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China-Aussenminister weist «Völkermord»-Vorwurf an Uiguren zurück – und warnt die USA

07.03.2021, 10:1207.03.2021, 13:58
Wang Yi.
Wang Yi.Bild: keystone

Chinas Aussenminister Wang Yi hat den Vorwurf des «Völkermords» unter der muslimischen Minderheit der Uiguren in Nordwestchina entschieden zurückgewiesen. «Die Behauptung, dass es Völkermord in Xinjiang gibt, könnte nicht abwegiger sein», sagte der Aussenminister am Sonntag auf einer Pressekonferenz aus Anlass der Jahrestagung des chinesischen Volkskongresses in Peking. Er sprach von «Gerüchten» und «Lügen», mit denen westliche Politiker darauf abzielten, die Sicherheit und Stabilität in der autonomen Region zu untergraben und Chinas Entwicklung zu behindern.

Menschenrechtsgruppen schätzen, dass Hunderttausende Uiguren, Kasachen, Hui oder andere Mitglieder muslimischer Minoritäten in Xinjiang in Umerziehungslager gesteckt worden sind. China spricht hingegen von Fortbildungszentren. Uiguren sind ethnisch mit den Türken verwandt und fühlen sich in Xinjiang von den herrschenden Han-Chinesen unterdrückt. Nach ihrer Machtübernahme 1949 in Peking hatten die Kommunisten das frühere Ostturkestan der Volksrepublik einverleibt. Peking wirft uigurischen Gruppen Terrorismus vor.

Der neue US-Aussenminister Antony Blinken hatte Ende Januar seine persönliche Ansicht geäussert, dass an den Uiguren ein «Genozid» begangen werde. Die neue US-Regierung hat allerdings noch keine offizielle Position in der Frage bezogen, die dann auch juristische Folgen hätte. Blinkens Amtsvorgänger Mike Pompeo hatte einen Tag vor seinem Ausscheiden aus dem Amt den Vorwurf erhoben, dass Peking in Xinjiang «Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit» begehe.

USA sollen sich nicht einmischen

Wang Yi hat weiter die USA aufgefordert, sich nicht in Chinas innere Angelegenheiten einzumischen. Auch weise China «grundlose Beschuldigungen» zurück, sagte Chinas Aussenminister Wang Yi am Sonntag auf einer Pressekonferenz aus Anlass der Jahrestagung des chinesischen Volkskongresses in Peking.

Die Beziehungen sollten als «gesunder Wettbewerb» gestaltet werden – nicht «mit Schuldzuweisungen». China sei offen, eine neue Kooperation zu erkunden, sagte Wang Yi. Washington müsse aber «unvernünftige Beschränkungen in der Zusammenarbeit beseitigen und keine Hindernisse schaffen», um die Beziehungen auf einen neuen Weg zu bringen.

Die Beziehungen zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften waren unter US-Präsident Donald Trump auf einen historischen Tiefstand gefallen. Der neue amerikanische Präsident Joe Biden hat angedeutet, auch einen harten Kurs gegenüber China verfolgen zu wollen, allerdings weniger im Alleingang wie sein Vorgänger, sondern eher in Zusammenarbeit mit Verbündeten.

(aeg/sda/dpa)

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13 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Malesch
07.03.2021 10:52registriert April 2018
Ich liebe China. Wie die mit der Umwelt umgehen. Ferienlager für andere Völker organisieren. Einfach vorbildlich. Nachbarschaft wird gross geschrieben. Man schaut auf sich. Endlich ist auch jemand da der sich um Afrika kümmert.

Ironie Off.
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Bächli
07.03.2021 12:52registriert März 2020
So lange die chinesische Führung keine unabhängigen Beobachter in die Lager lässt, glaube ich ihnen kein Wort.
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UrsK
07.03.2021 10:50registriert März 2017
Auch wenn das vielleicht die Argumentationskette etwas durcheinander bringt, sollte man doch an den Fakten orientieren: Es gab zwei zaghafte Versuche (1933-1934 und 1943-1949) ein Ostturkestan zu etablieren.Beide Versuche scheiterten, und was wichtiger ist: Sie machten nur einen Bruchteil dessen aus, was wir heute als "Autonome Region Xinjiang" kennen.Von einer Einverleibung kann keine Rede sein.Die heutige Situation ist nichts desto trotz katastrophal und der Westen müsste mal ein Zeichen setzen und mit einer Stimme sprechen.Nächstes Jahr gäbe es da so einen Event, den man auslassen könnte...
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