International
Brasilien

Brasilien: Goldabbau zerstört zunehmend Indigenen-Gebiete

Brasilien: Goldabbau zerstört zunehmend Indigenen-Gebiete

26.05.2021, 05:4926.05.2021, 05:49
A gold miner washes a carpet used to trap gold fragments as he works at an illegal mine in the Amazon jungle, in the Itaituba area of Para state, Brazil, Friday, Aug. 21, 2020. It
Ein Goldgräber bei einer illegalen Mine im Amazonas. Bild: keystone

Indigene im Norden Brasiliens haben im ersten Quartal 2021 rund 200 Hektar Wald durch illegalen Goldabbau verloren. Dies geht aus einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Indigenen-Vereinigung «Hutukara Associação Yanomami» hervor. Sollte die Entwicklung in dem Tempo weitergehen, befürchten die Yanomami 2021 demnach einen neuen Höchstwert. 2020 waren 500 Hektar Amazonaswald auf ihrem geschützten Gebiet zerstört worden.

Die Zerstörung durch den Goldabbau auf dem von tiefen Kratern und Goldgräber-Lager durchzogenen Gebiet der Yanomami betrug dem Bericht zufolge 2130 Hektar. Ein Richter am Obersten Gerichtshof in Brasília hatte am Montag bestimmt, dass die brasilianische Regierung alles tun müsse, um die Sicherheit der indigenen Gebiete der Yanomami und Munduruku zu garantieren.

Beim Kampf um Land hatten illegale Goldgräber zuletzt Indigene und Polizei angegriffen. Mindestens fünf Menschen - vier illegale Goldgräber und ein Indigener - wurden durch Schüsse verletzt. Das Territorium der Yanomami ist mit fast 10 Millionen Hektar in den Bundesstaaten Roraima und Amazonas eines der grössten Schutzgebiete für indigene Gemeinschaften in Brasilien. Rund 27 000 Yanomami, die auch im benachbarten Venezuela beheimatet sind, leben dort.

Die Yanomami wurden durch ihren Kampf gegen Eindringlinge und das Strassenbauprojekt Transamazônica bekannt. 20 000 illegale Goldgräber halten sich nach Schätzungen der Yanomami in ihrem Gebiet auf. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Brände im Amazonas-Gebiet
1 / 19
Brände im Amazonas-Gebiet
In Brasilien steht der Wald in Flammen. Seit Wochen wüten Tausende Feuer im Amazonasgebiet und den angrenzenden Steppengebieten.
quelle: ap
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Eine Brasilianerin erzählt, wie es ist, während Corona in Brasilien zu leben
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Maricarmen wurde nach 70 Jahren aus ihrer Wohnung geschmissen: Riesenproteste in Spanien
Zehntausende Menschen haben in Madrid für das Recht auf Wohnen und gegen Zwangsräumungen demonstriert. Der Protest stand unter dem Motto «Ni una Maricarmen más» («Keine weitere Maricarmen») und richtete sich vor allem gegen die Zwangsräumung einer 87-Jährigen, die nach 70 Jahren aus ihrer Wohnung in der spanischen Hauptstadt vertrieben worden war. Das Innenministerium sprach von rund 25'000 Teilnehmern, die Veranstalter vom Mieterverband «Sindicato de Inquilinas» von 300'000.
Zur Story