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China macht Drohung wahr: WHO-Chef nach Kritik an Zero-Covid-Strategie prompt zensiert

12.05.2022, 05:3712.05.2022, 13:09

Während in Europa die Coronavirus-Pandemie kaum mehr ein Thema ist, machen das Virus und dessen Folgen der Bevölkerung Chinas nach wie vor zu schaffen. Staatspräsident Xi Jinping und die Kommunistische Partei halten nach wie vor an ihrer Zero-Covid-Strategie fest, weshalb noch immer strikte Regeln gelten. In Shanghai herrscht bereits seit Wochen ein Lockdown.

Auch Massentests gehören zu den strikten Massnahmen in China.
Auch Massentests gehören zu den strikten Massnahmen in China.Bild: keystone

Die chinesische Strategie steht im Ausland nun seit geraumer Zeit in der Kritik – am Dienstag äusserte sich auch die World Health Organization (WHO) dazu. Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus machte dabei klar, dass man den Ansatz Chinas nicht nachvollziehen könne. «Wir denken nicht, dass das nachhaltig ist, wenn man bedenkt, wie sich das Virus verhält und wie die Zukunft aussehen könnte», so Ghebreyesus gegenüber den Medien.

Dies habe man auch den Chinesen in einem Gespräch so erklärt, führte er weiter aus. «Wir haben mit chinesischen Experten gesprochen und darauf hingewiesen, dass ihr Ansatz nicht tragbar sein wird. Ich denke, ein Umlenken wird sehr wichtig sein», sagte er. Diese Ausführungen wurden nicht nur von den Medien wiedergegeben, sondern auch auf diversen Social-Media-Kanälen geteilt. So etwa auch auf den chinesischen Plattformen Weibo und WeChat.

Auf diesen blieben die Äusserungen des WHO-Generaldirektors allerdings nicht lange. Auf Weibo war der Post der Gesundheitsorganisation bereits am Mittwochmorgen nicht mehr einsehbar. Grund dafür seien «die Privacy-Einstellungen des Verfassers», wird auf der Plattform offiziell angegeben. Gleichzeitig verschwanden allerdings auch weitere Inhalte: So ist etwa der Hashtag mit Ghebreyesus' Namen zensiert worden.

So sieht die App WeChat aus.
So sieht die App WeChat aus.Bild: keystone

Ebenfalls am Mittwochmorgen wurde das Verbreiten eines Artikels der WHO auf der Chat-Plattform WeChat gestoppt. Als Grund dafür wurde ein «Vergehen gegen relevante Regeln und Regulierungen» angegeben. Auch Videos der Rede von Ghebreyesus waren nicht mehr auffindbar.

Aufgrund der Kritik der WHO entschied sich zudem die chinesische Regierung für eine Stellungnahme. «Wir hoffen, dass relevante Leute Chinas Epidemie-Bekämpfung und Kontrollstrategie objektiver und rationaler betrachten können», so Zhao Lijian, ein Sprecher der Regierung, am Mittwoch.

China hatte in den vergangenen Tagen trotz Unruhen in Shanghai am Lockdown festgehalten. Zudem hatten Xi Jinping und seine Kommunistische Partie klargemacht, dass man Kritik nicht tolerieren werde und angekündigt, gegen jegliches Hinterfragen oder Brechen der Regeln vorzugehen. (dab)

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Welcome to China – das denkt das Internet über China

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Welcome to China – das denkt das Internet über China
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Gefährliche Szene – Kinder spielen auf Hausdach in Nordchina

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57 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Rethinking
12.05.2022 06:16registriert Oktober 2018
Ich hoffe die Westlichen Ländern lernen nun endlich dass sie wieder vieles selber herstellen und sich von Ländern wie China, Russland aber auch von anderen Staaten mit Öl und Gas weniger abhängig machen müssen…

Interessanterweise sind ja viele Staaten die Bodenschätze haben nicht gerade Musterschüler wenn es um Menschenrechte, Demokratie etc. geht…
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demian
12.05.2022 06:59registriert November 2016
Wie stellt sich das Xi vor? Lockdowns für die nächsten 20 Jahre?

Wenigstens ist Taiwan sicher vor Xi's Weltmachtgelüsten. Zumindest solange er China immer wieder in den Lockdown schickt.
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Callao
12.05.2022 06:22registriert April 2020
China meint doch tatsächlich, ein Virus mittels Befehl den Garaus machen zu können! Ein Beweis mehr dafür, wie sie Gefangene ihrer eigenen Ideologie sind. Genau deswegen sind in der Vergangenheit ganze Imperien untergegangen.
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