International
Deutschland

Putin will jetzt Gerhard Schröder als Ukraine-Vermittler

Putin will jetzt Gerhard Schröder als Ukraine-Vermittler

Wladimir Putin hat vorgeschlagen, dass Altkanzler Gerhard Schröder zwischen ihm und der EU im Hinblick auf die Ukraine vermitteln soll. Er sieht ausserdem ein Ende des Krieges.
10.05.2026, 04:1610.05.2026, 04:16
Ein Artikel von
t-online

Wladimir Putin sieht ein Ende seines Angriffskrieges gegen die Ukraine kommen – und wartet mit einer Überraschung auf. Der Kremlherrscher hat den ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder als möglichen Vermittler für Verhandlungen mit der EU ins Gespräch gebracht.

FILE-In this April 14, 2009 file photo then Russian Prime Minister Vladimir Putin, right, and former German chancellor Gerhard Schroeder seen during their meeting in St. Petersburg, Russia. Schroeder  ...
Verstehen sich gut: Der deutsche Altkanzler Gerhard Schröder und Wladimir Putin im Jahr 2009.Bild: keystone

Im Anschluss an die Siegesparade auf dem Roten Platz in Moskau am Samstag sagte Putin, er glaube, «dass sich die Angelegenheit dem Ende zuneigt». Zugleich berichtete er, der slowakische Ministerpräsident Robert Fico habe ihm mitgeteilt, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zu einem persönlichen Treffen bereit sei – in einem Drittland, sofern vorab ein dauerhaftes Friedensabkommen vereinbart werde. Putin hatte zuvor auf Gespräche in Russland bestanden.

Auf die Frage nach möglichen Gesprächen mit europäischen Regierungen nannte Putin Gerhard Schröder als seinen bevorzugten Gesprächskanal. Ob dieser Vorstoss mit Schröder abgestimmt ist und ob sich die EU auf ihn als Vermittler einlassen würde, blieb zunächst offen.

Schröder hat enge Kontakte zu Putin

Der 82-jährige Schröder war von 1998 bis 2005 Bundeskanzler und pflegte danach enge Beziehungen zu Putin sowie zu russischen Energiekonzernen. Beide haben sich immer wieder auch privat getroffen, Schröder war bei Putins Geburtstag. Der Kremlherrscher selbst sprach von einer «persönlichen Freundschaft».

Spätestens nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 stand er dafür scharf in der Kritik. Innerhalb der SPD gab es mehrere Anträge auf einen Parteiausschluss – Schröder blieb jedoch Mitglied.

Die deutsche Regierung äusserte sich am Freitag zurückhaltend. Ein Sprecher erklärte, er wolle nicht spekulieren, wann Gespräche möglich sein könnten. Aktuell zeige Russland «offensichtlich kein Interesse an ernsthaften Verhandlungen». Wichtig sei ein abgestimmtes europäisches Vorgehen gemeinsam mit der Ukraine.

Die «Financial Times» hatte bereits am Donnerstag berichtet, EU-Staats- und Regierungschefs bereiteten sich auf mögliche Gespräche mit Moskau vor. Der Kreml hatte zuletzt betont, Europa müsse den ersten Schritt machen – schliesslich habe es die Kontakte nach Moskau nach Kriegsbeginn 2022 selbst gekappt.

Verwendete Quellen:

  • Nachrichtenagentur Reuters
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
15 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Doppellottotreffer
10.05.2026 05:30registriert September 2021
"Putin will"... 🤣🤣🤣

Er braucht aber jetzt immer die Erlaubnis von Selenskyj wenn er etwas will.
Für Schröder als "Vermittler" ist das jedoch viel unwahrscheinlicher als für einen Trachten-Umzug auf dem Roten Platz!
251
Melden
Zum Kommentar
15
König Charles gratuliert Attenborough zum 100. Geburtstag mit Tiervideo
Tiere als royale Briefträger: Der britische König Charles III. (77) hat dem britischen Naturforscher und Dokumentarfilmer David Attenborough mit einem Tiervideo zum 100. Geburtstag gratuliert.
Zur Story