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Dutertes Krieg gegen die Drogen kostete bisher 8700 Menschenleben



FILE - In this May 28, 2020, file photo provided by the Malacanang Presidential Photographers Division, Philippine President Rodrigo Duterte, talks during his speech at the Malacanang presidential palace in Manila, Philippines. The U.N. human rights office called on the Philippines government in a new report Thursday, June 4, to end all violence targeting suspected drug offenders and to disband private and state-backed paramilitary groups which have caused serious human rights violations in the country.(Ace Morandante/Malacanang Presidential Photographers Division via AP, File)
Rodrigo Duterte

Rodrigo Duterte, Präsident der Philippinen. Bild: keystone

Im seit 2016 von der Regierung in Manila ausgerufenen Krieg gegen die Drogendealer sind nach UN-Angaben auf den Philippinen bisher fast 8700 Menschen getötet worden.

Es herrsche nahezu komplette Straffreiheit für die Tötung von Drogenverdächtigen durch die Polizei, kritisierte die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, am Dienstag in Genf. Der Staat sei offenkundig nicht gewillt, die Straftäter zur Rechenschaft zu ziehen.

Die Regierung in Manila hat nach eigenen Angaben unterdessen mehr als 5000 Todesfälle in diesem Zusammenhang einer Überprüfung unterzogen. Ein entsprechender Bericht solle Ende November vorliegen, sagte ein per Video zugeschalteter Vertreter des philippinischen Justizministeriums. Die von der Polizei unabhängige Bewertung werde auch Aussagen betroffener Familien einbeziehen. «Sie wird das Netz bestehender Mechanismen straffen, um Fälle von Straflosigkeit zu verhindern.» (sda/dpa)

UN werfen Philippinen schwere Menschenrechtsverletzungen vor

Menschenrechtler der Vereinten Nationen haben den Philippinen beim Kampf gegen Drogenkriminalität schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Dazu zählten systematische Tötungen Tausender mutmasslicher Drogenverdächtiger, willkürliche Verhaftungen und Verunglimpfung Andersdenkender, wie es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des UN-Menschenrechtsbüros heisst. Seit die Regierung unter Präsident Rodrigo Duterte im Jahr 2016 ihre Kampagne gegen Drogen gestartet habe, seien mindestens 8663 Menschen getötet worden, Schätzungen zufolge liege diese Zahl sogar drei Mal so hoch.

Das UN-Menschenrechtsbüro habe auch dokumentiert, dass von 2015 bis 2019 mindestens 248 Menschenrechtler, Juristen, Journalisten und Gewerkschafter im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden seien, hiess es weiter. Für diese Morde habe es nahezu Straffreiheit gegeben - mit nur einer Verurteilung für die Tötung eines Drogenverdächtigen bei einem Polizeieinsatz Mitte 2016. (sda/dpa)

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • El Vals del Obrero 01.07.2020 08:48
    Highlight Highlight Wenn man einen Junkie umbringt hat man erfolgreich verhindert, dass er an Drogen sterben könnte. Mission erfüllt!
  • rodolofo 01.07.2020 08:35
    Highlight Highlight Sehr informative Dok-Filme zum Thema:
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  • nachwievor 01.07.2020 02:54
    Highlight Highlight Wenn man als Staatsoberhaupt sein Volk davon überzeugen kann, dass man ja nur die 'Bösen' direkt umbringt ohne diesen einen fairen Prozess und damit die Chance zu geben ihre Unschuld zu beweisen, kann es ziemlich einfach werden im gleichen Zug politische Widersacher aus dem Weg zu schaffen.
  • K1aerer 01.07.2020 02:26
    Highlight Highlight Krass, dass die Zahl noch sehr tief ist. Was macht der Präsident, wenn es Unschuldige z. B. aus seinem Umfeld trifft?
  • Weltatlas 30.06.2020 17:46
    Highlight Highlight Für ausländische Beobachter etwas irritierend, aber genau wegen dieser Härte und Brutalität ist Duterte extrem beliebt bei den Wählern und geniesst eine breite Zustimmung. Duterte macht aber auch keinen Hehl draus, dass er möglichst viele tote Dealer und Drogensüchtige sehen will. Die Wähler wussten seher genau wem sie da wählten.
  • Ian Cognito 30.06.2020 16:26
    Highlight Highlight Scheint mir mehr ein Krieg gegen Menschen zu sein...

    Aber um Fair zu sein diese Drogen sind auch in der Tendenz zu klein um mit einem Gewehr zu treffen

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