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Ein syrischer Flüchtling erreicht mit seiner Tochter die Insel Kos. Bild: YANNIS BEHRAKIS/REUTERS

Chaos auf Kos: Warum immer mehr Flüchtlinge auf der Balkanroute nach Europa wollen

Immer mehr Flüchtlinge ziehen den Weg über den Balkan der gefährlichen Fahrt über das zentrale Mittelmeer vor. Griechenland und die Balkan-Staaten sind mit dem Andrang völlig überfordert.



Kos ist ein beliebtes Reiseziel für sonnenhungrige Touristen. In diesem Sommer hat eine ganz andere, sehr viel weniger beliebte «Reisegruppe» den Reiz der Ägäisinsel entdeckt: Flüchtlinge, die in erster Linie aus Syrien, Afghanistan und Irak stammen. Denn Kos liegt in Sichtweite der türkischen Küste, die Überfahrt auf die Insel und damit in die Europäische Union ist kurz.

Der Andrang überfordert die Behörden, sie fühlen sich im Stich gelassen. Allein in den letzten Tagen kamen rund 7000 Flüchtlinge auf Kos an. Sie müssen häufig im Freien schlafen und tagsüber in der Hitze ausharren. Es kam zu Ausschreitungen und Zusammenstössen mit der Polizei. Humanitäre Organisationen bezeichneten die Lage auf Kos als chaotisch. Ähnlich sieht es auf anderen Inseln wie Samos, Lesbos und Chios aus.

Flüchtlingskrawalle auf Kos

Die Regierung des Krisenstaats Griechenland will neben zusätzlichen Sicherheitskräften auch eine Fähre nach Kos schicken. Sie soll als Notunterkunft für 2000 bis 2500 Flüchtlinge dienen. Das kündigte der griechische Staatsminister Alekos Flambouraris am Mittwoch an. Die Migranten sollen dort auch registriert werden, hiess es. «Wir hoffen, dass die EU zur Handhabung dieser immer grösser werdenden humanitären Krise beitragen wird», erklärte Flambouraris weiter. 

Die östliche Route via Griechenland und den Balkan nach Ungarn hat in diesem Jahr die zentrale Mittelmeerroute, auf der regelmässig Menschen ertrinken, als beliebtester Fluchtweg nach Europa abgelöst. Nicht nur auf den griechischen Inseln wissen die Behörden kaum, wie sie den Andrang bewältigen sollen. Denn die Entwicklung ist eindrücklich:

Die Zahlen

In Syrien herrscht seit mehr als vier Jahren Bürgerkrieg, ein Ende ist nicht in Sicht. Rund 1,8 Millionen Menschen sind in die Türkei geflohen, wo die meisten auch bleiben. Immer mehr Syrer vorab aus der Mittelklasse aber versuchen, nach Europa zu gelangen. Bis Ende Juli sind rund 124'000 Flüchtlinge über das Meer nach Griechenland gekommen. Das entspricht einer explosionsartigen Zunahme von 750 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum 2014, hält das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) fest. Allein im Juli kamen rund 50'000 Personen.

Flüchtlinge in der Ägäis

Rund 70 Prozent entfielen demnach auf Flüchtlinge aus Syrien. Vincent Cochetel, Europadirektor des UNHCR, spricht von einem «humanitären Notstand». Die meisten Ankömmlinge wollen allerdings nicht in Griechenland bleiben, nur 6200 haben laut UNHCR dort bis Ende Juni Asyl beantragt. Sie wollen weiter in die wohlhabenderen EU-Länder. Besonders beliebt sind Deutschland, die Niederlande und Schweden. 

Die Route

Von der türkischen Küste auf die griechischen Inseln ist es wie erwähnt nur ein Katzensprung. Ungefährlich ist die Überfahrt in den oft überladenen Booten dennoch nicht. Der Standardpreis betrage 1000 US-Dollar pro Person, erklärten Flüchtlinge dem Fernsehsender Al Jazeera America, der auf seiner Website eine Reportage über die Balkanroute veröffentlicht hat. Wer in Griechenland ankommt, zieht möglichst schnell weiter Richtung Mazedonien.

Migrants wait to board a train that would take them towards Serbia, at the railway station in the southern Macedonian town of Gevgelija, on Wednesday, Aug. 12, 2015. Macedonia is facing an increasing pressure of migrants flow on its southern and northern borders with Greece and Serbia as thousands of migrants from Middle East, Asia and Africa are heading north through the Balkans on their way to the more prosperous European Union countries. (AP Photo/Boris Grdanoski)

Flüchtlinge warten im mazedonischen Grenzort Gevgelija auf die Züge nach Serbien. Bild: Boris Grdanoski/AP/KEYSTONE

Die frühere jugoslawische Teilrepublik ist mit dem Zustrom genauso überfordert wie die griechischen Behörden. Im Grenzort Gevgelija spielen sich dramatische Szenen ab, unzählige Flüchtlinge drängen in die Züge nach Serbien. Auf internationalen Druck hatte die Regierung den Asylsuchenden im Juni ein 72-stündiges Bleiberecht und die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel zuerkannt. Vorher hatten sie versucht, zu Fuss den Schienen entlang nach Norden zu gelangen, wobei einige ums Leben kamen.

Andere kauften sogar Velos, meist zu überhöhten Preisen, und machten sich so auf den Weg in Richtung Serbien. Dieser ist alles andere als ungefährlich. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International schlug Anfang Juli Alarm: Zahlreiche Migranten würden von kriminellen Banden und korrupten Polizisten misshandelt. Sie werden erpresst und so lange an der Weiterreise gehindert, bis sie bezahlen. Und selbst in Ungarn hat der Leidensweg kein Ende. 

Der Zaun

Obwohl Ungarn «eines der wohl unattraktivsten Länder für Asylbewerber ist», wie Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga letzte Woche erklärte, haben im ersten Halbjahr 2015 fast 70'000 Personen ein Asylgesuch eingereicht. Auch dies ist eine explosionsartige Zunahme, im gleichen Zeitraum des letzten Jahres waren es nur etwas mehr als 5000. Insgesamt wurden rund 100'000 Flüchtlinge registriert. 

SZEGED, HUNGARY - AUGUST 12:  Servicemen from the Hungarian Army construct a new fence along the border of Serbia with Hungary near the village of Asotthalom on August 12, 2015 near Szeged, Hungary. Hungarian Prime Minister Victor Orban has ordered Hungary's army to build a steel and barbed wire security barrier along its entire border with Serbia, after more than 100,000 asylum seekers from a variety of countries and war zones entered the country so far this year. 
Although very few asylum seekers choose to stay in Hungary, preferring to move onto northern European countries, under EU law they can be returned to Hungary if they are later detained in another EU state.  (Photo by Matt Cardy/Getty Images)

Bau des Grenzzauns an der Grenze zu Serbien. Bild: Getty Images Europe

Die nationalkonservative Regierung von Ministerpräsident Viktor Orbán reagiert mit Härte. «Das Boot ist voll», hat ein Regierungssprecher kürzlich erklärt. Auf 175 Kilometern lässt Orbán einen Stacheldrahtzaun an der Grenze zu Serbien errichten. Dieser soll nicht wie ursprünglich geplant im November, sondern bereits Ende August stehen. Ausserdem wurde das Asylverfahren gestrafft, damit «Wirtschaftsflüchtlinge» möglichst schnell nach Serbien abgeschoben werden können.

Beobachter machen gerade den Bau des Zauns für den Grossandrang der letzten Wochen und Monate verantwortlich. Und seine abschreckende Wirkung ist zweifelhaft. «Die Menschen werden immer einen Weg finden», sagte Ivana Vukasevic vom serbischen Zentrum für Integration und Toleranz zu Al Jazeera America. Mit Geld könne jede Grenze überquert werden: «Flüchtlinge ohne Geld, die verwundbarsten, werden am meisten Probleme haben.»

Die EU

Die Europäische Union wird von den Staaten an der Balkanroute wegen mangelnder Unterstützung kritisiert. Ungarn wollte Ende Juni sogar das Dublin-Abkommen aussetzen und keine Flüchtlinge mehr zurücknehmen, verzichtete aber auf diesen Schritt. Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras sagte, sein Land benötige die Hilfe der EU-Partner. «Jetzt wird sich zeigen, ob die EU eine EU der Solidarität ist oder eine EU, in der jeder nur versucht, seine Grenzen zu schützen.»

Flüchtlingsrouten im ersten Halbjahr 2015: Immer mehr kommen über das östliche Mittelmeer und den Balkan.

Mehr Flüchtlinge kommen über den Balkan als über das zentrale Mittelmeer. Bild: Staatssekretariat für Migration

Diese Woche gab die EU-Kommission 2,4 Milliarden Euro für das Migrationsmanagement bis 2020 frei, wobei der Löwenanteil an Italien, Griechenland und Spanien geht. Im Juni hatten die Staats- und Regierungschefs der EU ausserdem grundsätzlich beschlossen, 40'000 Flüchtlinge aus Italien und Griechenland auf andere europäische Staaten zu verteilen.

In mehreren Sondersitzungen haben die EU-Innenminister darüber aber noch keine Einigung erzielt. Simonetta Sommaruga nimmt für das Schengen/Dublin-Mitglied Schweiz an diesen Treffen teil – sie ist die amtsälteste Ressortchefin. Sie beurteilt die Diskussion bereits als Fortschritt: «Früher war es ein Tabu, Flüchtlingsquoten auch nur zu erwähnen.» Die Schweiz selber ist vom Andrang auf der Balkanroute kaum betroffen, entsprechend gering nahm hierzulande die Zahl der Asylbewerber im ersten Halbjahr 2015 zu.

Umfrage

Soll Europa mehr Flüchtlinge aufnehmen?

  • Abstimmen

1,513

  • Ja, es ist die einzig richtige Lösung.48%
  • Nein, gegen den Andrang hilft nur Abschreckung.51%

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33Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sapere Aude 14.08.2015 19:12
    Highlight Highlight Natürlich ist es nicht toll, wenn man mit dem ganzen Leid konfrontiert wird, aber vielleicht sollte man von Anfang sich für eine andere Destination entscheiden. Vor allem sind es Leute die meist um ihr nackten Überleben kämpfen, aber es ist natürlich nicht in Ordnung, dass das die Touristen stören und ihnen vor Augen halten, dass es evtl. gewissen Menschen beschissen geht. Im übrigen hat der Westen seine Mitverantwortung an diesem Puff. In Afghanistan und dem Irak musste man ja unbedingt einmarschieren. All die von dir genannten Länder oder Regionen waren mal unter der Kontrolle irgend einer Kolonialmacht, die diese Länder über Jahrhunderte ausgebeutet haben. Man hielt es aber nicht für nötig, Strukturen aufzubauen, die eine gute Entwicklung gewährleistet, sonst müssten wir ja noch faire Preise zahlen, was ziemlich dumm wäre oder nicht.
  • Büsi 14.08.2015 14:22
    Highlight Highlight "Mit Geld lässt sich jede Grenze überqueren. Diejenigen, die es am meisten benötigen bleiben dabei auf der Strecke" - das ist genau das Problem. Es müsste eine Unterscheidung geben zwischen Mittelstands-Flüchtlingen (Siehe Text: Mittelstand) und denjenigen, deren Leib und Leben tatsächlich bedroht ist. Nun werden alle in einen Topf geworfen und die Ärmsten trifft es dabei am Härtesten. Es ist mM ein Unterschied, ob man illegal eine Grenze überquert, weil man einfach mit den Standards im eigenen Land nicht zufrieden ist, oder ob man um sein Leben fürchten muss... Es ist tragisch!
    • Sapere Aude 14.08.2015 14:55
      Highlight Highlight Dir ist aber bewusst, dass in Syrien alle Menschen auf gleiche Art nd Weise bedroht sind, unabhängig davon, wieviel sie besitzen? Der einzige Unterschied liegt darin, wie weit sie aus eigener Kraft fliehen können. Die Gefahr kann sogar noch grösser sein, weil du aufgrund deines Bildungsstandes oder Vermögen schnelle im Fokus de IS oder des Regimes kommst. Die Welt ist leider ein bisschen komplizierter als Christoph manchmal erzählt.
    • Büsi 14.08.2015 17:21
      Highlight Highlight Danke für den Hinweis - ich muss dich leider enttäuschen und dir mitteilen, dass ich nicht viel vom Christoph halte. Die Situation ist tragisch und es ist unsere Pflicht zu helfen. Nur stellt sich wie gesagt hier das Problem, dass die Ärmstrn gar nicht in der Lage sind, das Land zu verlassen. Ich habe heute zwei Interviews mit Flüchtlingen gelesen, beide aus Syrien. Einer erzählte von Verfolgung und dem Tod des Bruders, ein andere sagte offen, dass ihm keine direkte Gefahr drohe, er sich aber einfach ein besseres Leben wünsche. See the difference?
    • Sapere Aude 14.08.2015 19:19
      Highlight Highlight Was ist daran verwerflich, wenn du aus Syrien abdampfen willst? Kann ja durch aus sein, dass dein Leben dort im moment nicht direkt bedroht ist, trotzdem wirst du in Syrien kaum ein Ort für ein lebenswertes Leben finden, geschweige denn irgendwelche Perspektiven. So wie es momentan um IS steht würde ich mich lieber früh als spät vom Acker machen. Btw. es ist noch nicht lange her, haben wir in unserem eigenen Land den ärmsten ein Ticket in die USA gesponsert um sie los zu werden.
  • Sapere Aude 14.08.2015 14:07
    Highlight Highlight Schockierend finde ich, dass Touristen in Kos eine strickte Absonderung der Flüchtlingen fordern. Während Schwimmwesten im Wasser am Strand treiben, wollen sie ja nicht beim Urlaub machen gestört werden. Mit welcher Arroganz und Blauäugigkeit wir auftreten, löst bei mir einen Würgereflex aus. Es ist nicht lange her, als wir unsere eigenen Wirtschaftsflüchtlingen nach Übersee verschifft haben. Bereits den Römern ist es nicht gelungen, die Völkerwanderung aufzuhalten. Niemand will es zugeben, aber es bleibt uns nichts anderes übrig, als die Flüchtlinge aufzunehmen.
    • Maxx 14.08.2015 18:29
      Highlight Highlight Ist doch klar, wenn jemand das ganze Jahr im Bunker arbeitet das er dann seine Ferien nicht mit strandenden Flüchtlingen teilen will. Oder möchtest Du mit Deiner Familie nach Kos reisen - wohl eher nicht oder. Und für den Krieg in Irak, Afghanistan, Mali, Jemen, Central Afrika, Niger, Nigeria, können wir ja auch nicht wirklich etwas. Die müssen am Schluss ihr "Puff" selber lösen. Das alle es besser haben wollen in Europa ist klar. Das gibt dann die totale Überforderung. Und in den Empfangsländer entwickelt sich dann auch keine Freude...Übrigens Afrika hat 200 Mio. Einwohner. Verstanden.
    • Angelo C. 14.08.2015 19:27
      Highlight Highlight Bizarre Vorstellung - "alle aufnehmen" - verantwortungsloses Geschwätz ohne Ansätze differenzierten Denkens! Solche Redensarten sind es, welche die zunehmende Inakzeptanz befördern, dabei oft ungute Emotionen in breiten Bevölkerungskreisen auslösend. Und somit scheinen sie mir eher kontraproduktiv als konstruktiv für Flüchtlinge.

      Und wegen der massiven Kritik an den Touristen auf Kos, die sich an den zahllosen und überall herumliegenden Flüchtlingen nicht nur ergötzen, immerhin soviel : Auf Kos gibt es viele Europäer die dort Familienferien machen und dies vielleicht nicht jedes Jahr aufs Neue vermögen, sich somit gerne etwas stresslos erholen möchten. Empathie mögen sie zwar mehrheitlich empfinden, wahre Begeisterung wird aber nachvollziehbar keine aufkommen...
    • Sapere Aude 14.08.2015 19:44
      Highlight Highlight 1 . Angelo, ich spreche nur die Tatsache aus, die kein Politiker aussprechen will. Wenn man es eben gerade differenziert anschaut, muss einem bewusst werden, dass wir dieser Völkerwanderung nicht aufhalten können. Ob Kriegs- oder Wirtschaftsflüchtlinge, die Lage in den jeweiligen Ländern zwingt die Menschen dazu hierher zu fliehen, ob sie wollen oder nicht. Diese Menschen werden sich weder durch Zäune, noch irgendetwas anderes aufhalten. Wir müssten uns vielmehr Gedanken machen, wie wir diese Leute irgendwie integrieren können, olange das Wohlstandsungleichgewicht dermassen gross ist
    Weitere Antworten anzeigen
  • EKIM66 14.08.2015 12:56
    Highlight Highlight der Syrien Krieg geht schon 4 Jahre, interessant wie lange die Welt wegschaut an den morden an der Zivil Bevölkerung. Ich würde auch flüchten!
    Alles Politische Heuchelei.... die Flüchtlinge aus Eritrea, es gibt ein Waffen Embargo (EU/UN) gegen Eritrea. Schaut mal wer die Lieferanten sind der Eritrea Armee
    https://en.wikipedia.org/wiki/Eritrean_Army

  • Rampart 14.08.2015 12:38
    Highlight Highlight Jedes Land wäre mit einem Andrang diesen Ausmasses überfordert, nicht nur die Behörden auf Kos. Und es werden täglich mehr.
    • dä dingsbums 14.08.2015 12:56
      Highlight Highlight Der Libanon hat 1 Million Flüchtlinge aufgenommen, obwohl sie genug eigene Probleme hätten.
      Die reichen Nationen im europäischen Norden lassen Italien und Griechenland im Stich und bauen Zäune.
    • maxi 14.08.2015 13:50
      Highlight Highlight wenn wir die flüchtlinge so unterbringen wie de libanon, drehen die sozis durch... haben ja schon mühe mit zsa und zelten.
    • LaPaillade #BringBackHansi 14.08.2015 17:36
      Highlight Highlight @Maxis: Hauptsache gegen Links geschossen, gell? Zum Thema sei gesagt, dass wir ja auch andere Mittel und Ressourcen als der Libanon haben. Zudem auch andere klimatische Bedingungen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • zombie1969 14.08.2015 12:00
    Highlight Highlight Die Schlepperindustrie arbeitet unter anderem auch mit dem Daesh (IS) zusammen, der alleine jährlich über 300 Millionen Euro Gewinn macht durch die Schlepperei. Und hier posen Leute mit Selfies mit Plakaten wie "Refugees welcome!". Eine bessere Werbung für die Schlepper gibt es nicht. Die Asylindustrie verdient an jedem Flüchtling mit und so muss sie natürlich die Aufnahme von mehr Flüchtlingen verlange, was dann wieder von den Schleppern dankend aufgenommen wird.
    Dahinter stehen die gnadenlosen Gesetze des Marktes, Angebot und Nachfrage.
    • dä dingsbums 14.08.2015 12:38
      Highlight Highlight Ziemlich zynisch hier von Gesetz der Marktes und der Asylindustrie zu sprechen.
      In Syrien ist Krieg und jeden Tag sterben hunderte Menschen. Seit Jahren.
    • YesImAMillenial 14.08.2015 12:49
      Highlight Highlight @Zombie: zu deiner Behauptung mit den 300 Millionen für den IS würde ich gerne eine Quelle sehen. Hast du da was?
    • zombie1969 14.08.2015 12:51
      Highlight Highlight 2)
      Als Triton eingeführt wurde wurden die Boote noch schlechter, so dass die Flüchtlinge nun viel früher kentern aber Dank EU-Schiffe gerettet werden. Mit dem Erfolg, dass die Schlepper eine noch bessere Gewinnoptimierung betreiben können.
      Das einzige, was hilft, ist Abschreckung. Wie z. B. in Australien.
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39 Tote bei schweren Gefechten zwischen Assad-Truppen und Dschihadisten

Bei heftigen Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Dschihadisten- und Rebellengruppen in der syrischen Provinz Idlib sind in der Nacht zum Donnerstag nach Angaben von Aktivisten mindestens 39 Kämpfer getötet worden.

Es habe Luftangriffe, Artilleriebeschuss und Kämpfe am Boden gegeben, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Unter den Toten seien 22 Kämpfer von Dschihadisten- und Rebellengruppen und 17 Kämpfer der syrischen Armee und verbündeter Milizen.

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