Deutscher FDP-Chef Christian Dürr tritt nach Wahldebakel zurück
Nach den Wahldesastern in Baden-Württemberg vor zwei Wochen und Rheinland-Pfalz am Sonntag will der deutsche FDP-Parteichef zurücktreten. Das berichten die Nachrichtenagentur AFP und das Portal «Politico» am Montag.
Die deutschen Liberalen kamen bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz nur auf 2,1 Prozent der Stimmen. In Baden-Württemberg hatten sie am 8. März 4,4 Prozent erreicht. Damit fliegt sie auch in ihrem Stamm-Bundesland erstmals aus dem Landtag. Auch bei der Bundestagswahl 2025 war die FDP an der 5-Prozent-Hürde gescheitert.
Bis November 2024 war die FDP unter dem damaligen Kanzler Olaf Scholz auch an der deutschen Bundesregierung in Berlin beteiligt, in der sie mit Christian Lindner den Finanzminister stellte.
Mehrere liberale Politikerinnen und Politiker hatten noch am Sonntag den Rücktritt der Parteispitze gefordert. «Nach Monaten ohne erkennbare Strategie fehlt vielen die Zuversicht, dass sich etwas zum Besseren ändert», sagte etwa die Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack Zimmermann gegenüber dem «Tagesspiegel».
Nach Informationen des Magazins «Spiegel» ist Strack-Zimmermann bereit, als Teil einer Doppelspitze zu kandidieren. Beim Parteitag im Mai sollen Präsidium und Bundesvorstand neu gewählt werden. Das hat der Bundesvorstand nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in einer Sitzung in Berlin beschlossen.
Dürr war erst im Mai vergangenen Jahres an die Spitze der Partei gewählt worden. Er folgte Lindner nach, der die Verantwortung für das Scheitern der Liberalen an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl im Februar 2025 übernommen und sich aus der Politik zurückgezogen hatte. (hkl/sda/dpa)
