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SPD in Deutschland jetzt klar vor CDU/CSU

03.09.2021, 09:17
Bild: keystone

Gut drei Wochen vor der deutschen Bundestagswahl hat die SPD laut ZDF-«Politbarometer» erneut deutlich zugelegt und liegt klar vor der CDU/CSU.

Wenn schon am nächsten Sonntag gewählt würde, bliebe die Union bei 22 Prozent, ihrem bisher niedrigsten Wert in dieser Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen. Die SPD könnte gegenüber der Vorwoche um drei Prozentpunkte zulegen und wäre mit 25 Prozent in dieser Projektion erstmals seit September 2002 stärkste Kraft.

Die lange sehr starken und kurzzeitig sogar führenden Grünen würden dagegen drei Punkte verlieren und kämen nur noch auf 17 Prozent.

Die rechtspopulistische AfD könnte unverändert mit 11 Prozent rechnen. Die FDP (Liberale) könnte einen Punkt zulegen auf elf Prozent, die Linke ebenfalls auf 7 Prozent. Die anderen Parteien zusammen lägen bei sieben Prozent (minus zwei), darunter keine Partei, die mindestens drei Prozent erreichen würde.

Damit gäbe es eine ganz knappe Mehrheit für eine SPD-geführte rot-schwarze Koalition. Reichen würde es unter SPD-Führung für ein Bündnis mit Grünen und FDP oder mit Grünen und Linkspartei. Eine CDU/CSU-Führung wäre nur in einem Bündnis mit Grünen und FDP möglich.

In der «K-Frage» baute SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz seinen Vorsprung aus. Sein positiver Bewertungstrend setzte sich sowohl bei der Kandidatenpräferenz als auch bei der Kanzlereignung fort. Am liebsten hätten 53 Prozent (plus vier) SPD-Kandidat Olaf Scholz als Kanzler, den CDU/CSU-Bewerber Armin Laschet wünschen sich 18 Prozent (plus eins) und die Grünen-Anwärterin Annalena Baerbock 14 Prozent (minus zwei).

Während die SPD-Anhänger nahezu geschlossen hinter Scholz stehen (92 Prozent), fällt die Unterstützung der CDU/CSU-Anhänger für Laschet (53) und der Grünen-Anhänger für Baerbock (66) verhaltener aus.

Scholz trauen nach 65 Prozent vor einer Woche jetzt 70 Prozent das Amt zu (nicht geeignet: 25 Prozent). Für unverändert 25 Prozent kann Laschet Kanzler (nicht: 70) und für 23 Prozent (plus eins) Baerbock (nicht: 71). Der zu 100 Prozent fehlende Rest war sich jeweils unsicher.

Grundsätzlich spiegeln Wahlumfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. Sie sind ausserdem immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten.

Allerdings deckt sich das «Politbarometer» mit dem Trend, den andere Institute zuletzt ermittelt hatten - sowohl bei den Parteiwerten als auch den Einschätzungen zu den Kandidaten.

Nach der Wahl am 26. September wird es in jedem Fall einen Wechsel an der deutschen Regierungsspitze geben, weil Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht mehr antritt. (aeg/sda/dpa)

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