-verliebten Millennials."

    Stimme. Aber wo sehen sich den die Medien in der Verantwortung? Gäbe es da nicht auch etwas aufzuräumen?
    • Peter 10.11.2016 15:33
      Highlight Highlight Absolut. Aber das ist eine Geschichte für sich.
  • demokrit 10.11.2016 12:17
    Highlight Highlight Gratulation. Ein starker Artikel, Herr Blunschi.
  • Herbert Anneler 10.11.2016 11:52
    Highlight Highlight Der Titel zu Blunschis Beitrag trifft den Nagel auf den Kopf. Siehe auch Hitlers Deutschland, Mussolinis Italien. Hoffen wir, dass diesmal der demokratisch-institutionelle Rahmen hält. Aber dafür muss jede und jeder Einzelne aktiv einstehen. Nichts tun und dann jammern ist vorbei. Hoffen wir auch, dass Frankreich nicht kippt, sonst wird die Luft auch bei uns zu dick, sprich: zu stinkig.
  • Wolfsblut 10.11.2016 11:34
    Highlight Highlight Endlich wird auch mal die Ursache des Irrsinns benannt. Bei uns bedient die SP nur noch ihre akademisch gebildete und gut verdienende Klientel und die Arroganz, mit der sie in der Regel auftritt ist erschreckend. Ausnahme: Jacqueline Badran. Sie wünschte ich mir als SP-Präsidentin.
    • Daniel Caduff 10.11.2016 15:27
      Highlight Highlight Ich gehöre zwar zu dieser akademischen Klientel, Aussagen wie Deine lassen mir aber doch die Haare zu Berge stehen. Wer war für die Mindestlohninitiative? Wer war für 1:12? Wer setzt sich für die flankierenden Massnahmen ein? Wer ist für AHV+ ?

      Das sind alles politische Programme, die klar zugunsten der Niedrigverdiener sind.

      Umgekehrt dann: Wer ist/war für die UstR II + III? Wer ist dafür, dass Kapitalgewinne steuerfrei sind?

      Wer behauptet, die SP setze sich nicht mehr für den Kleinverdiener ein, fällt auf rechte Propaganda rein. Dafür erhält er aber die Ausländer als Sündenbock.
    • Wolfsblut 10.11.2016 18:11
      Highlight Highlight @ Daniel Caduff: Stimmt und ich weiss das. Leider kommt oder kam keine dieser Abstimmungen durch. Man merkt einfach, dass die SP-Vertretenden ihre Argumente dafür nur noch aus der Theorie kennen. Viel Kopf – wenig Herz.
  • Hanslishans 10.11.2016 11:21
    Highlight Highlight Die Wahl Trumps sollte nicht nur das Establishment aufrütteln, nein vielmehr sollte es den betreffenden aufzeigen, dass nicht eine abgehobene Pseudoelite das Sagen hat, sondern der Souverän, der Bürger.
    Eine Denklektion, die auch unseren Politikern gut tun würde.
  • Black Cat in a Sink 10.11.2016 10:44
    Highlight Highlight "Gefordert wären besonders die oft (denk-) faulen und selfie-verliebten Millennials...."
    als ich in dem Alter war, haben wir das AKW Kaiseraugst verhindert und sind für unsere (Jungend-)aliegen auf die Strasse gegangen!
    Die Digitalisierung, als industrielle Revolution gepriesen, wird die jungen Menschen in das Arbeitsprekariat zwingen, die in der Konsequenz zu einer "digitalen Taglöhnerei" führen wird. Die ganzen "Entrepreneurnial Hubs" sind die Vorboten dieses Trends. Wer weiss, vielleicht haben wir das bedingungslose Grundeinkommen etwas zu früh abgelehnt?
    • Crecas 10.11.2016 17:50
      Highlight Highlight Es waren aber nicht die Millenials, die Trump gewählt haben. Laut den Nachwahlbefragungen haben 55% Clinton gewählt und nur 37% Trump.
    • Black Cat in a Sink 10.11.2016 22:31
      Highlight Highlight Eben, das ist es ja!
  • Einfache Meinung 10.11.2016 10:03
    Highlight Highlight Welcher andere Politiker ist denn ehrlich? Jeder meckert ständig, aber wenn mal jemand neues kommt, der uns bestätigt, was machen dann die meisten!?
  • bokl 10.11.2016 09:58
    Highlight Highlight Die Eliten hat versagt, weil sie vergessen haben wer schlussendlich entscheidet. Sie wurden zu elitär, dachten als "überlege" Denker zu wissen was richtig und falsch ist und lenkten die Geschicke so, wie sie es für richtig hielten.

    Aber in der Regel gibt es keine genaues richtig/falsch. Investmentbanker, schwule Künstler und arbeitslose Stahlarbeiter (Liste nicht abschliessend) haben unterschiedliche Interessen.

    Die Aufgabe der Eliten wäre es, einen Kompromiss zu finden und nicht für die "eigene" Gruppe entschieden und allen Anderen zu sagen sie seien zu dumm den Entscheid zu verstehen.
  • Luca Brasi 10.11.2016 09:50
    Highlight Highlight Die "Liberalen Eliten" sind auch selber schuld, weil sie mit Verachtung auf "kleine Männer" wie Corbyn in UK oder Sanders in den USA herabschauen. Herr Blunschi und die Parteigranden von Labour und Demokraten haben das auch gemacht. Jetzt haben sie die Quittung bekommen.
    • Peter 10.11.2016 15:36
      Highlight Highlight Habe ich das? Vielleicht. Zumindest im Fall von Sanders gebe ich zu, er wäre der bessere Kandidat gewesen als Clinton.
    • Luca Brasi 10.11.2016 18:54
      Highlight Highlight Ich habe ein Elefantengedächtnis und das Internet vergisst sowieso nie. Sie haben die beiden "Polit-Fossilien" genannt. Nicht gerade die feine englische Art. :D
      Tja, jetzt müssen Sie und die Demokraten vier Jahre mit Trump verharren. Gratulation. ;)
      https://goo.gl/F3wcuQ
    • Peter 10.11.2016 22:08
      Highlight Highlight Ach, das Internet ;) Grundsätzlich halte ich an meiner damaligen Aussage fest. Sanders wäre kein idealer Kandidat gewesen, einfach besser als HRC.
  • gondwana 10.11.2016 09:42
    Highlight Highlight das Verhalten der Wähler die Kräfte zu wählen welche massgeblich für die Entgleisungen der Globalisierung verantwortlich sind (Rechte, Bürgerliche,Tycoons und sonstige Überleichengehende), erscheint mir genau so unlogisch zu sein wie den Kater von Gestern mit einer Flasche Schnaps bekämpfen zu wollen...Aber Menschen müssen diese Erfahrung zuerst machen bis sie es glauben.
    • Crecas 10.11.2016 17:47
      Highlight Highlight Das mit dem Kater mit Schnapps bekämpfen funktioniert doch meistens sehr gut... Ein Konterbier am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen ;)
  • Maragia 10.11.2016 09:36
    Highlight Highlight Das Versagen der Elite? Hat die Elite nicht gerade mit Trump gewonnen?
    • Peter 10.11.2016 15:37
      Highlight Highlight Das schreibe ich ja, und deshalb ist er ein Scharlatan.
  • Töfflifahrer 10.11.2016 09:10
    Highlight Highlight Ich stimme vollkommen mit Ihnen überein. Nur ein Punkt fehlt hier vollkommen. Das ist die Rolle der Medien, alles was zählt ist Boulevard, sehe ich doch ausser Sensationsmeldungen und Irrelevantem nur vereinzelt mal Analysen und Meinungen. Es scheint bei den meisten Medien mehrheitlich nur interessant zu sein wer wem mal wieder Idiot gesagt hat.
    Was mir fehlt ist die messerscharfe Analyse von Ursachen, Wirkungen und Konsequenzen und dies bei einem Thema über längere Zeit, so kann ein Diskurs stattfinden und das sog. Establishment mit dem Holzhammer gezwungen werden hinzusehen und zu Handeln.
    • Crecas 10.11.2016 17:46
      Highlight Highlight Wenn du nur Boulevard siehst, dann liest du wohl auch nur Boulevard Medien. NZZ, Economist, FT, NY Times, Atlantic, Zeit, Welt, FAZ, WaPo,... selbst Tagi und viele kleinere Blätter etc sind nun wirklich voll von Analysen und arm an Boulevard.
  • LeChef 10.11.2016 09:10
    Highlight Highlight Wenn elementares wirtschaftliches Verständnis fehlt, kommen solche Vorschläge raus. "Die Finanzmärkte zähmen", was auch immer das heissen soll... "Arbeiter nicht als Kostenfaktor betrachten"; Arbeiter sind kein Kostenfaktor, aber in der Optik der Firmen ein Produktionsfaktor. Und der kostet auch. Dass Firmen ihre Kosten pro Produktion minimieren wollen ist doch logisch. Wer höhere Löhne will, muss die Gewerkschaften stärken und sektorielle Mindestlöhne vorschreiben. An das Gute im Menschen zu appellieren hat noch nie etwas genützt.
  • El Vals del Obrero 10.11.2016 09:08
    Highlight Highlight Was wohl fehlt, wäre eine zwar gesellschafts-liberale, aber nicht wirtschafts-liberale Kraft.

    In den USA hatte man die Wahl zwischen einer Wall Street-nahen, aber in gesellschaftlichen Belangen einigermassen vernünftigen Person, oder einem Chauvi, der aber wirtschaftliche Änderung versprach.
    Das war natürlich insbesondere wegen dem 2-Parteien-System so.

    In Europa sollten doch eigentlich die Sozialdemokraten die oben beschriebene Rolle einnehmen.
    Aber seit Blair und Schröder ist das wohl nur noch Folklore.
    In diese Lücke treten nun die Rechtspopulisten.
    • Crecas 10.11.2016 17:43
      Highlight Highlight Interessanter Gedanke. SP & Grüne hier?

      Wo ich dir gerne widerspreche: Sie war viel weniger die Wall-Street nahe, als es Trump war. Schau dir Mal an, was von beiden die polit. Vorschläge zum Thema Banken waren. Er will die scharfen Regulierungen rückgängig machen, die Steuern für Hedge Fonds Manager senken und hat 8 v. 12 Wall Street Manager Mitglieder in seinem Economic Advisory Team. Sie wollte die Regulierung verschärfen und eine weltweit einzigartige Capital Transaction Tax einführen (das Ende des Hochfrequenz-Trading).

      Er hats aber geschafft, sie als das darzustellen. Alle glaubens...
  • Einstein56 10.11.2016 09:06
    Highlight Highlight Ist doch auch schön, wieder ein richtiges Feindbild zu haben. Dort kann man dann die eigene Unzufriedenheit projizieren. Und die Schuld für alle Ungerechtigkeiten der Welt zuschieben.
  • FrancoL 10.11.2016 09:06
    Highlight Highlight "Der MEI-Entscheid zeigt jedoch, dass auch wir für populistische Ideen anfällig sind"

    Es braucht keine MEI und keinen Trump um zu wissen dass VIELE für populistische Ideen abfällig sind. Die Tatsache dass VIELE nur eines wollen:
    nämlich EINFACHE Lösungen ist das Startpotential des Populismus.

    Nehmen wir die Schweiz, die Gemeinden die zu 2/3 von SVP Gemeinderäte "regiert" werden. Sind da andere Verhältnisse? andere politische Hebel zu spüren? Geht man da einen anderen Weg? NEIN man geht den Weg den Politiker gehen wenn sie an der Macht sind.

    Der Mensch lässt sich mit Hoffnung gerne belügen
  • Wilhelm Dingo 10.11.2016 08:58
    Highlight Highlight Super Analyse. Was heisst das nun für die Schweiz? Gehen wir die grossen Themen wie Zuwanderung, EU Verhältnis oder Energie und Verkehrspolitik endlich ohne falsche Scheuklappen an?
  • Karl33 10.11.2016 08:47
    Highlight Highlight "Zu lange haben die Eliten in Politik und Wirtschaft jene ignoriert, die sich als Verlierer der Globalisierung fühlen – auch in der Schweiz."

    Es ist ja nicht bloss ein Ignorieren, sondern ein aktives lächerlich machen. Auch hier auf Watson. Schaut euch doch mal die Berichterstattung des US-Wahlkampfs an, die vom Brexit, von der MEI-Initiative. Ist schon lange nicht mehr sachlich, sondern ein Verspotten der 'Globalisierungsverlierer' durch die Globalisierungsgewinnler.
  • Amboss 10.11.2016 08:44
    Highlight Highlight Guter Artikel, aber der wichtigste Aspekt fehlt aus meiner Sicht: Es ist doch dieses Ohnmachtsgefühl vorhanden, weil nicht die Politik die Wirtschaft kontrolliert, sondern umgekehrt. So vieles ist heute Alternativlos und von der Wirtschaft bestimmt.
    Ob Negative Folgen des Freihandels, Euro der nicht funktioniert oder Steuern der Zuwanderung bei uns:
    Alles ist "alternativlos", auch wenn es eindeutig auch negative Folgen hat. Steuerung oder Eingreifen? Unmöglich.

    Wenn es nicht gelingt, dass die Politik wieder die Kontrolle erlangt, werden wir noch viele Trumps, Le Pens, AfDs etc erleben
  • Nausicaä 10.11.2016 08:39
    Highlight Highlight Vielen Dank Herr Blunschi. Der klügste Artikel, den ich bis anhin über den 'Trump-Faktor' gelesen habe.
    Es ist eminent wichtig, dass man die Umstände, die zu Trumps Wahl führten, ernst nimmt. Die Zukunft Amerikas und auch Europas hängt zu einem Grossteil davon ab.
    Das Schlimmste diesbezüglich find ich jeweils Aussagen in der Art: 'Die sind doch einfach dumm, die Amis...' Als ob es so einfach wäre..
  • beaker 10.11.2016 08:34
    Highlight Highlight Die Illuminati übernehmen die Welt. Alles gehört zu ihrem GREAT PLAN 😏😜
  • Der Zahnarzt 10.11.2016 08:33
    Highlight Highlight Demokratie Ja, Liberalismus Nein!

    Warum?

    Person A erbt 100 Mio und kann selbst entscheiden, ob sie arbeiten will oder nicht, bezahlt ihre KK Prämie für das Jahr im voraus und fliegt dann First Class für 6 Wochen nach Dubai.

    Person B hat 3800.- im Monat und MUSS arbeiten, bezahlt die monatliche KK Prämie mit 14 Tage Verspätung und ernährt sich für den Rest des Monats von Teigwaren.

    In ihrem unendlichen Wahn behaupten die Liberalen, Person A und B seien gleich frei bzw. die Unterschiede irrelevant.

    Und die Journalisten versuchen uns für die Probleme von LGBTs in Pakistan zu sensibilisieren.
  • PVJ 10.11.2016 08:29
    Highlight Highlight Habe zuerst auch gedacht, die Demoskopen und Statistiker hätten rundweg versagt. Wenn man aber die Erklärung von "Statistik-Guru" Nate Silver selber liest, dann relativiert sich einiges: Einer von 100 wählt anders, und das Resultat kommt genau umgekehrt heraus, und liest sich auch komplett anders (http://fivethirtyeight.com/features/what-a-difference-2-percentage-points-makes/).
    Es liegt halt auch am Winner-takes-it-all-Wahlssystem, das extrem sensitiv auf Verschiebungen reagiert.

    • Crecas 10.11.2016 10:35
      Highlight Highlight Nate Silver wurde von anderen Medien vor der Wahl kritisiert, dass sein Modell nur 70:30 pro Clinton sagt... er hatte schon damals davor gewarnt, dass a) Clinton in vielen Staaten weniger als 50% Zustimmung hat und dass b) eine 3% Bewegung möglich und innerhalb der Fehlertoleranz der Umfragen sei und darum schon reichen würde.
  • dracului 10.11.2016 08:28
    Highlight Highlight Die Politik nimmt die Anliegen der Bürger auf der ganzen Welt nicht mehr wahr. Wenige sahnen ab, globalisieren rücksichtslos und die Bürger werden - digitalisiert. Aus diesem Grund wird sich auch in der Schweiz der Rechtstrend fortsetzen und zwar so lange, bis sich irgend etwas ändert. Mit Trump endet das Nichtstun der Politiker auf der ganzen Welt. Überall müssen Bürger wieder mehr kämpfen für ihre Überzeugungen und auch die Politiker werden aus ihrem langen Winterschlaf erwachen müssen. Die Welt braucht scheinbar einen sehr lauten und lang anhaltenden Weckruf in der Form eine Trumpeltiers.
    • Karl33 10.11.2016 08:48
      Highlight Highlight "Überall müssen Bürger wieder mehr kämpfen für ihre Überzeugungen"
      Tun sie ja. Die Wahl Trump ist das Resultat.
    • Firefly 10.11.2016 09:56
      Highlight Highlight Die Rechten Hüben und Drüben sind für Steuererleichterungen für Reiche und Reichere und für die Umverteilung von unten nach oben also weniger Sozialstaat, am liebsten gar keinen.

      Wie kann das aufgehen?

      Hätten die Amerikaner wirklich etwas ändern wollen, hätten sie Bernie Sanders wählen sollen. Dass die Demokraten ihn gewollt und bewusst raus-mobbten, war der grösste Fehler.

    • Hanslishans 10.11.2016 11:18
      Highlight Highlight Sehr gute Replik auf die Gesamtsituation.
      Die ganzen Globalisierungsseuchen müssen rückggängig gemacht werden, um den Menschen vor Ort ein lebenswertes Dasein zu ermöglichen. Globalisierung wurde uns als heiliger Gral verkauft, der einerseitig unvermeidbar sein soll und anderseitig nur Vorteile für den Normalbürger bringen sollte.
      In Tat und Wahrheit hat sie uns die Pest gebracht, die Pest des Out Sourcings, die Pest der Arbeitslosigkeit und Lohndumpings, die Pest der Abzockerei auf Managementebene und so weiter und so fort.

      Let's make our countrys great again.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Olmabrotwurst vs. Schüblig 10.11.2016 08:27
    Highlight Highlight Oke 16 monate Clinton pushing und jetzt nur noch trump hättet ihr doch früher mit dem begonnen liebes watson team
  • gnp286 10.11.2016 08:22
    Highlight Highlight Die Mittelschicht hofft jetzt natürlich dass Trump das Establishment in Washington DC abfackeln wird.

    Verstehen kann ichs insofern dass die Mittelschicht jetzt über Jahrzehnte einfach immer hinten anstehen musste während die Unterschicht (zurecht!) profitierte und die Oberschicht sich (unverdientermassen) eine goldene Nase verdiente.

    Insofern wars nicht eine Wahl für Trump sondern eine Wahl gegen das Establishment. Auch wenns nicht viel nützen wird...
    • Crecas 10.11.2016 10:46
      Highlight Highlight Ich sehe und verstehe dieses Argument, insofern er gesagt hat, dass er für die Mittelschicht kämpfen wird. Das Problem dabei: Seine Vroschläge und die der Republikaner sind für die Mittelschicht viel schädlicher, als was Clinton ausgelegt hat. Sie ist die Wall Street Bitch, er wird Wall Street zerstören. Dabei ist es in der Realität umgekehrt. Aber es ging immer nur im die Person und wenig um den konkreten Inhalt, darum verstehe ich, dass es so gekommen ist.
  • Joshuuaa 10.11.2016 08:21
    Highlight Highlight Versagen die Eliten oder versagt unser (Denk-)System?
    1835 besucht der Franzose Alexis de Tocquville Amerika. Er schreibt über die Vorzeigedemokratie des 19. Jahrhunderts. Seine Diagnose ist ernüchternd: Die Amerikaner seien ein "Volk von Händlern", das nur nach dem Mehren des eigenen Nutzens strebt und sich nicht für Politik interessiert. In der Schweiz wie in Amerika sind die Menschen geprägt von Effizienzdenken. Es stellt sich die Frage: Können wir Konument und Staatsbürger zugleich sein? Können wir immer besser wegkommen wollen als die anderen und dabei doch einen Gemeinsinn entwickeln?
  • KeineSchlafmützeBeimFahren 10.11.2016 08:14
    Highlight Highlight Das ist ein überaus wichtiger Aspekt. Die heutige Jugend ist unglücklicherweise sehr wenig an vertiefter Politik interessiert. Und wenn sie es mal ist, bleibt es bei einem Anti-Trump-Foto auf Instagram... Ich als 23-Jähriger muss aber auch sagen, dass die meisten meiner Generation so erzogen wurden: im reichlichen Überfluss, mit Luxusproblemen und ohne grösseren Sorgen. Das ist ja zwar zuerst gar nicht negativ, aber das hat bei sehr vielen logischerweise zu Faulheit und Apathie geführt. Von daher war und ist auch die vorangehende Generation gefragt.
    • Karl33 10.11.2016 08:49
      Highlight Highlight Naja, die Trumpwähler wurden offenbar nicht im reichlichen Überfluss erzogen. Jobverlust ist kein Luxusproblem. Komm aus deiner Bubble raus.
    • Triumvir 10.11.2016 08:49
      Highlight Highlight Die Millennials haben aber primär Clinton gewählt. Ganz so schlimm sieht die Zukunft - auch in den USA - deshalb wohl nicht aus. Die Kernwählertruppe von Trump sind vorwiegend die Älteren, die Angst vor Job- und Wohlstandsverlust haben. Das Gleiche Phänomen kann man auch in Europa beobachten. Wer Angst hat, der ist grundsätzlich leichter empfänglich für populistische Vorschläge und (Ver-)Führer. Und wer Angst hat, wählt auch tendenziell eher rechte Parteien. Dagegen gibt es m.E. nur zwei wirksame Mittel: 1. Bildung und 2. genügend, sichere Jobs.
  • N. Y. P. D. 10.11.2016 08:06
    Highlight Highlight Sehr treffend zusammengefasst, Herr Blunschi. Wenn ich mir die Reaktion der EU anschaue, nach dem Brexit : Nur drohen und verniedlichen.
    Auch eine Marine Le Pen wird im Moment nicht wirklich ernst genommen.
    Wenn einer wie Trump US-Präsident wird, kann auch eine Marine Le Pen Staatspräsidentin werden.
    2017 sind Wahlen in Frankreich. Die Frexit-Abstimmung würde bei einem Sieg von Le Pen vermutlich auf dem Fuss folgen.
    Die Linke und politische Mitte (weltweit) hat zunehmend Mühe die Menschen mit ihren Nöten und Sorgen zu erreichen.
    • Töfflifahrer 10.11.2016 09:15
      Highlight Highlight Nun es stimmt eben schon, wer Wind sät wird Sturm ernten. Haben Leute das Gefühl nicht ernst und/oder betrogen zu werden, handeln diese. Auch wenn viele genau wissen, dass die Versprechen der Populisten wohl nicht zu erfüllen sind, aber sie wollen einfach das vorherrschende System ändern und allenfalls der Elite mal die Chance geben wieder bei den Bürgern anzukommen.
    • Crecas 10.11.2016 11:10
      Highlight Highlight Da stimme ich überein, aber es ist nicht nur die Linke und politische Mitte, sondern auch die politische Rechte, welche dasselbe Problem hat. Denn Brexit Farage, AfD, Le Pen oder Trump sind nicht einfach Rechte, sondern radikal Rechte, Nationalisten mit zum Teil faschisten Zügen.
    • Hanslishans 10.11.2016 11:23
      Highlight Highlight N. Y. P. kein Wunder, wenn man Politik betreibt, die nicht und zum Teil sogar gegen die Eigeninteressen der Bevölkerung gerichtet ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Energize 10.11.2016 08:06
    Highlight Highlight Starker, reflektierter Artikel.
  • Triumvir 10.11.2016 08:00
    Highlight Highlight Ich finde man sollte jetzt nicht übertreiben mit latent panischen Analysen. Schliesslich haben nur rund die Hälfte der Stimmberechtigten Trump gewählt. Und auch in der Schweiz haben die Rechten und Ultrarechten (in meinen Augen die SVP) nicht die Mehrheit. Das Stimmpendel schlägt in einer Demokratie ab und zu nach rechts aus, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die Amis Trump wieder abwählen werden, wenn sie die politische Realität seiner durchgeknallten Vorschläge erkennen können und mit dessen Konsequenzen leben müssen.
  • lilie 10.11.2016 07:48
    Highlight Highlight Ich glaube, was mit MEI/DSI, Brexit, Kolumbien und Trump passiert ist, ist, dass die Führungseliten versucht haben, eine Zukunft zu gestalten, ohne sicherzustellen, dass das Volk auch mitkommt.

    Ein Analyst sagte einmal, er hoffe, dass Trump gewinnen, weil die Eliten dann gezwungen wären, sich neu aufzustellen. Ich teile diese Hoffnung.

    Bisher hat Trump nur geredet und nichts geleistet. Er ist ein Lügner - und mit ein wenig Glück stellt sich das nun als Vorteil dar (nämlich, indem er all das Zeug gar nicht macht, mit dem er gedroht hat).
    • Töfflifahrer 10.11.2016 09:18
      Highlight Highlight Gut ausgedrückt. Trump wird wohl in Aktionismus verfallen, funktioniert es nicht findet er schon einen Schuldigen. Aber, das vermuten oder wissen die meisten seiner Wähler auch. Diese Wahl ist einem Kick in die Genitalien der Elite gleichzusetzen.
  • malu 64 10.11.2016 07:46
    Highlight Highlight Die Welt ist gefühlt, etwa so weit, wie vor 75 Jahren. Die radikalen Strömungen und der Rassismus nehmen zu. Militärische Aufrüstung
    generiert Arbeit. Was daraus folgt werden wir sehen.
  • thierry_haas 10.11.2016 07:44
    Highlight Highlight Wir erleben seit rund 5 Jahren erstmals, dass alle Länder der Welt dasselbe Problem haben: das Auseinanderdriften der Gesellschaft. Diese Tatsache hat somit rein gar nichts mit einem Links-Rechts Problem zu tun. Die Menschheit merkt nun, dass in den letzten 50 Jahren eine Welt geschaffen wurde, von Linken und von Rechten, die nicht mehr verständlich und, noch schlimmer, nicht mehr beherrschbar ist. In Folge dessen werden in Autokratien und Demokratien die alten Herrscher geschasst, ob die neuen etwas taugen ist hier nicht die Frage, es muss sich nur etwas ändern. Ob zum Guten oder zum Bösen.
    • jellyshoot 10.11.2016 09:26
      Highlight Highlight "wir erleben seit rund 5 jahren erstmals, dass ..."
      vor 16 jahren schon, in meinem ersten lehrjahr, hatte ich das gefühl, dass die kluft zwischen arm und reich immer grösser wird. ich hatte das immer als modernes mittelalter bezeichnet. klar geht es uns nicht so schlecht wie im mittelalter, aber die differenzen zwischen dem "pöbel" und der "elite" haben sich nur in der art der sache verändert, das grundproblem ist noch immer das selbe. und nun wirds langsam sichtbarer.
      und da haben sie recht; das hat null mit links oder rechts zu tun. es geht dabei nur um die macht von wenigen ...
    • Rom78 10.11.2016 09:45
      Highlight Highlight Man sollte sich von diesem Links Rechts Schema verabschieden.
      Das vernebelt nur den Blick.
    • Firefly 10.11.2016 10:54
      Highlight Highlight Die Welt war noch nie wirklich verständlich oder beherrschbar. Es mag Phasen der Stabilität geben doch der Wandel ist die einzige Konstante und sie ist nicht berechenbar.
      Der grösste fehler der politischen Eliten war und ist zu behautpen und zu versprechen, sie werden alle Probleme der Leute lösen. Anstatt zu sagen; Fragt nicht was das Land für euch tun kann, frage, was ihr für das Land tun könnt.
      Solange sich diese neue Sicht auf die Welt in den Köpfen der Leute nicht ändert, wird sie auch dir neue Politik nicht ändern können, denn sie verspricht ebenso, und kann diese nicht halten.
  • lilie 10.11.2016 07:39
    Highlight Highlight Danke für den Artikel! 👍

    Die Linken sind zu abgehoben und zu verkopft, um die Leute wirklich da abzuholen, wo sie stehen - bei ihren Problemen, Ängsten und Sorgen.

    Ich bin Mittewählerin, aber unsere Mitte ist zu schwach, um etwas bewirken zu können (und erst recht die Mitte in Amerika).

    Bleiben also die Rechten, welche zwar hauptsächlich reiche Unternehmer sind, aber zumindest den Puls des Volkes fühlen. Sie geben vielen Leuten das Gefühl, verstanden zu werden.

    Dass sie keine Lösungen haben, ist dann eher nebensächlich.
  • 7immi 10.11.2016 07:30
    Highlight Highlight man kann die schuld immer beim politischen gegner suchen. dennoch ist es jetzt so und das ändern auch 10000 watson artikel nicht. andere medien haben sich damit abgefunden und schreiben nun spannende artikel über den neuen präsidenten. die wahren gegner der demokratie sind die, die abstimmungsergebnisse -sofern sie legal ablaufen natürlich - nicht akzeptieren. es gibt noch andere meinungen und prioritäten als die eigene, egal wie hoch gebildet und weise man sich sieht...
    • Señor Ding Dong 10.11.2016 08:04
      Highlight Highlight Wo wird das Wahlergebnis denn nicht akzeptiert?
    • KeineSchlafmützeBeimFahren 10.11.2016 08:16
      Highlight Highlight Ich finde, Sie verstehen Demokratie selber nicht. Der Autor hat eine klare Meinung gegenüber Trump. Wenn Sie damit nicht einverstanden sind, sollten Sie diese Kritik als Demokrat ertragen können. Nicht?
    • 7immi 10.11.2016 09:19
      Highlight Highlight @nik.mania
      eine meinung zu haben ist sehr wichtig, wenn diese aber nur aus schuldzuweisungen besteht ist das mehr frust als meinung und nicht zielführend. ich habe auch meine meinung über trump. für mich ist aber niemand "schuld", es war eine demokratische entscheidung und als eine solche zu akzeptieren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • moedesty 10.11.2016 07:28
    Highlight Highlight übringens die denkfaulen millenials haben in allen ausser 5 states hillary gewählt.
  • Thomas Rohrer 10.11.2016 07:26
    Highlight Highlight Die Eliten sind die Lügner! PFP Partnership for Peace eher Partnership for War!
    • stan1993 10.11.2016 09:12
      Highlight Highlight Wie kann man diesen Kommentar nur Blitzen?! Kann mir dass ein Blitzer erklären?
  • Stefanie16 10.11.2016 07:25
    Highlight Highlight So gefällt mir Watson! 👏👏👏
  • Randy Orton 10.11.2016 07:24
    Highlight Highlight "Gefordert wären besonders die oft (denk-)faulen und selfie-verliebten Millenials". Ehm, okay? Wer hat uns den diesen Schlamassel eingebrockt, wer betreibt seit Jahren die Politik, die diese Populisten erst ermöglicht hat. Und wer hält dagegen? Die Millenials haben in den USA praktisch in allen Staaten Demokratisch gewählt, sie wurden beim Brexit und auch hierzulande immer wieder von der Mehrheit der Babyboomergenerationen überstimmt. Vielleicht sollte man einfach Menschen ab 50 oder so das Stimm- und Wahlrecht entziehen, die entscheiden Dinge, die wir dann ausbaden dürfen.
    • malu 64 10.11.2016 07:49
      Highlight Highlight Bravo, ich würde sagen ab 40 Jahren.
      Die jüngeren müssen mit dem Schlamassel leben, die die alten Säcke einführen!
    • Moti_03 10.11.2016 08:18
      Highlight Highlight Vielleicht haben die ja mehr erhfahrung und können Unterschiede und vergleiche zu früher ziehen. Das können millenials noch nicht. Viele stehen auch noch nicht voll im leben und von Politik etc haben auch viele keine Ahnung oder Interesse.
    • malu 64 10.11.2016 12:49
      Highlight Highlight Millenials haben sicher ein gleiches politisches Verständnis wie Trump. Zudem orientieren Sie sich über die Medien.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sapere Aude 10.11.2016 07:21
    Highlight Highlight Da haben die Demokraten wohl aufs falsche Pferd gesetzt.
  • babinski 10.11.2016 07:16
    Highlight Highlight warum sollte jetzt bitteschön Trump schon ein Lügner sein, welcher das Amt noch gar nicht in Angrff genommen hat? die Elite inkl. Obama sind hier die Lügner,welche ihre eigenen Landsleute im Stich lassen um für Milliarden Kriege zu führen im Ausland.
    • AllFab 10.11.2016 07:32
      Highlight Highlight Es geht vermutlich weniger um seine Wahlversprechen, als eher um seine Aussagen während des Wahlkampfes bezüglich seiner gegner und zur allgemeinen Lage der Nation usw...
    • 321polorex123 10.11.2016 07:38
      Highlight Highlight Hast du dir mal seinen "Track Record" angeschaut?
    • saukaibli 10.11.2016 08:05
      Highlight Highlight Hättest du den Wahlkampf auch nur ein ganz kleines Bisschen verfolgt, würdest du nicht fragen wieso Trump ein Lügner sein soll.
    Weitere Antworten anzeigen

Analyse

Wie Donald Trump innert 72 Stunden die Kontrolle verloren hat

72 Stunden, welche die amerikanische Politik auf den Kopf gestellt haben: Jetzt muss der Präsident um seine Wiederwahl zittern.

Alles schien nach Plan zu verlaufen: Wie erwartet sprach der Senat Donald Trump im Impeachment-Prozess frei. Nur einer, Mitt Romney, brach aus der geschlossenen Front der Grand Old Party aus. Alle anderen folgten wie Schafe der Twitter-Peitsche des Präsidenten.

Die Wirtschaft brummte, die Börse boomte, und die Demokraten machten sich zuerst in Iowa lächerlich, um sich danach gegenseitig zu zerfleischen und so den Sozialisten Bernie Sanders zum Kronfavoriten für die Präsidentschaftskandidatur …

Artikel lesen
Link zum Artikel