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epa04099111 (FILE) A file photograph showing US first Battalion, M1A2 Abrams battle tanks and M2A3 Bradley fighting vehicles of the 12th Army Cavalry regiment, arrive from the first Cavalry Division of Texas, USA, at Busan eight port in Busan, South Korea, 07 February 2014. Media reports on 24 February 2014 state that US Defense Secretary Chuck Hagel plans to downsize the US Army to its smallest force since before World War II in his 2015 budget.  EPA/JEON HEON-KYUN *** Local Caption *** 51214404

Panzer der US-Army: Die Vereinigten Staaten sind immer noch Waffen-Dealer Nummer 1.
Bild: JEON HEON-KYUN/EPA/KEYSTONE

China holt auf, die USA bleibt klar Nummer 1: Staaten geben wieder mehr Geld für Waffen aus



Die weltweiten Militärausgaben sind 2015 erstmals seit vier Jahren wieder gestiegen. Insgesamt gaben die Staaten im vergangenen Jahr 1,676 Billionen Dollar für militärische Zwecke aus. Das geht aus dem Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri hervor.

Damit lagen diese Ausgaben ein Prozent über jenen des Vorjahrs, teilte das Institut am Dienstag mit. In den vorangegangenen Jahren hatte das Institut jeweils einen leichten Rückgang registriert.

Die Stockholmer Wissenschaftler registrierten grosse regionale Unterschiede. Besonders deutlich stiegen die Militärbudgets in Ländern Osteuropas und des Nahen Ostens. Dort schlugen sich bewaffnete Konflikte – etwa in Syrien, im Jemen oder in der Ukraine – in wachsenden Ausgaben nieder.

USA noch weit vor China

Die Ausgaben gingen hingegen in Nordamerika und Westeuropa im Jahr 2015 weiter zurück, auch wenn die USA immer noch das mit Abstand grösste Militärbudget aller Länder haben. Die USA gaben vergangenes Jahr laut Sipri rund 596 Milliarden Dollar für das Militär aus. Das waren 2,4 Prozent weniger als im Vorjahr – aber immer noch 36 Prozent aller weltweiten Militärausgaben im Jahr 2015.

Auf Platz zwei folgte China mit umgerechnet 215 Milliarden Dollar (plus 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Dem schlossen sich Saudi-Arabien mit 87,1 Milliarden Dollar (plus 5,7 Prozent) und Russland mit 66,4 Milliarden Dollar (plus 7,5 Prozent) an.

Soldiers of China's People's Liberation Army (PLA) march during the military parade marking the 70th anniversary of the end of World War Two, in Beijing, China, September 3, 2015. REUTERS/Damir Sagolj

Soldaten der chinesischen Volksbefreiungsarmee: Die Ausgaben sind markant gestiegen. 
Bild: DAMIR SAGOLJ/REUTERS

Die Auswertung des Stockholmer Instituts macht deutlich, wie bewaffnete Konflikte auch auf die Militärausgaben der Nachbarländer ausstrahlen. Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine liess nicht nur die Militärausgaben dieser beiden Länder ansteigen.

Kräftige Zuwächse registrierte Sipri auch in Anrainerstaaten wie Polen und den drei baltischen Ländern, die eine stärkere militärische Bedrohung durch Russland fürchten. Insgesamt legten die Militärbudgets in Ostmitteleuropa um 13 Prozent zu.

Wegen Ölpreiszerfall weniger aufgerüstet

Eine dämpfende Wirkung auf die Militärbudgets hatten hingegen die fallenden Ölpreise. Das weltweit grösste Minus in den Militärbudgets hatten 2015 die Ölländer Venezuela (minus 64 Prozent) und Angola (minus 42 Prozent) zu verzeichnen.

Russland, das ebenfalls durch die sinkenden Öleinnahmen belastet ist, verzeichnete zwar ein Plus von 7,5 Prozent bei den Militärausgaben. Dies war allerdings weniger, als Moskau zunächst geplant hatte.

Eine mögliche Trendwende sehen die Stockholmer Experten bei den Militärausgaben in Nordamerika und Westeuropa, die nach 2009 immer weiter gefallen waren. Deutschland, Frankreich und Grossbritannien haben bereits eine Erhöhung ihrer Etats angekündigt. Sie reagieren damit auch auf die gestiegenen Anforderungen an ihre Truppen etwa durch Gewalt fundamentaler Islamisten.

«Die unberechenbaren politischen und wirtschaftlichen Umstände lassen die Entwicklung der kommenden Jahre ungewiss erscheinen», resümierte der Chef des Sipri-Militärausgabenprojekts, Sam Perlo-Freeman. «Einerseits spiegelt die Ausgabenentwicklung die zunehmenden Konflikte in vielen Teilen der Welt wider. Andererseits zeigen sie einen klaren Bruch mit dem Ausgaben-Boom der vergangenen Jahre, der vor allem durch Öleinnahmen genährt worden war.» (sda/afp)

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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Paco69 05.04.2016 19:12
    Highlight Highlight

    Chinas Streitkäfte-Schock war der 100-Stunden-Kieg, der Saddam Husseins Armee, die viertgrösste der Welt, vernichtete.
    Die chinesische Führung nahm wahr, dass ihre Armee genau so durch den Fleischwolf gedreht werden kann, weil sie einer hoffnungslos veralteten Doktrin anhing.
    Allerdings ist es nicht damit getan, auf oberster Ebene irgend was mit "Joint" zu propagieren.
    Dazu ist ein Umbau der Führung auf allen Ebenen genau so notwendig wie eine völlige Änderung der Ausbildung und Führungs-Prinzipien, die einer Diktatur nur sehr schwer fallen dürfte...
    • Paco69 05.04.2016 20:51
      Highlight Highlight 2)
      ,denn eine Armee, in der jeder mitdenkt und mitlenkt, entgleitet der strikten vertikalen Kontrolle.
      Dass daneben auch enorme technologische und finanzielle Hürden zu meistern sind, um die Doktrin mit Leben zu erfüllen, dass HighTech-Waffen und vor allem Kommunikations-Systeme notwendig sind, die China einfach nicht hat und auch so bald nicht haben wird, kommt noch dazu.
  • Tevvlo 05.04.2016 08:22
    Highlight Highlight Neuer Kalter Krieg Incoming
  • Kibar Feyzo 05.04.2016 07:36
    Highlight Highlight Wieviel die US Rüstungsindustrie im Vergleich zum Rest der Welt jährlich einnimmt hättet ihr auch schreiben können.

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