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Nach Ausbruch von Vulkan Whakaari: Sechs Leichen aus der Todeszone geborgen



Vier Tage nach dem Vulkanausbruch auf der neuseeländischen Insel White Island haben Einsatzkräfte dort sechs Leichen geborgen. Die sterblichen Überreste seien an Bord eines Marineschiffes gebracht worden, teilte Vize-Polizeichef John Tims am Freitag mit.

Der Einsatz des Bergungsteams aus acht Elitesoldaten fand unter äusserst riskanten Bedingungen statt: Vulkanforscher warnten vor einer möglichen neuen Eruption.

epa08067155 A military helicopter departs Whakatane airport during a recovery operation to retrieve the remaining bodies on White Island following it's eruption on Monday, in Whakatane, New Zealand, 13 December 2019.  EPA/DAVID ROWLAND AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT

Ein Armeehelikopter während der Rettungsmission. Bild: EPA

Zwei weitere auf der Vulkaninsel vermutete Tote seien vorerst nicht gefunden worden, teilte die Polizei am Freitag mit. Der Polizeipräsident von Whakatane, Mike Bush, sagte: «Der Einsatz lief nach Plan. Aber er ist noch nicht vorbei.» Noch am Freitag sollte die Suche aus der Luft fortgesetzt werden. Das Nationale geologische Gefahrenüberwachungssystem Geonet warnte weiter vor einem erneut möglichen Ausbruch von Neuseelands aktivstem Vulkan.

epa08067286 New Zealand Police Commissioner Mike Bush speaks at a media conference following a recovery operation to retrieve the remaining bodies on White Island following its eruption on Monday, in Whakatane, New Zealand, 13 December 2019.  EPA/DAVID ROWLAND AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT

Polizeipräsident Mike Bush während der Pressekonferenz. Bild: EPA

An der vierstündigen Bergungsaktion auf der Insel waren sechs Männer und zwei Frauen beteiligt, wie der Oberst der neuseeländischen Verteidigungsstreitkräfte, Rian McKinstry, sagte. «Wir dürfen das Risiko des Einsatzes nicht herunterspielen.» Die geborgenen Leichen würden nun nach Auckland geflogen, um identifiziert zu werden.

Die Behörden gingen davon aus, dass es auf White Island neben den gefundenen sechs Leichen noch die sterblichen Überreste zweier weiterer Opfer des Vulkanausbruchs gab. Damit würde die Gesamtzahl der Opfer bei mindestens 16 liegen. Zwei Menschen waren nach Polizeiangaben in der Nacht zum Donnerstag im Spital ihren Verletzungen erlegen.

Der Whakaari bricht aus

Druck von Angehörigen

Den Bergungseinsatz auf White Island hatten die Behörden trotz der Warnungen der Vulkanexperten gebilligt, dass die Gefahr einer neuen Eruption gestiegen sei. Sie lag demnach mittlerweile bei 50 bis 60 Prozent. Allerdings war zuletzt von Seiten von Angehörigen der Druck auf die Behörden gewachsen, die Bergungsmission einzuleiten.

Insgesamt hatten sich zum Zeitpunkt der Eruption am Montag 47 Menschen auf der Insel in der Bay of Plenty etwa 50 Kilometer vor der Küste der neuseeländischen Nordinsel aufgehalten. Darunter waren vier Deutsche, die nach Angaben des Auswärtigen Amts in Berlin Verletzungen davon trugen. Die anderen Ausflugstouristen und Reiseleiter kamen aus Australien, den USA, Grossbritannien, China, Malaysia und Neuseeland.

22 Verletzte lagen nach Behördenangaben noch im Spital. Viele von ihnen schwebten wegen schwerster Verbrennungen weiterhin in Lebensgefahr.

Der Inselstaat Neuseeland liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Der Vulkan gilt als gefährlichster des Landes. Er war seit einiger Zeit wieder verstärkt aktiv, trotzdem fuhren immer wieder Boote mit Ausflüglern dorthin. Das Betreten der Insel war nur mit ausgebildeten Führern gestattet. Das Eiland in Privatbesitz ist nunmehr als Todeszone komplett gesperrt. Es war allerdings der erste tödliche Ausbruch seit 1914 – damals kamen zehn Bergarbeiter ums Leben. (sda/afp/dpa)

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Vulkan in Neuseeland ausgebrochen

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2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Chääschueche 13.12.2019 11:46
    Highlight Highlight Viele der Opfer kamen ja von der Oviation of the Seas von Royal Caribbean.

    Die Rederei hat mitgeteilt, dass ab sofort keine Ausflüge mehr auf Inseln mit aktiven Vulkanen angeboten werden



    Benutzer Bild
  • Merida 13.12.2019 08:07
    Highlight Highlight Ich versteh ja die Angehörigen, aber könnten diese es verkraften, wenn wegen der Bergung weitere Menschen ums Leben kämen?

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