International
Brasilien

Brasiliens Präsidentin Rousseff wehrt sich gegen Amtsenthebung

Brasiliens Präsidentin Rousseff wehrt sich gegen Amtsenthebung

29.08.2016, 16:2829.08.2016, 16:35
epa05514150 Brazilian suspended president Dilma Rousseff presents her final arguments in the process that she is facing at the Senate in Brasilia, Brazil, 29 August 2016, that will conclude this week  ...
Dilma Rousseff verteidigt sichBild: EPA/EFE

Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff hat im Amtsenthebungsverfahren die gegen sie erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Sie habe die Verbrechen, die ihr «zu Unrecht zur Last gelegt» würden, nicht begangen, sagte sie am Montag in ihrer Verteidigungsrede.

Rousseff wiederholte im Verlauf des Verfahrens vor dem Senat mehrfach, dass das Amtsenthebungsverfahren in Wirklichkeit ein «Putsch» ihrer politischen Gegner sei. Diese wollten die Entscheidung der 54 Millionen Wähler missachten, die ihr bei ihrer Wiederwahl 2014 die Stimme gegeben hatten.

Der 68-Jährigen wird vorgeworfen, Haushaltszahlen geschönt und Geld ohne Zustimmung des Kongresses ausgegeben zu haben. Sie war Anfang Mai vom Parlament für zunächst 180 Tage ihres Amtes enthoben worden

In dem Amtsenthebungsverfahren, das an diesem Montag in seine letzte Etappe ging, kam Rousseff erstmals zu Wort. Sie sollte eine halbe Stunde reden dürfen, im Anschluss war eine Befragung durch Anhänger und Gegner vorgesehen.

Brasilien

Bei ihrem Eintreffen wurde Rousseff von ihrem Amtsvorgänger und Förderer, Luis Inácio Lula da Silva, begleitet. Mehrere hundert Anhänger hatten am Vorabend für ihren Verbleib im Amt demonstriert.

Allerdings versammelten sich am Sonntag nur rund 250 Menschen in der Hauptstadt Brasília. Die Mobilisierung der Demonstration begann nur zögerlich, was darauf hindeutet, dass Rousseff mittlerweile auch in den eigenen Reihen an Unterstützung verloren hat. (sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Mord an Journalistin in Malta: Unternehmer Fenech freigesprochen – Familie übt Kritik
Knapp neun Jahre nach dem Autobomben-Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia in Malta ist der Geschäftsmann Yorgen Fenech von dem Vorwurf freigesprochen worden, Drahtzieher der Tat gewesen zu sein.
Eine Jury sprach den 44 Jahre alten Unternehmer in Valletta sowohl vom Vorwurf der Beihilfe zum Mord als auch der kriminellen Verschwörung frei. Das Abstimmungsergebnis der Jury fiel mit 8 zu 1 deutlich aus. Am Vormittag hatten sich die Geschworenen für ihre Beratungen und die Entscheidungsfindung zurückgezogen. Fenech ist einer der wohlhabendsten Männer Maltas.
Zur Story