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Firefighters work to put out a fire at a packaging factory in Tongi industrial area outside Dhaka, Bangladesh, Saturday, Sept. 10, 2016. A boiler exploded and triggered a fire at a packaging factory near Bangladesh's capital. (AP Photo/A. M. Ahad)

75 Personen sollen im Moment der Explosion im Gebäude gewesen sein. Bild: A.M. Ahad/AP/KEYSTONE

Mindestens 29 Tote nach Explosion in Fabrik in Bangladesch

Bei einer Explosion und einem Feuer in einer Fabrik in Bangladesch sind mindestens 29 Menschen gestorben. Nach Angaben der Feuerwehr wurden zahlreiche weitere Menschen verletzt.



Ein Kessel sei am Samstagmorgen in der Fabrik im Industriegebiet Tongi rund 20 Kilometer nördlich der Hauptstadt Dhaka explodiert, sagte der Sprecher der Einsatzbehörde, Mohammad Rafiquzzaman. Weil in der Fabrik Chemikalien gelagert wurden, breitete sich ein Flammeninferno aus. Das vierstöckige Gebäude stürzte ein.

epa05534742 Firefighters try to douse flames, following a boiler explosion in a factory in Tongi, Bangladesh, 11 September 2016. According to news reports, the death toll has climbed to 27 with many others injured in a boiler explosion that caused fire at a garment packaging in Tongi near Gazipur.  EPA/STR

Die Löscharbeiten dauern noch immer an. Bild: STR/EPA/KEYSTONE

Viele Verletzte wurden in umliegende Spitäler gebracht. Einige Opfer hätten Verbrennungen erlitten, sagte ein Arzt des Tongi General Hospitals.

In der Tampaco Foils Fabrik werden Verpackungen für Tabak und andere Konsumgüter hergestellt. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben Zulieferer für Dutzende, auch internationale, Konzerne.

Einer der Kunden, der Tabakkonzern British American Tobacco, zeigte sich bestürzt und sprach den Opfern und Angehörigen sein Mitgefühl aus. Die Fabrik gehöre als Zulieferer zwar nicht direkt zu ihrer Niederlassung in Bangladesch. «Trotzdem hat unser lokales Geschäft dem Unternehmen in dieser sehr schweren Zeit humanitäre Hilfe angeboten», sagte ein BAT-Sprecher.

Auch der Schweizer Nahrungsmittel-Gigant Nestlé reagierte bestürzt auf den Unfall. Das Unternehmen habe von der betroffenen Firma Produkte bezogen, teilte Nestlé am Sonntag mit. Man sei «schockiert und traurig» angesichts der Toten und Verletzten.

Flammen lodern weiter

Auch mehr als 30 Stunden nach der Explosion kämpfte die Feuerwehr am Sonntag darum, die Flammen im Gebäude unter Kontrolle zu bringen. So hatten die Rettungskräfte nach Angaben des örtlichen Verwaltungschefs SM Alam stundenlang Schwierigkeiten, den Brand zu löschen und den Weg so freizuräumen, dass mit der Suche nach Opfern im Gebäudeinneren begonnen werden konnte.

Mehr als 20 Leichen wurden demnach bislang aus den Trümmern geborgen. Ärztlichen Angaben zufolge erlagen mindestens acht Fabrikarbeiter in Kliniken ihren Verletzungen.

A relative of a fire victim cries as victims' bodies are carried into a makeshift morgue at a hospital after a fire broke out at a packaging factory in Tongi industrial area outside Dhaka, Bangladesh, Saturday, Sept. 10, 2016. A boiler exploded and triggered a fire at a packaging factory near Bangladesh's capital. (AP Photo/A. M. Ahad)

Mindestens 29 Menschen sind ums Leben gekommen. Bild: A.M. Ahad/AP/KEYSTONE

Eine Untersuchungskommission zu dem Vorfall wurde dem Verwaltungschef zufolge eingesetzt. Sie solle in den nächsten sieben Tagen Bericht erstatten.

Der Fabrikbesitzer, der ehemalige Parlamentsabgeordnete Syed Mokbul Hossain, sagte der Lokalzeitung «Prothom Alo», er wisse nicht, ob der Kessel defekt gewesen sei, und ob er regelmässig gewartet wurde. Er gehe davon aus, dass zum Zeitpunkt des Unglücks etwa 75 Menschen im Gebäude gearbeitet hätten. Anhand einer Liste von Arbeitern der Fabrik ging die Bezirksverwaltung davon aus, dass noch neun Menschen unter den Trümmern lagen.

Immer wieder tödliche Unglücke

Tödliche Unfälle in Fabriken in Bangladesch sind keine Seltenheit: Oft werden Verpackungen, Kleidung oder andere Textilien unter schlechten Arbeitsbedingungen produziert.

Zu welcher Katastrophe laxe Gebäudekontrollen und fehlender Arbeitsschutz führen können, zeigte der Einsturz des Rana-Plaza-Komplexes im April 2013. Das Gebäude, in dem fünf Textilfabriken produzierten, begrub mehrere Tausend Menschen unter sich. 1135 Menschen starben.

People rescue garment workers trapped under rubble at the Rana Plaza building after it collapsed, in Savar, 30 km (19 miles) outside Dhaka in this April 24, 2013 file photo. Protesters and family members of victims demand compensation on the one year anniversary of the collapse of Rana Plaza on April 24, 2014, in which more than 1,100 factory workers were killed and 2,500 others were injured.   REUTERS/Andrew Biraj/Files (BANGLADESH - Tags: DISASTER TPX IMAGES OF THE DAY ANNIVERSARY BUSINESS TEXTILE)

Ein Bild der Katastrophe von Tana Plaza. Bild: ANDREW BIRAJ/REUTERS

Ermittler stellten später fest, dass das achtstöckige Komplex aus minderwertigem Material gebaut worden war. Die Fabrikmanager hatten zudem die Arbeiter trotz bereits sichtbarer Risse gezwungen, ins Gebäude zu gehen.

Der Einsturz des Rana Plaza und weitere Fabrikunfälle haben zuletzt zunehmend den Druck auf Textilkonzerne erhöht, die in Billiglohnländern wie Bangladesch oder Pakistan produzieren lassen. Ihnen wird vorgeworfen, sich in den Fabriken vieler Zulieferer und Subunternehmer nicht für die Bedingungen zu interessieren, unter denen ihre Produkte entstehen. (viw/sda/dpa)

Passend dazu: Kinderarbeit in Bangladesch

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