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International
Brasilien

Abholzung des Amazonaswaldes geht auf Rekordniveau weiter

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Bild: keystone

Die Fläche Hongkongs in einem Monat: Abholzung des Amazonaswaldes weiter auf Rekordniveau

05.06.2021, 11:38

Im brasilianischen Amazonasgebiet sind allein im Mai 1180 Quadratkilometer Regenwald abgeholzt worden – also etwas mehr als die Gesamtfläche Hongkongs. Dies ist eine Steigerung um 41 Prozent im Vergleich zum Mai vergangenen Jahres und der dritte Monat hintereinander, in dem die Abholzung des Amazonaswaldes Höchstwerte erreicht, wie aus Daten des Nationalen Instituts für Weltraumforschung (Inpe) am Freitag hervorging. Zudem wurde im Mai erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen eine Fläche von über 1000 Quadratkilometern abgeholzt.

Der Anteil Brasiliens am Amazonasgebiet, das sich über neun brasilianische Bundesstaaten erstreckt und als wichtiger CO2-Speicher gilt, entspricht flächenmässig der Grösse Westeuropas. Dem südamerikanischen Land wird deshalb eine Schlüsselrolle beim Klimaschutz zugeschrieben. Der US-Klimabeauftragte John Kerry hatte Brasilien im Kampf gegen den Klimawandel und zum Erhalt des Amazonasgebiets zuletzt in die Pflicht genommen.

«Die vorläufigen Daten zur Abholzung verdeutlichen noch mehr, wie sehr eines der grössten Reservate der Biodiversität des Planeten Tag für Tag Risiken ausgesetzt wird», hiess es in einer Mitteilung von Greenpeace Brasilien. Für die Klima-Denkfabrik «Observátorio do Klima» sind die Mai-Daten umso besorgniserregender, als die Trockenzeit im Amazonasgebiet erst beginnt: «Wenn sich die Tendenz in den kommenden zwei Monaten fortsetzt, könnte die Entwaldungsrate 2021 mit einem beispiellosen Hoch enden.» Die Rate bezieht sich auf den Zeitraum von August bis Juli.

Beide Organisationen kritisierten auch Staatspräsident Jair Bolsonaro und Umweltminister Ricardo Salles, bei dem die Bundespolizei Hausdurchsuchungen wegen des Verdachts auf mutmasslichen illegalen Holzexport vornahm. Bolsonaro befürwortet die Öffnung Amazoniens für die wirtschaftliche Ausbeutung. Ihm wird vorgeworfen, ein Klima geschaffen zu haben, in dem sich Farmer immer mehr zur Landnahme für agrarwirtschaftliche Nutzung ermutigt fühlen. Zugleich wurden Umwelt- und Kontrollbehörden geschwächt. Auch zerstört der illegale Goldabbau zunehmend indigene Gebiete. Er steht häufig am Beginn einer Kette, in der dann Holzfäller und Viehzüchter folgen. (viw/sda/dpa)

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Brände im Amazonas-Gebiet

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Brände im Amazonas-Gebiet
quelle: ap
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21 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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manhunt
05.06.2021 12:44registriert April 2014
und wenn die faschisten den planeten endgültig geplündert haben, werden sie einfach den linken, den homosexuellen, den indigenen oder den ausserirdischen die schuld dafür geben, dass es sich auf der erde nicht mehr leben lässt.
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Überdimensionierte Riesenshrimps aka Reaper
05.06.2021 13:17registriert Juni 2016
Stoppt endlich jemand diesen Irrsinn?
Stoppt endlich jemand den Fascho in Brasil?
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Linus Luchs
05.06.2021 14:29registriert Juli 2014
Ein Verbrechen gegen die Menschheit und gegen die Natur. Nun warten wir mal ab, ob am 13. Juni die ach so vernünftige Schweiz faktisch aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigt, indem das CO2-Gesetz abgelehnt wird. Das wäre dann ein freundliches Hallihallo aus dem Alpenland an Bolsonaro, Trump & Co..
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