Schauspieler Mario Adorf im Alter von 95 Jahren gestorben
Ob «Winnetou», «Die Blechtrommel» oder «Momo»: Mario Adorf spielte in zahlreichen Klassikern des deutschen Films mit. Nun ist der Schauspieler mit 95 Jahren gestorben. Das bestätigt sein Management gegenüber der «Bild»-Zeitung. Nach kurzer Krankheit sei er am Mittwochvormittag zu Hause in Paris eingeschlafen.
Seinem langjährigen Manager Michael Stark habe Adorf mit auf den Weg gegeben, dass er sich bei seinem Publikum für die jahrzehntelange Treue bedanke. Adorf gehörte zu den grossen deutschen Film- und Fernsehstars der Nachkriegsgeschichte – zu sehen auch in «Der Tod trägt schwarzes Leder» (1974), «Die verlorene Ehre der Katharina Blum» (1975), «Lola» (1981) und «Der Schattenmann» (1996).
In seinen über 200 Rollen verkörperte er oftmals Bösewichte. Doch selbst als diese vermochte er nicht bloss schwarz weiss darzustellen, sondern konnte ihnen stets etwas Menschliches geben.
Eine Schauspielkarriere zeichnete sich in seiner Jugend im Eifelstädtchen Mayen in Rheinland-Pfalz allerdings erst mal nicht ab. Während andere am Schultheater spielten, gab Adorf den Klassenclown. Nach dem Abitur zog es Adorf dann doch zur Schauspielerei. Er studierte er an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Danach ging er ans Theater und zum Film.
Enorme Bandbreite an Rollen
Es war der Start einer grossen Karriere mit einer enormen Bandbreite an Rollen und vielen Auszeichnungen. Regisseure wie Billy Wilder, Rainer Werner Fassbinder, Margarethe von Trotta, Volker Schlöndorff, Helmut Dietl oder Dieter Wedel wollten den Darsteller, der Bösewichte ebenso eindrücklich spielen kann wie Patriarchen, eitle Gecken oder Feingeister.
Im September hatte Adorf seinen 95. Geburtstag gefeiert. Immer mit dabei: seine Frau Monique Faye, mit der er viel Zeit in ihrer Heimat in Südfrankreich verbrachte. Wunderschöne Erinnerungen hatte der Schauspieler zudem an Italien, die Heimat seines Vaters. Adorf lebte dort viele Jahre und drehte Filme. «Dass ich dieses Dolce Vita mitmachen konnte, das habe ich sehr genossen», sagte er mal. (pre/sda)
