International
Deutschland

Deutsche Polizei nimmt bei RAF-Fahndung zwei Personen fest

Festgenommene Männer sind nicht Ex-RAF-Terroristen Staub und Garweg

03.03.2024, 09:3003.03.2024, 15:00
27.02.2024, Niedersachsen, Verden: Polizisten stehen an einem Eingang zum Amtsgericht. Die fr
Deutsche Polizisten (Archivbild).Bild: keystone

Bei den beiden am Sonntag in Berlin festgesetzten Männern handelt es sich nicht um die ehemaligen RAF-Terroristen Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg. Das sagte eine Sprecherin des federführenden Landeskriminalamts Niedersachsen nach einem Grosseinsatz der Polizei am Sonntagmorgen im Berliner Stadtteil Friedrichshain. Inwiefern die Personen in Zusammenhang mit der RAF-Fahndung stehen, sei Gegenstand der Ermittlungen.

Am Mittag waren die beiden bereits wieder auf freiem Fuss, wie ein Sprecher des LKA Niedersachsen sagte. Anders als ursprünglich angegeben, waren die beiden demnach nicht formal festgenommen worden. Vielmehr habe es «freiheitsentziehende Massnahmen zur Identitätsfeststellung» gegeben. Zuvor hatte eine LKA-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur gesagt, dass zwei Männer vorläufig festgenommen worden seien. Der Sprecher führte nun aus, dass die Identitätsprüfungen abgeschlossen seien und keine Person mehr in Gewahrsam sei. Wie viele Menschen insgesamt kontrolliert wurden, teilte er zunächst nicht mit.

Der Einsatz wurde wenige Tage nach der Festnahme der früheren RAF-Terroristin Daniela Klette durchgeführt. Staub (69) und Garweg (55) waren wie Klette (65) vor über 30 Jahren untergetaucht. Alle drei gehörten der dritten Generation der früheren linksextremistischen Terrororganisation Rote Armee-Fraktion an.

Die RAF war über Jahrzehnte der Inbegriff von Terror und Mord in Deutschland. 1998 erklärte sie sich für aufgelöst. In der aktiven Terror-Zeit von Staub und Garweg wurden der damalige Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen (1989) und Treuhand-Chef Detlev Karsten Rohwedder (1991) ermordet sowie Herrhausens Fahrer schwer verletzt. Klette, Staub und Garweg wird auch eine Reihe späterer Geldtransport-Überfälle zur Last gelegt, teils unter dem Einsatz von Schusswaffen und einer Panzerfaust.

Bei dem Einsatz am Sonntagmorgen seien von Einsatzkräften Schüsse in Zusammenhang mit einer Türöffnung abgegeben worden, sagte die LKA-Sprecherin in Hannover. Verletzte habe es nicht gegeben. Auf Nachfrage zu Medienberichten, wonach es sich nur um Schussgeräusche gehandelt haben könnte, bekräftigte die Sprecherin, dass Schüsse abgegeben worden seien.

Nach Beobachtung eines dpa-Reporters wurden bei dem Einsatz mehrere Personen von Polizeibeamten weggebracht - möglicherweise zur Identitätsfeststellung. Das LKA Niedersachsen bestätigte der dpa am Morgen die Festnahme von zwei Männern. Weitere dpa-Reporter berichteten von einem Spezialeinsatzkommando und einem gepanzerten Fahrzeug vor Ort. Auch ein Polizeihund wurde eingesetzt. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1
Wie viel verdient Russland am Irankrieg?
Der Krieg am Golf hat die Öl- und Gaspreise explodieren lassen und spült so Milliarden in die maroden Kassen des Kremls.
Noch Ende Februar dürften die düsteren Aussichten für die russische Wirtschaft die Ökonomen des Kremls um den Schlaf gebracht haben: Der Boom, der sich nach der Umstellung auf Kriegswirtschaft eingestellt hatte, schien sich dem Ende zuzuneigen und die finanziellen Reserven schmolzen aufgrund der seit 2023 strukturell sinkenden Weltmarktpreise für Öl und Gas wie Schnee an der Frühlingssonne. Die horrenden Kosten des Kriegs in der Ukraine rissen eine gewaltige Finanzierungslücke in den russischen Haushalt. Für das laufende Jahr rechnete Moskau mit einem Defizit von umgerechnet etwa 38 Milliarden Franken.
Zur Story