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Geologen glauben nicht an «Nazi-Goldzug» in Polen – doch das wird die «Schatzsuche» nicht beenden



Polnische Wissenschaftler haben in Niederschlesien keine Spur eines angeblichen «Nazi-Goldzugs» gefunden. Seit Monaten wird in der Region fieberhaft nach einem Panzerzug gesucht, den die Nazis gegen Ende des Zweiten Weltkriegs im Untergrund versteckt haben sollen.

epa05069992 AGH University of Science Professor, Janusz Madej (R), reports on his teams findings into the existence of the so-called 'Nazi Gold train' at a press conference in Walbrzych, Poland, 15 December 2015. AGH University of Science scientists claim the tunnel may exist, but have found no evidence of so-called 'Nazi Gold Train' in it. The second report, by Koper and Richter, claims there are some anomalies in the soil possibly indicating the existence of a train. Two independent studies were conducted November 2015 using non-invasive methods such as GPR technology, magnetic and gravimetric method in the area on the 65th kilometer of the Wroclaw-Walbrzych railway track, where an armoured train from World War II was allegedly discovered, in Walbrzych, Poland.  EPA/MACIEJ KULCZYNSKI POLAND OUT

Professor Janusz Madej präsentiert der Presse seine Erkenntnisse.
Bild: EPA/PAP

«Nach unseren Erkenntnissen gibt es vielleicht einen Tunnel in dem Gebiet, aber keinen Zug», sagte der Geologe Janusz Madej von der Wissenschaftlich-Technischen Universität in Krakau am Dienstag. Das berichtete die Agentur PAP. Die polnische Eisenbahn PKP hatte eigens ein Waldstück an einer Bahnstrecke nahe der Stadt Walbrzych (Waldenburg) gerodet, um die Untersuchungen zu ermöglichen.

epa05069990 A general view of a slide displayed by Piotr Koper (not pictured) and Andreas Richter (not pictured), who claim to have found a Nazi train carrying gold, as they present their report on their findings into the existence of the so-called 'Nazi Gold train' at a press conference in Walbrzych, Poland, 15 December 2015. AGH University of Science scientists claim the tunnel may exist, but have found no evidence of so-called 'Nazi Gold Train' in it. The second report, by Koper and Richter, claims there are some anomalies in the soil possibly indicating the existence of a train. Two independent studies were conducted November 2015 using non-invasive methods such as GPR technology, magnetic and gravimetric method in the area on the 65th kilometer of the Wroclaw-Walbrzych railway track, where an armoured train from World War II was allegedly discovered, in Walbrzych, Poland.  EPA/MACIEJ KULCZYNSKI POLAND OUT

Zwei unabhängige Teams hätten die Gegend mit Magnetfeldtechnik untersucht, so der Forscher.
Bild: EPA/PAP

Die Forscher verwendeten für ihre Suche ein Messgerät, das winzige Verzerrungen im Erdmagnetfeld feststellen kann. Zusätzlich kamen Metalldetektoren und Bodenradar zum Einsatz. Die Geologen kamen aber zu dem Schluss, dass sich zu wenig Eisen im Boden befindet, um auf einen Zug schliessen zu können.

Monströses Stollensystem

Ein deutscher und ein polnischer Hobbyhistoriker hatten zuvor vom Fund eines mit bis zu 300 Tonnen Gold beladenen Zugwracks berichtet und eine monatelange Schatzsuche ausgelöst. Andreas Richter und Piotr Koper, die Hobbyhistoriker, präsentierten am Dienstag ihre eigenen Untersuchungsergebnisse.

Tunnel in Walbrzych: Für das Projekt «Riese» durchbohrten die Nazis die Erde mit einem kilometerlangen Tunnelsystem – daher rühren die Spekulationen über den Nazizug.
Bild: EPA/PAP FILE

epa04912258 A tee shirt, souvenirs inspired by the quest for the so-called Nazi Gold Train are on display for sale at Ksiaz Castle in Walbrzych, Poland, 04 Septemeber 2015. Peter Koper and Andreas Richter claimed that have discovered an armoured train from World War II in the area of Walbrzych (Lower Silesia province), which has been dubbed by the media the Nazi Gold Train. Earlier today, on the request of the Mayor of Walbrzych, Polish Army inspected the alleged area, where the train could be located.  EPA/MACIEJ KULCZYNSKI POLAND OUT

Souvenir-Händler in Walbrzych haben das Thema schon lange für sich entdeckt.
Bild: EPA/PAP

Darin verwiesen sie auf Unregelmässigkeiten in Bodenradarbildern, die auf einen Schatz aus dem Zweiten Weltkrieg hindeuteten. «Hier ist ein Tunnel zu erkennen, der Eingang ist deutlich zu sehen», erläuterte Koper. Die beiden Männer beanspruchen zehn Prozent des Schatzes als Finderlohn.

Seit den 1970er Jahren gibt es in der abgelegenen Region Gerüchte über einen Goldzug aus dem Zweiten Weltkrieg. Damit sollen führende Nazis aus Wroclaw (damals Breslau) Gold, Kunstgegenstände und andere Schätze vor der heranrückenden Sowjetarmee in Sicherheit gebracht haben. Beweise für diese Legende fehlen bis heute.

Im schlesischen Eulengebirge gibt es viele unterirdische Gänge und Tunnel. Die Nationalsozialisten hatten dort unter dem Namen «Projekt Riese» ein monströses Stollensystem bauen lassen. Unklar ist, für welchen Zweck es errichtet wurde, ob etwa als unterirdisches Führerhauptquartier. Bei den Arbeiten starben Tausende KZ-Häftlinge aus dem Konzentrationslager Gross-Rosen.

(sda/dpa)

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