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US-Notenbank senkt Leitzins um 0,25 Prozent



Ein Mangel an Liquidität am US-Geldmarkt ruft Fed-Chef Jerome Powell und seine Kollegen auf den Plan. (Archivbild)

Ein Mangel an Liquidität am US-Geldmarkt ruft Fed-Chef Jerome Powell und seine Kollegen auf den Plan. (Archivbild) Bild: AP

Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins zum zweiten Mal in Folge um 0.25 Prozentpunkte gesenkt, um einen Konjunktureinbruch zu verhindern. Der Leitzins liegt nun in der Spanne von 1.75 bis 2.00 Prozent, wie die Federal Reserve am Mittwoch mitteilte.

Die zweite Zinssenkung seit dem Ende der globalen Finanzkrise war von den Finanzmärkten weithin erwartet worden. Die Zentralbank geht von einer weiter «moderat» wachsenden US-Wirtschaft aus, Exporte und Investitionen seien jedoch zuletzt zurückgegangen, erklärte die Fed.

Auch die weltweit schwächeren Wachstumsaussichten und zunehmende Unsicherheit spielten bei der Zinssenkung eine Rolle. Diese ist zum Teil ausgelöst von US-Präsident Donald Trumps aggressiv betriebenen Handelskonflikten, insbesondere jenem mit China, der zweitgrössten Volkswirtschaft.

Die Fed erklärte zudem - wie bereits im Juli - dass die Zentralbank alle wirtschaftlichen Daten weiter genau verfolge und «angemessen» handeln werde, um die Arbeitslosigkeit niedrig und die Inflation nahe dem Ziel von 2 Prozent halten werde.

Leitzins bereits Ende Juli gesenkt

Die Notenbank hatte den Leitzins bereits Ende Juli gesenkt, ebenfalls um 0.25 Prozentpunkte. Die erneute Zinssenkung sollte der sich abkühlenden Wirtschaft neuen Schwung geben. Zudem signalisiert die Fed damit, dass sie zu handeln bereit ist, falls sich der Konjunkturausblick weiter verdüstert.

Die US-Wirtschaft wächst bereits seit zehn Jahren. Es ist der längste dokumentierte ununterbrochene Aufschwung, doch inzwischen mehren sich die Warnsignale.

Die Arbeitslosigkeit in den USA ist weiter sehr niedrig, aber das Wachstum hat sich zuletzt abgeschwächt. Insbesondere die Handelskonflikte belasten die Wirtschaft. Firmen fahren Investitionen zurück, Investoren sind nervös. Daten vom Anleihenmarkt liessen eine Rezession befürchten, so der Tenor.

Der Leitzins, die sogenannte Federal Funds Rate, ist der Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken über Nacht Geld leihen. Eine Senkung des Zinssatzes verbilligt Kredite, weswegen Firmen leichter investieren können und viele Bürger weniger für den Schuldendienst ausgeben müssen - sie haben so mehr Einkommen zur Verfügung.

Trump will deutliche Zinssenkung

Für US-Präsident Donald Trump dürfte die Zinssenkung nicht genug sein. Er fordert die unabhängige Fed bereits seit Monaten auf, die Zinsen deutlich zu senken, um die Wirtschaft anzukurbeln. Zuletzt forderte er sogar, den Leitzins auf «Null oder weniger» abzusenken.

Er will gut ein Jahr vor der Präsidentenwahl keinen Konjunktureinbruch riskieren. Den von ihm ernannten Notenbankchef Powell hat er daher auf Twitter wiederholt als «ahnungslos» beschimpft, einmal sogar als «Feind» des Landes. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 19.09.2019 08:25
    Highlight Highlight In der Finanz-Branche werden gerade frühere Gesetze auf den Kopf gestellt.
    Niemand weiss, was dabei heraus kommt.
    Zur Erhellung empfehle ich drei Filme vom letzten Dienstag-Themanabend auf "arte":
    https://www.arte.tv/de/videos/082807-000-A/blackrock-die-unheimliche-macht-eines-finanzkonzerns/
    https://www.arte.tv/de/videos/050584-000-A/wachstum-was-nun/
    Der dritte Film ist leider in der Schweiz nicht abrufbar, vielleicht also auf YouTube.
    Titel: "System Error"
  • FrancoL 18.09.2019 23:28
    Highlight Highlight Auch die Amis dürften sich, Trump hin oder her, die Wirtschaft etwas ausschnaufen lassen und nicht durch von mir ausgesehen unnötige Zinssenkungen hochzuhalten. Sie verschieden somit ein Mittel, das in härteren Zeiten gute Dienste leisten könnte. Aber wer eben wie Trump gerne kurzfristig seine Mittel verpufft den sollte man auch nicht an die Spitze eines Landes wählen.
    Gut das zumindest der Notenbankchef etwas vorsichtiger mit der Senkungspolitik vorgeht.
    Unsinnig sind da wieder die Twittertiraden der Orange gegen den von ihm ernannten Notenbankchef.
  • landre 18.09.2019 21:38
    Highlight Highlight Man darf sich langsam aber schon fragen ob all diese Zinssenkungen bis sogar Negativzinsen eine benötigte Amortisation sind weil mittlerweile viel zu wenige viel zu viel pekuniäres Kapital angehäuft haben.
  • Caligula 18.09.2019 21:13
    Highlight Highlight Die Wirtschaft soll bis zur Wahl nächsten Jahres am laufen gehalten werden, trumpische Wahltaktik. Gesunde Geldpolitik geht anders. Wenn dann wirklich eine Krise kommt fehlt der Spielraum für weitere Zinssenkungen.
    • landre 18.09.2019 22:17
      Highlight Highlight Dass die Fed in Sicht einer Wahl zu Gunsten der persönlichen Interessen eines amtierenden POTUS agiert, ist unglaubwürdig.
      Und dass Zinsmanipulationen als Medizin für kommende Krisen gedacht sind, umso weniger.

      Powell, Draghi, Weidmann, Jordan, usw. ge-horchen kaum einem Trump, Junker, Merkel, BR, usw...Solche disqualifizierende Dumpfbacken sind diese ganz bestimmt nicht.

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