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Boris Johnson soll die Stadt verlassen.

screenshot: bbc

Boris Johnson wollte mit Kleinstadt-Bewohnern ein wenig chatten – es kam nicht gut



Hinter Grossbritannien liegt eine turbulente Brexit-Woche. Premier Boris Johnson musste gleich mehrere Niederlagen bei Abstimmungen im Unterhaus hinnehmen. Er verlor seine Mehrheit im Parlament, schmiss 21 Abgeordnete aus seiner Fraktion. Und dann trat auch noch sein Bruder als Minister und Abgeordneter zurück ...

Es läuft nicht so wirklich für Boris Johnson. Eine kleine Szene seines Besuchs in Morley nahe Leeds scheint das in wenigen Sekunden zusammenzufassen.

Johnson ist in einem TV-Ausschnitt, der vom Donnerstag stammt, zu sehen, wie er über die Strasse gehen will und von einem Passanten aufgehalten wird. Der Mann lächelt und grüsst den Premierminister mit einem Handschlag, bevor er höflich zu Johnson sagt: «Bitte verlassen Sie die Stadt.»

«Ich werde es sehr bald tun», antwortet Johnson.

Der Mann schlägt ihm noch auf den Rücken.

Grossbritannien spricht über 3 Sekunden Johnson-Peinlichkeit

Drei Sekunden dauert die Szene. Ein Twitter-Nutzer teilte sie – mittlerweile wurde sein Video über 3 Millionen Mal aufgerufen.

Unter dem Hashtag #PleaseLeaveMyTown finden sich hunderte Reaktionen auf Twitter.

Eine Nutzerin fasst das Phänomen zusammen: «Dieser Mann sagt, was grosse Teile des Landes denken ...»

Peinliche Johnson-Szene, Nummer 2

Der Guardian berichtet noch von einer weiteren unangenehmen Begegnung für Johnson in Morley:

«Du solltest in Brüssel sein und verhandeln», habe ein Mann zu Johnson gesagt. Der Premier habe geantwortet, die Regierung habe bereits verhandelt. Aber der Mann habe nur entgegnet: «Das bist du nicht. Du bist in Morley, in Leeds.»

Peinliche Johnson-Szene, Nummer 3

Und, als wäre das nicht schon genug, macht noch eine weitere bemerkenswerte Szene mit Johnson die Runde.

Am Donnerstag sprach Johnson an einer Polizei-Akademie in Wakefield. Dabei brach hinter ihm eine Kadettin zusammen, die zuvor mit ihren Kollegen mehr als eine Stunde gestanden hatte.

Hier der Moment im Video:

Johnson drehte sich kurz um und fragte: «Geht es Ihnen gut?» Dann redete er weiter über den Brexit.

Zwei Abgeordnete des Unterhauses schrieben dem Polizeichef von West Yorkshire dann einen Brief, um ihre Sorgen über die Szene auszudrücken.

Paula Sherriff und Tracy Brabin (beide Labour) kritisierten, dass die Polizei für einen politischen Auftritt die Kadetten auf der Bühne habe stehen lassen.

Die britische HuffPost zitiert aus dem Brief:

«Wir waren daher erschrocken, als wir sahen, dass bei so knappen Ressourcen eine beträchtliche Anzahl junger Kadetten als Bühnendekoration für den Start des Wahlkampfes des Premierministers verwendet wurde.»

(ll/watson.de)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Nüübächler 06.09.2019 15:32
    Highlight Highlight Die Briten verheizen momentan gnadenlos jeden Premier. Ob er/sie nun Johnson oder May heissen, die britische Classe Politiqeu haben sich mit dieser Abstimmung über den EU Austritt einer Aufgabe angenommen die sie gar nicht umsetzen wollen. Da kann Premier sein wer will, solange die Abgeordneten den Volkswillen nicht umsetzen wollen bleibt dieser Job ein Kamikazeflug.
    • Shabaqa 06.09.2019 18:32
      Highlight Highlight Das Problem ist nicht das Wollen, sondern das Können. Das Referendum war eine unverbindliche Absichtserklärung. Daher gab es ja auch ein Ja. Ich bin mir ziemlich sicher, dass jede konkrete Vorlage (No Deal, Verbleib im Binnenmarkt, Verbleib in der Zollunion) nicht angenommen worden wäre, weil sie alle gravierende Nachteile haben - und damit zu viele Gegner. Genau so, wie das jetzt auch im Parlament der Fall ist.
  • Tjuck 06.09.2019 14:20
    Highlight Highlight Der Mann aus Morley hat recht. BJ sollte tatsächlich in Brüssel sein, hat er doch versprochen, das Abkommen neu zu verhandeln. Aber eben. War wohl blosses Geschwätz.
  • pamayer 06.09.2019 12:52
    Highlight Highlight so sollten wir unseren bürgerlichen "volksvertreter*innen" auch begegnen. ihnen all ihre bigotterie und perönliche bereicherung vorhalten. bis sie sich endlich mal schämen, was sie der schweiz antun.
    • just sayin' 07.09.2019 07:54
      Highlight Highlight nicht sehr erwachsen so mit menschen umzugehen (egal welcher partei).
    • Hans007 07.09.2019 08:45
      Highlight Highlight Sie haben recht. Die sollten sich mal in z.B. Kreuzlingen zeigen, eine einst blühende Kleinstadt mit viel Gewerbe und Industrie, und heute ein bevorzugter Wohnort von deutschen Steuerflüchtlingen, die sowieso in Konstanz einkaufen und leben. Kreuzlingen ist für Einheimische unbezahlbar geworden, und einkaufen tun sie in Konstanz. Das Zentrum ist plusminus ausgestorben. Das haben wir von unserer Abschotterei und unser Sonderrolle. Einige wenige werden reich, und viele arm.
  • Don Alejandro 06.09.2019 12:37
    Highlight Highlight Britischer Humor vom feinsten!
  • johnnyenglish 06.09.2019 12:14
    Highlight Highlight "You're playing games!" - "Well, I ..." - "You're playing games!" - "I can tell you that ..." - "You're playing games!" - "Let me ..." - "You're playing games!" - "I'd like to ..." - "You're playing games!"

    Sehr konstruktiv, diese Diskussion, die der Herr da führt.
  • Der Filz 06.09.2019 10:50
    Highlight Highlight Der Volkswillen hat nicht nur ein Gesicht.

    Die Frage ist nicht mehr, fällt 🇬🇧? Sondern, zerfällt die EU.

    • Ueli_DeSchwert 06.09.2019 11:32
      Highlight Highlight Du hast mit 2 Sätzen erklärt, dass du überhaupt nichts über die aktuelle Situation verstehst.
    • Fisherman 06.09.2019 11:45
      Highlight Highlight Danke Ueli. Hätte es nicht besser formulieren können.
    • Der Filz 06.09.2019 12:03
      Highlight Highlight Bin offen für die Erklärung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dan Rifter 06.09.2019 10:48
    Highlight Highlight Peinlichkeit Nummer 2 ist imho keine Peinlichkeit, sondern eine relativ differenziert ausfallende Kritik eines Bürgers.

    Diese sollte die Hauptaufmerksamkeit erhalten - nicht das anderr Kindergartenzeugs
    • Firefly 06.09.2019 13:48
      Highlight Highlight Chapeau! kann ich dazu nur sagen.
  • Luigi M. Gallo 06.09.2019 10:12
    Highlight Highlight Boris Johnson benimmt sich genau wie Matteo Salvini.
  • Wolf von Sparta 06.09.2019 10:08
    Highlight Highlight Trotzdem ist ein EU Austritt das Beste. Weiss nicht warum es da noch irgendwelche Gegener gibt?
    • Amadeus 06.09.2019 11:24
      Highlight Highlight Darum gehts auch nicht. Es ist klar, dass die UK die EU verlassen wird. Die Frage ist aber, mit oder ohne Deal. Und Boris behauptet zwar er wolle einen Deal, hat aber keinen Plan wie.
    • Ueli_DeSchwert 06.09.2019 11:35
      Highlight Highlight Ich verstehe dies nicht... Bei uns heisst es bei jeder Abstimmung "aber XY ist schlecht für die Wirtschaft" oder "da gehen Arbeitsplätze verloren". Meist vollkommen übertrieben.
      Und hier beim Brexit, der - wie man unschwer erkennen kann - schlecht für die Wirtschaft ist und Arbeitsplätze kostet und das Staatsbudget mehr belastet, als die EU jemals könnte, hier ist es wieder OK...
    • swisskiss 06.09.2019 11:53
      Highlight Highlight Wolf von Sparta: Wieso sollte das gut sein? Für wen gut? Die wesentlichen Probleme der Migration in Grossritannien kommen nicht von den rund 1,2 Millionen EU Arbeitern die auch das Rückgrat des Gesundheits- und Pflegesystem bilden, sondern die Erbschaft des Kolonialismus, die die Zuwanderung aus Ländern wie Pakistan, Bangladesh, Sri Lanka, Indien und Jamaika erleichtert, die nun in Parallelgesellschaften in jeder grössern Stadt Englands ersichtlich sind. DAS ist der politische und gesellschaftliche Sprengstoff! Da nützt es nichts, sich von Europa abzukapseln.
    Weitere Antworten anzeigen
  • thatstheshit 06.09.2019 09:48
    Highlight Highlight In der feinen englischen Art mitgeteilt, was er von Johnson hält. Herrlich!
    • Das ist lustig, weil ... 06.09.2019 10:38
      Highlight Highlight ... man unter der feinen englischen Art das anständige Verhalten eines englischen Gentlemans (ja, die Deklination ist etwas schräg) versteht, vorliegend gepaart mit dem klassischen britischen Humor, der üblicherweise schwarzer ist als die Seele von BJ. Das Verhalten des Herrn im Video (Hände schütteln, lächeln) und seine nicht den Gesten entsprechenden Worte erfüllen genau die obgenannten Eigenschaften.

      Der User zeigt dies mit seinem pointierten Kommentar wunderschön auf.
    • Trollerix 06.09.2019 11:07
      Highlight Highlight Absolut! Welch‘ edle Art die Briten doch haben. 😅
  • Doktor Dosenbier 06.09.2019 09:30
    Highlight Highlight Ich glaube das ganze würde für die Briten besser laufen, wenn die Queen die absolute Monarchie wieder einführen würde😂
    • Wolf von Sparta 06.09.2019 10:08
      Highlight Highlight Wäre ich eigentlich schon lange dafür. Weiss nicht warum man das jemals ändern musste.
    • Aladdin 06.09.2019 11:02
      Highlight Highlight @. Doktor Dosenbier: Nein, da bin ich nicht Ihrer Meinung.
      Politiker können gewählt, aber auch wieder abgewählt werden.
      Das Abwählen von Königen ist entschieden schwieriger.
      Es ist zum Beispiel die Königin, die die Zwangspause abgenickt hat. Damit hat die Königin das unsägliche Ausmanöverieren des Parlaments durch Herrn Johnson erst ermöglicht.
      Spätestens jetzt ist der Moment um die Monarchie abzuschaffen und ihr nicht im Gegenteil noch mehr Macht zu geben.
      Aber wenn die Briten sich die Monarchie weiter halten wollen. . . Es sind ja auch die Briten, die das Ganze bezahlen.
    • Gurgelhals 06.09.2019 11:17
      Highlight Highlight "Wieder einführen"? Die Briten hatten nie eine absolute Monarchie. Als Charles I damals versuchte diese kontinentale Saumode zu importieren, hat man ihn bekanntlich einen Kopf kürzer gemacht.

      Gut, man kann vielleicht argumentieren, dass gewisse Tudors (Henry VIII, Elizabeth I) faktisch wie absolute Monarchen durchregieren konnten, aber auch in dieser Zeit gab es immer auch ein Parlament.
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