International
Deutschland

Verbot von rechtsextremem «Compact»-Magazin vorläufig aufgehoben

Fraktionsvorsitzender Andre Poggenburg (AfD,Sachsen Anhalt) mit Compact-Chefredakteur Juergen Elsaesser - AfD Sachsen Anhalt Party zur Bundestagswahl 2017 in der Event Location Halber85 in Magdeburg - ...
Mitte Juli wurde das als rechtsextremistisch eingestufte Magazin verboten.Bild: imago stock&people

Deutschland: Verbot von rechtsextremistischem «Compact»-Magazin vorläufig aufgehoben

14.08.2024, 14:4714.08.2024, 14:51

Das deutsche Bundesverwaltungsgericht hat das Verbot des rechtsextremen «Compact»-Magazins im Eilverfahren vorläufig aufgehoben. Das teilte das Gericht in Leipzig mit. Damit kann das Blatt unter bestimmten Auflagen vorerst wieder erscheinen.

Eine endgültige Entscheidung wird im Hauptsacheverfahren fallen. Das Gericht meldete vor allem Zweifel an der Verhältnismässigkeit des Verbots an.

Die deutsche Innenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte «Compact» am 16. Juli verboten. Sie begründete das Vorgehen damit, dass das Blatt ein «zentrales Sprachrohr der rechtsextremistischen Szene» sei.

Das Verbot zeige, «dass wir auch gegen die geistigen Brandstifter vorgehen, die ein Klima von Hass und Gewalt gegenüber Geflüchteten und Migranten schüren und unseren demokratischen Staat überwinden wollen».

«Compact»-Klage gutgeheissen

«Compact» hatte dagegen eine Klage sowie einen Eilantrag gegen die sofortige Vollziehbarkeit des Verbots eingereicht. Das Bundesverwaltungsgericht ist in erster und letzter Instanz für Klagen gegen Vereinsverbote zuständig. Über das Eilverfahren hat das Gericht jetzt entschieden.

Dabei prüft das Gericht «summarisch» die Erfolgsaussichten der Klage. Diese erschienen offen, teilte das Bundesverwaltungsgericht mit. Es könne derzeit nicht abschliessend beurteilt werden, ob das Magazin den Verbotsgrund – sich gegen die verfassungsmässige Ordnung zu richten – erfülle.

Es liessen sich in den Veröffentlichungen zwar «Anhaltspunkte insbesondere für eine Verletzung der Menschenwürde» erkennen. Auch lasse sich aus vielen Beiträgen «eine kämpferisch-aggressive Haltung gegenüber elementaren Verfassungsgrundsätzen» herauslesen. Zweifel bestünden jedoch, ob dies alles derart prägend sei, dass das «Compact»-Verbot mit Blick auf die Verhältnismässigkeit gerechtfertigt sei.

Das Verbot war in Deutschland auch ausserhalb der rechten Szene als Verstoss gegen die Pressefreiheit kritisiert worden. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
So zerstört man Rechtspopulismus
1 / 24
So zerstört man Rechtspopulismus
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Scholz-Deepfake verkündet AfD-Verbot
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
7 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
AlohaGirlwithAkita2
14.08.2024 17:48registriert Juni 2024
Ich wusste bis zu dem Verbot gar nicht das es daa Magazin gibt. Aber das Urteil finde ich richtig. Das ist positiv für die Pressefreiheit. Und ein klatschen für faeser. Auch für den Verfassungsschutz aber hauptsächlich für fieser. Sie hat sich hingestellt und gesagt ich habe compact veeboten
2210
Melden
Zum Kommentar
7
Indonesische Fähre in Seenot: fast 130 Menschen vermisst
In Indonesien ist eine Fähre mit 243 Menschen an Bord in Seenot geraten. Nahe Schiffe konnten Dutzende Menschen lebend bergen. Die für Such- und Rettungseinsätze zuständige Behörde der Stadt Banjarmasin sprach zunächst von 53 Menschen, die von anderen Schiffen aufgenommen worden seien. Örtliche Medien zitierten einen Hafenmanager, wonach bereits 115 Menschen in Sicherheit seien. Noch immer werden aber fast 130 Menschen vermisst. Zudem wurde bislang eine Leiche geborgen. Ein Such- und Rettungseinsatz dauerte bei rauer See noch an.
Zur Story