International
Brasilien

Brasiliens Regierung genehmigt Öl-Probebohrungen am Amazonas

Brasiliens Regierung genehmigt Öl-Probebohrungen am Amazonas

Kurz vor der Weltklimakonferenz in Brasilien hat die Umweltschutzbehörde (Ibama) des südamerikanischen Landes eine umstrittene Probebohrung nach Öl nahe der Mündung des Amazonas genehmigt.
21.10.2025, 06:2421.10.2025, 06:24

Der halbstaatliche Energiekonzern Petrobras habe eine Lizenz für Bohrungen zur Erforschung möglicher Erdölvorkommen im Atlantik erhalten, teilte Ibama mit. Die Region stehe für die «Zukunft unserer Energiesouveränität», schrieb Energieminister Alexandre Silveira auf der Nachrichtenplattform X.

FILE - Fuel reservoirs sit at a distribution center for state-run oil company Petrobras, in Brasilia, Brazil, May 15, 2024. (AP Photo/Eraldo Peres, File)
LT Brazil Amazon Oil
Die Energiefirma Petrobras darf am Amazonas bohren.Bild: keystone

Die Probebohrungen sollten sofort beginnen und etwa fünf Monate dauern, hiess es in einer Mitteilung von Petrobras. Vor mehr als zwei Jahren hatte die Umweltbehörde einen Antrag des Energiekonzerns auf Probebohrungen in dem Gebiet noch abgelehnt. Daraufhin nahm Petrobras Änderungen an seinem Sicherheitskonzept vor, um das Risiko von Umweltschäden zu reduzieren.

Naturschützer warnen dennoch vor den Folgen der Tiefseebohrungen. «Brasilien hat gerade einen gefährlichen Schritt in die falsche Richtung angesichts der Klimakrise unternommen», hiess es in einer Stellungnahme der Umweltschutzorganisation Greenpeace. «Selbst nach drei Warnungen der Bundesstaatsanwaltschaft vor Risiken und Unregelmässigkeiten hat die Umweltbehörde Ibama Petrobras die Genehmigung erteilt, Ölbohrungen in der Amazonasmündung durchzuführen» – dabei handele es sich um eine der artenreichsten und störungsempfindlichsten Regionen der Erde. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
«Wir werden nicht verzeihen»: In Gaza werden Stimmen gegen die Hamas lauter
Die Wut auf die Islamisten ist grösser, als viele ausserhalb des Küstenstreifens wahrnehmen. Eine Journalistin liefert nun besondere Einblicke.
Am 6. Oktober 2023, ein Tag vor dem Angriff der Hamas auf Israel, lernte Mayar ein kurzes englisches Theaterstück über Olivenbäume auswendig. Ihre Mutter, die Dichterin Ni’ma Hassan, wollte ihr für den Bühnenauftritt ein traditionelles palästinensisches Kleid mit farbigen Kreuzstichstickereien kaufen. Drei Jahre später erinnert sich Hassan auf Facebook: «Am Morgen des 7. Oktober verbrannten sie die Schule, die Olivenbäume, das Studio … und wir liessen das Kleid und die Stadt zurück.»
Zur Story