International
China

Hongkong: Erneut Zehntausende bei Demonstration trotz Verbotes

Protesters, some carrying U.S. flags march on a street in Hong Kong, Sunday, Sept. 15, 2019. Thousands of Hong Kong people chanted slogans and marched Sunday at a downtown shopping district in defianc ...
Auch diesen Sonntag gingen wieder Zehntausende auf Hongkongs Strassen.Bild: AP

Trotz Demonstrationsverbots: Erneut protestieren Zehntausende in Hongkong

15.09.2019, 11:5715.09.2019, 11:57

Trotz des Verbots einer Grossdemonstration sind am Sonntag in Hongkong wieder einige Zehntausend Regierungskritiker auf die Strasse gegangen. Es kam zu Zusammenstössen, die Polizei setzte Tränengas ein.

Radikale Demonstranten errichteten Strassenblockaden, beschädigten U-Bahn-Einrichtungen und warfen Brandsätze.

Es ist das 15. Wochenende in Folge, an dem in der chinesischen Sonderverwaltungsregion demonstriert wurde. Die Demonstranten fordern unter anderem eine unabhängige Untersuchung von Polizeibrutalität, Amnestie für die bereits mehr als 1000 Festgenommenen und freie Wahlen.

Aus Sicherheitsgründen hatte die Polizei eine Grossdemonstration untersagt, zu der die Civil Human Rights Front aufgerufen hatte. Die Gruppe hatte schon Demonstrationen mit Hunderttausenden bis zu mehr als einer Million Teilnehmern organisiert.

Seit mehr als vier Monaten wird in Hongkong gegen die dortige Regierung und den wachsenden Einfluss der kommunistischen Führung in Peking auf die Sonderverwaltungsregion protestiert. Im Anschluss war es häufig zu Zusammenstössen mit der Polizei gekommen.

Die frühere britische Kronkolonie wird seit der Rückgabe 1997 an China mit einem eigenen Grundgesetz nach dem Prinzip «ein Land, zwei Systeme» autonom regiert. Die sieben Millionen Hongkonger stehen unter Chinas Souveränität, geniessen aber - anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik - mehr Rechte wie etwa Meinungs- und Versammlungsfreiheit. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
«Hongkong ist das neue Berlin in einem neuen Kalten Krieg»
Video: srf
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Sollte Kim Jong Un getötet werden, zündet Nordkorea die Atombombe
Die Verfassung Nordkoreas wurde angepasst. Sollte Machthaber Kim Jong Un durch ausländische Streitkräfte getötet oder handlungsunfähig gemacht werden, muss demnach unverzüglich ein Atomschlag folgen. Hintergrund ist der israelisch-amerikanische Angriff auf Irans Führer Ali Chamenei.
Die Verfassungsänderung wurde am Donnerstag vom südkoreanischen Geheimdienst bekannt gegeben, wie der britische Telegraph berichtete. Demnach sollen «automatisch und unverzüglich» Atomwaffen zum Einsatz kommen, wenn der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un bei einem ausländischen Angriff getötet oder handlungsunfähig gemacht wird.
Zur Story