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Vergifteter Kremlkritiker Nawalny aus Berliner Krankenhaus entlassen



epa08670086 A undated, recent handout photo made available by Russian opposition leader Alexei Navalny via his Instagram site shows Navalny (2-R) at his Charite hospital bed where he is hospitalized in Berlin, Germany, 15 September 2020. According to the announcement of the Charite hospital, Navalny has been successfully removed from mechanical ventilation and is able to leave his bed for short periods of time. Navalny is treated at the Charite hospital in Berlin since 22 August 2020 for being poisoned with a nerve agent from the Novichok group. In accompanying text Navalny said he was able to breathe on his own all day.  EPA/ALEXEI NAVALNY HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Das Foto entstand, als Nawalny aus dem Koma erwachte. Bild: keystone

Nach 32-tägiger Behandlung ist der vergiftete russische Kremlkritiker Alexej Nawalny aus der Berliner Charité entlassen worden. Das teilte das Krankenhaus am Mittwochmorgen mit.

Der Patient sei am Dienstag aus der stationären Behandlung entlassen worden. Der Gesundheitszustand Nawalnys habe sich «soweit gebessert, dass die akutmedizinische Behandlung beendet werden konnte».

Die behandelnden Ärzte in Deutschland halten «auf Grund des bisherigen Verlaufs und des aktuellen Zustandes des Patienten eine vollständige Genesung für möglich», erklärte die Klinik weiter. «Eventuelle Langzeitfolgen der schweren Vergiftung können aber erst im weiteren Verlauf beurteilt werden. Nawalny hatte nach Klinikangaben 24 Tage auf einer Intensivstation gelegen. Zuletzt hatte sich sein Zustand gebessert.

Zum aktuellen Aufenthaltsort Nawalnys machte die Charité keine Angaben. «Die öffentliche Mitteilung zum Gesundheitszustand von Herrn Nawalny erfolgt im Einvernehmen mit ihm und seiner Ehefrau», hiess es nur.

«Und sich selbst Wasser einschenken ist eine richtige Attraktion»

Der 44-Jährige hatte seinen Weg der Genesung zuletzt mit mehreren Instagram-Fotos dokumentiert. Er dankte bereits in einer am Samstag veröffentlichten Nachricht den «brillanten Ärzten» der Klinik. Noch vor kurzem aber habe er nicht einmal Menschen erkannt und nicht begriffen, wie das Reden geht. «Das hat mich zur Verzweiflung getrieben, weil ich ja im Grunde schon verstanden habe, was der Doktor will, aber ich wusste nicht, woher ich die Worte nehmen soll.»

Nawalny wies dabei auch darauf hin, dass es noch viele Probleme zu lösen gebe. Das Telefon fühle sich in der Hand an wie ein Stein. «Und sich selbst Wasser einschenken ist eine richtige Attraktion.»

Der 44-Jährige war am 20. August auf einem Flug von der sibirischen Stadt Tomsk nach Moskau zusammengebrochen. Nach einer Zwischenlandung wegen des Notfalls wurde er in Omsk im Krankenhaus behandelt. Am 22. August war Nawalny auf Drängen seiner Familie nach Deutschland ausgeflogen worden.

Wochenlang lag er in einem künstlichen Koma. Nach Angaben von Speziallaboren wurde er mit einem international verbotenen Nervenkampfstoff der Nowitschok-Gruppe vergiftet. Russland weist bisher alle Vorwürfe zurück, dass auf Nawalny ein Anschlag mit dem Gift verübt worden sein soll. (sda/dpa)

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