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Der lange Weg zurück: Diese 6 Länder lockern ihre Corona-Massnahmen



Wie soll die Rückkehr zu einer Art normalem Alltag nach der Corona-Pandemie am besten gelingen? Während Deutschland die geeignetste Exit-Strategie sucht, hat sich eine Reihe von Ländern bereits vorsichtig an eine Lockerung erster Corona-Massnahmen gewagt: Dänemark will Krippen, Kindergärten und Schulen bis zur fünften Klasse wieder öffnen, die Österreicher dürfen nach Ostern zumindest wieder in den Baumarkt und in kleinere Geschäfte. Ein Überblick über die Länder, die ihre ersten in der Coronakrise ergriffenen Massnahmen lockern:

Anzahl der positiv Getesteten in Österreich, Tschechien, Dänemark, Litauen und Norwegen

Lockdown-Länder im Vergleich (ohne China)

Weil China mit über 80'000 positiv Getesteten deutlich mehr Fälle aufweist, ist es nicht Bestandteil der Grafik. Bild: watson

Dänemark

Coronavirus in Dänemark

Bestätigte Fälle: 4681
Todesfälle: 187
Einwohner: 5.8 Millionen

Ministerpräsidentin Mette Frederiksen sprach von einer «ersten vorsichtigen Phase» der Öffnung des Landes: In einem ersten Schritt sollen dänische Kinderkrippen, Kindergärten sowie die Schulen für Kinder bis zur fünften Klasse ab dem 15. April wieder öffnen. Damit will die dänische Regierung zunächst die Eltern entlasten, die sich neben der Arbeit im Homeoffice bislang auch noch um ihre jüngeren Kinder kümmern mussten.

Alle weiteren Massnahmen hat Frederiksen im selben Atemzug um vier Wochen verlängert: Die dänischen Grenzen, auch die nach Deutschland, bleiben vorläufig bis zum 10. Mai dicht. Gleiches gilt - laut Frederiksen zumindest bis zur nächsten Phase der Öffnung - für Restaurants, Cafés, Kneipen sowie Theater und weitere Freizeiteinrichtungen. Versammlungen mit mehr als zehn Personen sind weiter verboten, Grossveranstaltungen bis Ende August untersagt.

Österreich

Coronavirus in Österreich

Bestätigte Fälle: 12'297
Todesfälle: 220
Einwohner: 8.9 Millionen

Wie Dänemark hatte auch Österreich besonders früh mit strikten Massnahmen auf das Coronavirus reagiert. In der Alpenrepublik geht es nun am 14. April mit dem zaghaften Rückweg los: Kleine Geschäfte sowie Bau- und Gartenmärkte dürfen dann laut Bundeskanzler Sebastian Kurz unter strengen Auflagen wieder öffnen. Ab dem 1. Mai sollen alle Geschäfte, Einkaufszentren und Friseure folgen dürfen. Ein Zeitplan zur Öffnung von Hotels und Gastronomie soll Ende April stehen, Ziel ist eine Wiederaufnahme des Betriebs ab Mitte Mai.

Die Ausgangsbeschränkungen werden bis Ende April verlängert - das bedeutet, dass man die Wohnung weiter nur mit triftigem Grund verlassen darf. Die Schulen bleiben bis Mitte Mai zu. Veranstaltungen sollen bis Ende Juni nicht stattfinden. Die bestehende Maskenpflicht im Supermarkt wird ab dem 14. April auf alle geöffneten Läden und die öffentlichen Verkehrsmittel ausgedehnt.

Tschechien

Coronavirus in Tschechien

Bestätigte Fälle: 4822
Todesfälle: 78
Einwohner: 10.7 Millionen

Die Tschechen dürfen nach einem Beschluss ihres Minderheitenkabinetts seit Dienstag wieder Tennis oder Golf spielen. Zudem dürfen erste in der Coronakrise geschlossene Geschäfte ab Donnerstag wieder öffnen, darunter Hobby- und Baumärkte, der Eisenwarenhandel sowie Fahrradwerkstätten. Gleichzeitig werden die Hygieneregeln für den Einzelhandel verschärft: Der Mindestabstand zwischen Kunden muss zwei Meter betragen, am Eingang müssen Desinfektionsmittel und Einweghandschuhe bereitgestellt werden.

Die Regierung in Prag spricht ausserdem davon, dass ab dem 14. April unabdingbare, notwendige Reisen ins Ausland erlaubt werden sollen, also etwa für Arztbesuche oder Geschäftsreisen. Bislang gilt in dem östlichen deutschen Nachbarland ein striktes Ausreiseverbot.

Litauen

Coronavirus in Litauen

Bestätigte Fälle: 843
Todesfälle: 59
Einwohner: 2.8 Millionen

Auch in dem EU-Land Litauen keimt Hoffnung auf. «Wir werden wahrscheinlich die Bedingungen für bestimmte kleine Unternehmen lockern und sehr klare Bedingungen festlegen», sagte der litauische Regierungschef Saulius Skvernelis am Dienstag in Vilnius. Demnach sollen diese Firmen wieder für Kunden öffnen dürfen, wenn sie bestimmte Vorkehrungen wie etwa Zugangsbeschränkungen, Ein- und Auslasskontrollen und erhöhte Hygienestandards erfüllen. Händler müssen Schutzkleidung tragen und dürfen keiner Risikogruppe angehören.

Über konkrete Änderungen solle aber erst später in der Woche entschieden werden, sagte Skvernelis. Gleichzeitig erwägt seine Regierung, die landesweite Corona-Quarantäne um zwei Wochen zu verlängern, unter die sie das Land zunächst bis Ostern gestellt hatte.

Norwegen

Coronavirus in Norwegen

Bestätigte Fälle: 5755
Todesfälle: 59
Einwohner: 5.4 Millionen

Die Norweger folgen bei ihrem Weg aus dem Corona-Zustand teilweise ihren skandinavischen Freunden aus Dänemark – und wagen sich noch ein Stück darüber hinaus: Zwar werden die Kindergärten erst am 20. und die Schulen für Erst- bis Viertklässler am 27. April geöffnet, wie Regierungschefin Erna Solberg am Dienstag ankündigte. Doch der Plan aus Oslo geht noch ein bisschen weiter: Zum einen dürfen die Norweger bereits ab dem 20. April wieder auf ihren geliebten Hütten übernachten, zum anderen dürfen ab dann auch Physiotherapeuten und Psychologen ihre Arbeit wiederaufnehmen, sofern sie die entsprechenden Anforderungen zum Vorbeugen eines Ansteckungsrisikos erfüllen. Friseure und Hautpfleger dürfen das sieben Tage später auch.

Hinzu kommt die Hoffnung, alle Schüler noch vor dem Sommer zurück in die Schulen zu bringen. Die Grenzen des Landes bleiben derweil weiter geschlossen. Norweger, die in ihre Heimat zurückkehren, müssen zudem weiter 14 Tage lang in Quarantäne.

China

Coronavirus in China

Bestätigte Fälle: 82'698
Todesfälle: 3335
Einwohner: 1.4 Milliarden

Im Ursprungsort der Pandemie, dem zentralchinesischen Wuhan, sind mehr als zweieinhalb Monate nach der Abriegelung am Mittwoch auch die letzten Bewegungsbeschränkungen für die elf Millionen Bewohner aufgehoben worden. Der innerstädtische Verkehr wird wieder normalisiert, der Flughafen nimmt seine Flüge wieder auf. Autos dürfen die Stadt wieder verlassen und die Menschen mit dem Zug auch wieder wegreisen - sofern sie denn gesund sind und in einer jetzt überall in China eingesetzten Corona-Gesundheits-App auf ihrem Handy einen grünen Code nachweisen können. Wer Kontakt zu Infizierten hatte, wird darin automatisch auf Rot gesetzt und darf nicht reisen.

Und auch die Vorbeugungsmassnahmen sind weiter strikt: Es soll weiter Fieber gemessen und Mundschutz getragen werden. Kindergärten, Schulen und Hochschulen bleiben vorerst weiter geschlossen. (lea/meg/sda/dpa)

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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • KaiBrot 08.04.2020 19:00
    Highlight Highlight Mir sagen diese Zahlen, dass sich in A und CH etwa 0.1% bis 0.25% der Bevölkerungen nachweislich angesteckt haben. Eine Immunität in der Bevölkerung ist also selbst bei hoher Dunkelziffer bloss marginal vorhanden. Die Gefahr, dass man mit Lockerungen eine neue Welle mit vielen Toten auslöst ist praktisch gleich gross wie zu Beginn. Will man das Virus aus der Welt schaffen, braucht man Tests, Tools und eines Tages den Impfstoff, aber sicher keine Lockerungen...
  • KeineSchlafmützeBeimFahren 08.04.2020 15:18
    Highlight Highlight Und die Schweiz? Deutschland? Diese Länder haben es bisher nicht geschafft, ihrer Bevölkerung einen Ausstiegsplan vorzulegen. Sehr schade!
    • Raembe 08.04.2020 16:00
      Highlight Highlight Am 16.4.2020 wird informiert, warts doch einfach mal ab. Die Situation wird täglich neu beurteilt und analysiert. Dich zu nerven kostet nur sinnlose Energie.
    • Chabis 08.04.2020 16:07
      Highlight Highlight Die haben noch keinen Ausstiegsplan präsentiert weils noch zu früh dafür ist. Nützt ja nix wenn wir wieder zum Normalzustand zurück kehren und die Zahl die infizierten wieder exponentiell ansteigt, nur damit wir dann in 3 Wochen wieder zum Lockdown zurückkehren müssen.
    • mrmikech 08.04.2020 17:34
      Highlight Highlight Kommentar schreiben aber nicht gut lesen. Typisch. Bund hast gesagt Ausstiegsplan folgt umgehend. Also noch mal bitzli geduld. Merci.
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