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Deutscher FDP-Chef Christian Dürr tritt nach Wahldebakel zurück

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Christian Dürr tritt zurück.IMAGO / KreativMedia Press

Deutscher FDP-Chef Christian Dürr tritt nach Wahldebakel zurück

Als Konsequenz aus dem schlechten Abschneiden der wirtschaftsliberalen FDP bei den jüngsten Landtagswahlen in zwei deutschen Bundesländern tritt die komplette Parteispitze um den Vorsitzenden Christian Dürr zurück.
23.03.2026, 16:2823.03.2026, 17:00

Nach den Wahldesastern in Baden-Württemberg vor zwei Wochen und Rheinland-Pfalz am Sonntag will der deutsche FDP-Parteichef zurücktreten. Das berichten die Nachrichtenagentur AFP und das Portal «Politico» am Montag.

Die deutschen Liberalen kamen bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz nur auf 2,1 Prozent der Stimmen. In Baden-Württemberg hatten sie am 8. März 4,4 Prozent erreicht. Damit fliegt sie auch in ihrem Stamm-Bundesland erstmals aus dem Landtag. Auch bei der Bundestagswahl 2025 war die FDP an der 5-Prozent-Hürde gescheitert.

Bis November 2024 war die FDP unter dem damaligen Kanzler Olaf Scholz auch an der deutschen Bundesregierung in Berlin beteiligt, in der sie mit Christian Lindner den Finanzminister stellte.

Mehrere liberale Politikerinnen und Politiker hatten noch am Sonntag den Rücktritt der Parteispitze gefordert. «Nach Monaten ohne erkennbare Strategie fehlt vielen die Zuversicht, dass sich etwas zum Besseren ändert», sagte etwa die Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack Zimmermann gegenüber dem «Tagesspiegel».

epa11844415 Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Chairwoman of the Committee on Security and Defense in the European Parliament, speaks during a debate on 'Uniting Europe against actors hostile to the  ...
Marie-Agnes Strack Zimmermann kritisiert Christian Dürr.Bild: keystone

Nach Informationen des Magazins «Spiegel» ist Strack-Zimmermann bereit, als Teil einer Doppelspitze zu kandidieren. Beim Parteitag im Mai sollen Präsidium und Bundesvorstand neu gewählt werden. Das hat der Bundesvorstand nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in einer Sitzung in Berlin beschlossen.

Dürr war erst im Mai vergangenen Jahres an die Spitze der Partei gewählt worden. Er folgte Lindner nach, der die Verantwortung für das Scheitern der Liberalen an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl im Februar 2025 übernommen und sich aus der Politik zurückgezogen hatte. (hkl/sda/dpa)

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21 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Gurgelhals
23.03.2026 18:01registriert Mai 2015
Bei einer FDP, die alles Bildungsbürgerliche und Intellektuelle (welches vor langer Zeit mal zum festen Fundament dieser Partei gehörte) verbannt hat und stattdessen nur noch aus einer abgehobenen, selbstherrlichen Clique von kleingeistigen Finanz- & BWL-Schnöseln und gierigen Geldsäcken besteht, die unter "Werte" nur das verstehen, was sich aufs eigene Konto einzahlen lässt...

...naja, sagen wir es mal so: Vorstand und Präsidium auswechseln bringt da auch nichts mehr. Komplett abwickeln wäre ehrlicher. Und dieser Befund trifft notabene nicht nur auf die deutsche FDP zu.
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