DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
1 / 13
Flüchtlingsdrama vor Rhodos
quelle: epa/ana-mpa / loukas mastis
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Flüchtlingsschiff zerschellt vor Strand auf Rhodos – weiteres Schiff ist am Sinken



Nach der jüngsten Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer mit Hunderten von Toten sind am Montag weitere Schiffe in Seenot geraten. Vor einem Strand der griechischen Insel Rhodos zerschellte ein Schiff mit Dutzenden Flüchtlingen an Felsen, wobei drei Menschen starben.

Unter den Toten war auch ein vierjähriges Kind, wie die Küstenwache mitteilte. Weitere 93 Personen wurden demnach aus dem Wasser gerettet, 30 von ihnen kamen ins Spital. Taucher entdeckten im Wrack keine weiteren Menschen, wie es hiess.

100 Meter vor Badestrand zerschellt

Nach ersten Erkenntnissen der Küstenwache kam das Schiff offenbar aus der Türkei. Das Boot lief rund 100 Meter vor dem beliebten Badestrand Zefyros der Stadt Rhodos auf Felsen auf und zerschellte. Augenzeugen gaben an, die Flüchtlinge klammerten sich an Teile des Schiffes, um auf diesen die Küste zu erreichen. Medienberichten zufolge beteiligten sich auch Inselbewohner an der Rettung.

abspielen

Hier werden Flüchtlinge vor Rhodos gerettet. video: youtube.com/Ροδιακή Εφημερίδα

Über die Nationalität der Menschen wurde zunächst offiziell nichts bekannt. Augenzeugen sagten im örtlichen Rundfunksender, viele von ihnen seien aus Syrien. Es seien aber auch Menschen aus Eritrea und Somalia unter den Flüchtlingen.

Weiteres Schiff mit 300 Menschen am Sinken

Auf einem weiteren Schiff, das im Mittelmeer am Sinken sei, befänden sich 300 Menschen, 20 von ihnen seien gestorben, sagte ein Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM) am Montag unter Berufung auf einen sich angeblich auf einem der Boote befindenden Anrufer.

In der Nacht zum Sonntag war rund 110 Kilometer vor der Küste Libyens ein Flüchtlingsschiff gekentert. Wie das UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) unter Berufung auf Überlebende mitteilte, waren rund 700 Menschen an Bord, gesicherte Berichte zur Anzahl der Opfer gab es bisher jedoch nicht.

Möglicherweise über 900 Todesopfer

Ein Überlebender aus Bangladesch berichtete der Nachrichtenagentur AFP, dass sich an Bord des am Sonntag gekenterten Fischerbootes 950 Menschen befunden hätten, darunter auch 40 bis 50 Kinder und etwa 200 Frauen. Die Schlepper hätten viele von ihnen im Frachtraum eingesperrt.

Die Suche nach Überlebenden des Flüchtlingsdramas im Mittelmeer führte in der Nacht auf Montag zu keinerlei Resultaten. Nach Angaben der Küstenwache konnten nach dem Unglück 28 Menschen gerettet und 24 Leichen geborgen werden, letztere wurden zur Obduktion nach Malta gebracht. Hunderte Flüchtlinge werden noch vermisst.

Nach der Katastrophe von der Nacht zum Sonntag ist die Kritik an der EU gross. Menschenrechts- und Hilfsorganisationen fordern, die 2014 von Italien eingestellte Rettungsoperation «Mare Nostrum» gemeinsam neu zu starten. Unterdessen rief die EU ein Krisentreffen ein. An diesem Montag beraten die EU-Aussenminister über Konsequenzen der Flüchtlingskatastrophe. 

(whr/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Krise in Tunesien: Polizei stürmt Büro von Fernsehsender Al-Dschasira

Es könnte die schwerste Bewährungsprobe seit 2011 für die junge Demokratie Tunesien werden: Präsident Kais Saied hat in einem umstrittenen Schritt Regierungschef Hichem Mechichi abgesetzt, die Arbeit des Parlaments für zunächst 30 Tage eingefroren und die Immunität aller Abgeordneten aufgehoben.

Die Amtsgeschäfte werde er mit einem zu bestimmenden Nachfolger Mechichis führen, kündigte Saied nach einer Krisensitzung mit Militärvertretern am Sonntagabend an. Während der frühere Juraprofessor …

Artikel lesen
Link zum Artikel