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Ex-RAF-Terroristin äussert Mitleid mit Opfern – und teilt aus

epa12809081 Former member of German far-left militant group the Red Army Faction (RAF), Daniela Klette, attends her ongoing trial at the Verden Regional Court in Verden, Germany, 10 March 2026. Invest ...
Daniela Klette, ehemaliges Mitglied der militanten deutschen linksradikalen Gruppe «Rote Armee Fraktion» (RAF)Bild: keystone

Ex-RAF-Terroristin äussert Mitleid mit Opfern – und teilt aus

12.05.2026, 16:0912.05.2026, 16:09

Im Prozess gegen die frühere RAF-Terroristin Daniela Klette wegen schweren Raubes hat die Angeklagte das Leid der Opfer anerkannt, ohne allerdings eine Beteiligung an den Taten einzuräumen.

Ihr tue es «wirklich sehr leid» und es sei «zu bedauern», wie schwer einige der Geschädigten noch heute unter den Geschehnissen litten, sagte sie in ihrem Plädoyer vor dem Landgericht Verden in Norddeutschland. Sie habe nicht gewusst, dass Geldboten und Kassenpersonal keine ausreichenden psychologischen Unterstützungen von ihren Arbeitgebern bekämen.

Klette: Raubüberfälle waren fürs Überleben notwendig

Sie verteidigte die Raubüberfälle als notwendig, um im Untergrund überleben zu können. Die Taten hätten nichts mit «Abenteuerlust» zu tun gehabt, sagte sie. Ausführlich sprach sie davon, wie sie und Gleichgesinnte die vergangenen Jahrzehnte erlebten. Dabei erklärte sie, dass sie sich selbst als Opfer des politischen Systems sieht. Nur in der Illegalität hätten sie und andere die Möglichkeit gehabt, als radikale Linke weiterzubestehen, sagte sie.

Demnach erwartete Klette nicht, dass Betroffene infolge der Raubüberfälle schwere psychische Probleme bekommen könnten. Indirekt stellte sie auch die Frage, ob die vor Gericht geschilderten Folgen tatsächlich nur auf die Überfälle zurückzuführen sind. Es gebe immer mehr traumatisierte Menschen in der Gesellschaft, sagte sie. Als Gründe nannte sie unter anderem Armut, Kriege, Unterdrückung von Minderheiten und Rassismus.

Laut Anklage soll Klette mit ihren mutmasslichen Komplizen Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub zwischen 1999 und 2016 maskiert und teils schwer bewaffnet Geldtransporter und Supermärkte in mehreren deutschen Städten überfallen haben. Dabei soll die Bande mehr als zwei Millionen Euro erbeutet haben. (sda/dpa)

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