International
Australien

Australiens Premier räumt Mängel im Kampf gegen Antisemitismus ein

Australiens Premier räumt Mängel im Kampf gegen Antisemitismus ein

Der australische Regierungschef Anthony Albanese hat vier Tage nach dem verheerenden Anschlag auf ein jüdisches Fest in Sydney Versäumnisse im Kampf gegen Antisemitismus eingeräumt.
18.12.2025, 06:3118.12.2025, 06:31

«Jeder in dieser Position würde bedauern, nicht mehr getan zu haben», sagte Albanese vor dem Parlament in Canberra. Nun müsse man in die Zukunft schauen und handeln.

epa12595339 Australian Prime Minister Anthony Albanese speaks to media at St George Hospital after visiting Ahmed al-Ahmed in Sydney, Australia, 16 December 2025. Australia is in mourning following an ...
Australiens Premierminister Anthony Albanese.Bild: keystone

Albanese kündigte schärfere Gesetze gegen Hassprediger und Hetze verschiedenster Art an. Auch was das Aufenthaltsrecht angehe, werde man härter gegen all jene vorgehen, die «Hass und Spaltung» verbreiten, sagte der Premierminister.

Harsche Kritik an Albanese – auch aus Israel

Innerhalb der jüdischen Gemeinde in Australien, seitens der Opposition und auch aus dem Ausland gab es teils scharfe Kritik an Albanese. So wurde ihm vorgeworfen, im Zuge des zunehmenden Antisemitismus im Land nicht genug für den Schutz von Juden getan zu haben. Israels rechtskonservativer Ministerpräsident Benjamin Netanjahu beschuldigte Albanese, mit seiner Nahostpolitik «Öl ins antisemitische Feuer» gegossen zu haben. Im September hatte Australien Palästina formell als Staat anerkannt – so wie die weitaus meisten der 193 UN-Mitgliedstaaten.

Bei dem Anschlag in Sydney am Sonntag hatten zwei Attentäter während des jüdischen Lichterfests Chanukka das Feuer auf die Menschenmenge am Bondi Beach eröffnet. Sie töteten 15 Menschen, Dutzende wurden verletzt. Die Todesopfer und Verletzten sind grösstenteils jüdischen Glaubens. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Drei Festnahmen in Deutschland wegen mutmasslicher Anschlagspläne
Im Westen Deutschlands sind drei Männer wegen des Verdachts einer ideologischen Nähe zur Terrormiliz sogenannter «Islamischer Staat» (IS) festgenommen worden.
Der Verfassungsschutz des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen hatte die Männer laut Sicherheitskreisen bereits seit Anfang des Jahres im Visier. Zuletzt habe sich die Gefahr der Umsetzung von Anschlagsplänen immer mehr konkretisiert.
Zur Story