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Wirkliche Abhilfe im Kampf gegen Corona wird wahrscheinlich erst eine Impfung bringen. Bild: shutterstock

Good News: Noch dieses Jahr kommt wohl ein Covid-19-Medikament auf den Markt



Der Präsident des deutschen Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Karl Broich, hat die Einschätzung von Experten bestätigt, dass es noch in diesem Jahr eine Zulassung für Covid-19-Medikamente geben könnte. «Ich gehe davon aus, dass wir bis zum Spätsommer die ersten belastbaren Ergebnisse aus den derzeit laufenden Studien bekommen», sagte Broich dem «General-Anzeiger» aus Bonn (Samstag). «Wenn die Daten es hergeben, bin ich sehr zuversichtlich, dass wir noch in diesem Jahr eine Zulassung erteilen können.»

Noch gebe es für kein Arzneimittel ausreichende Wirksamkeitsbelege, betonte er auch. Positive Hinweise etwa bei Remdesivir seien mit Fragezeichen versehen. «Aktuell lassen sich zu keinem Arzneimittel Aussagen zu dessen Wirksamkeit bei Covid-19 treffen», heisst es beim BfArM. Zunächst seien die Ergebnisse laufender klinischer Prüfungen abzuwarten. Hervorragend wirkende Wundermittel erwarten Experten ohnehin nicht – wirkliche Abhilfe im Kampf gegen Corona wird wahrscheinlich erst eine Impfung bringen, mit der aber erst in etwa einem Jahr gerechnet wird.

Die Entwicklung eines gänzlich neuen Arzneimittels zur Behandlung spezifischer Infektionen nimmt üblicherweise mehrere Jahre in Anspruch. Vor allem die klinischen Studien an Menschen sind sehr aufwendig. Derzeit konzentrieren sich viele Ansätze daher auf Medikamente, die sich bereits in der Entwicklung für andere Erkrankungen befinden oder sogar schon für andere Bereiche zugelassen sind. Ihr Einsatz könnte schneller erfolgen als bei der Entwicklung eines neuen Wirkstoffs.

Malariamittel im Test

Derzeit hat das BfArM drei klinische Prüfungen mit Remdesivir bei Covid-19 genehmigt. «Alle in diese Studien einbezogenen Patienten sind moderat bis schwer erkrankt und werden stationär behandelt», hiess es vom Institut. Zudem habe man Anfang April ein Arzneimittelhärtefallprogramm für das noch nicht zugelassene Mittel für sehr schwer an Covid-19 erkrankte Patienten bestätigt.

Die Substanz Remdesivir, die sich direkt gegen das Virus richtet, wurde ursprünglich gegen Ebola-Infektionen entwickelt. Da sie damals in der klinischen Prüfung keine guten Ergebnisse brachte, wurde die Entwicklung nicht weiterverfolgt. Weil erste Laborergebnisse im Einsatz gegen Coronaviren aber gut aussahen, wird Remdesivir nun unter anderem in Deutschland in klinischen Studien getestet.

Zudem seien vier klinische Prüfungen mit Hydroxychloroquin genehmigt, bei denen Menschen mit leichter Covid-19-Erkrankung ambulant oder moderat bis schwer erkrankte Patienten stationär behandelt werden, so das BfArM. Der Wirkstoff ist ein Malariamittel und zielt nicht direkt auf das Virus ab, sondern greift in zelluläre Prozesse ein, die für das Virus existenziell sind. Er hat allerdings erhebliche Nebenwirkungen.

Experten setzen auf neutralisierende Antikörper

Des weiteren wurde dem BfArM zufolge eine klinische Prüfung eines sogenannten Angiotensin-Converting-Enzyms 2 (ACE2) an schwer erkrankten Covid-19-Patienten genehmigt. Das Enzym könnte den Erreger Sars-CoV-2 daran hindern, in die Zellen einzudringen.

Als erfolgversprechend werden aktuell von vielen Experten neutralisierende Antikörper gesehen. Menschen bilden Antikörper gegen verschiedenste Krankheitserreger, die in den Körper gelangen – auch gegen das neue Coronavirus. Eine klinisch etablierte Methode ist es, Antikörper von genesenen Menschen zu nehmen und Erkrankten zu geben. Bei diesen können die Antikörper dann den jeweiligen Erreger bekämpfen. Es gibt an mehreren Stellen in Deutschland – ebenso wie in anderen Ländern – Ansätze, dieses Potenzial zu nutzen. (viw/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • champedissle 12.04.2020 11:17
    Highlight Highlight Medikamente dürften tatsächlich noch dieses Jahr auf den Markt kommen, das weiss man seit langem. Nur ist das Problem dass ja Medikamente erst nach der Erkrankung eingesetzt werden können und nicht zur Prophilaxe. Wir müssen also wirklich auf die Impfung warten und das wird dauern. Aber immerhin, die Todesrate sollte mit wirksamen Medis massiv sinken.
    • cheeky Badger 12.04.2020 12:03
      Highlight Highlight Da hast du Recht.

      Sollten die Medis dann aber gut wirken, wäre eine ansteckung nicht mehr so schlimm. Beispielsweise wenn sich die erkrankung dann nicht mehr auf die Lunge auswirkt, ist auch Der Risikogruppe geholfen.

      Dann könnte man einfach im Eiltempo durchseuchen.
  • COVID-19 ist Evolution 12.04.2020 08:40
    Highlight Highlight Es ist gut diese Medikamente zu haben, nur bin ich mir in der Beurteilung als "Good News" nicht so sicher.

    Wem folgendes zu zynisch klingt, dem empfehle ich einen Tag vor Ort im Spital zu erleben.

    Wenn man sich die Hauptkundschaft dieser Medikamente anschaut, so gibt die Medizin hier einer Risikogruppe ca. ein ziemlich beschissen verlaufendes halbes Jahr weiteres Leben.

    Ja, die Anzahl der Toten durch COVID-19 kann so gesenkt werden, da die Leut an was anderem sterben. Diesen Erfolg lässt sich Pharma vergolden. Die Intensivbetten sind damit länger blockiert. Glückwunsch!
    • ChlyklassSFI 12.04.2020 09:40
      Highlight Highlight Worauf gründet deine Expertise?
    • COVID-19 ist Evolution 12.04.2020 10:20
      Highlight Highlight @ChlyklassSFI ich meine wir sollten hier nicht zu persönlich werden. Gerne aber gebe ich einen Artikel an die Hand:
      https://www.deutschlandfunk.de/palliativmediziner-zu-covid-19-behandlungen-sehr-falsche.694.de.html?dram%3Aarticle_id=474488

      Die im Artikel vorgestellten Medikamente helfen bei schwerem Verlauf einer Erkrankung.

      Wir haben heute leider die Entwicklung dass kommerziell lohnende Medikamente bevorzugt und schnell entwickelt werden, nicht solche welche wirklich benötigt würden. Der Covid Impfstoff wird in einem Jahr durch natürliche Immunität ziemlich obsolet, also fällt er weg.
    • ChlyklassSFI 12.04.2020 11:13
      Highlight Highlight Ziemlich obsolet? Wie kommst du darauf?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Luthiena 11.04.2020 14:39
    Highlight Highlight Noch ein Beweis, dass wenn die Wirtschaft negativ beeinflusst wird (sprich die Reichen Verluste machen), alles möglich ist...
    Normalerweise brauchen Medikamente mind. 5 Jahre um auf den Markt zu kommen.
    • Xonic 11.04.2020 16:19
      Highlight Highlight Bullshit. Hier werden bereits existierende Medikamente getestet, nicht ein neues erfunden.
    • DaniSchmid 11.04.2020 16:30
      Highlight Highlight Ja, ist so. Wirtschaftliche Notwendigkeiten sind Treiber für fast alles. So what?
      ‚die Wirtschaft‘ ist übrigens nicht ‚die Reichen‘ sondern z.B. dein Velomech, deine Altersvorsorge, der ÖV, deine Lieblingsbeiz, Watson und so weiter.
  • Jacques #23 11.04.2020 12:21
    Highlight Highlight Ich bin überzeugt, dass ein äusserst effizientes Kraut oder Heilpflänzchen exakt jetzt vor unserer Haustüre, in Wald oder Wiese, in voller Blüte steht.
    • Satan Claws 11.04.2020 13:20
      Highlight Highlight @Jacques #23

      Da ist nicht mehr viel, ausser Löwenzahn, Hahnenfuss oder Tannen.
    • Faethor 11.04.2020 13:29
      Highlight Highlight Traum weiter... Pflänzchen und Kräuter nützen da gar nichts
    • Jacques #23 11.04.2020 13:40
      Highlight Highlight @ Santa Claws und faethor. Vielen Dank, wusste ich nicht. Dann versuche ich es mit Maggi konzentriert und Bouillonwürfel zum Kauen 👌😘
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