International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa08098348 Candles and soft toys are placed at the entrance outside of the zoo in Krefeld, Germany, late evening 01 January 2020.  All animals, in total more than 30, died during the fire at the Krefeld Zoo ape house in the New Year's night. The dead animals include chimpanzees, orangutans and two older gorillas. The criminal police in Krefeld currently assume that so-called sky lanterns may have set the monkey house on fire on New Year's Eve. According to reports, eye-witnesses had seen sky lanterns land on the roof of the building.  EPA/SASCHA STEINBACH

Die Anteilnahme am Unglücksort ist riesig. Bild: EPA

Feuer-Drama im Affenhaus: Zeugen sahen «hochgefährliche» Fackeln in der Nähe des Zoos

Feuer-Drama im Krefelder Zoo: Ein Brand zerstört in der Silvesternacht im Zoo von Krefeld im Ruhrgebiet das Affenhaus, viele Menschenaffen sind tot. Der Zoo-Direktor trägt Schwarz. Die Ermittler haben wegen der Brandursache einen konkreten Verdacht.



Bei einem der schwersten Zoo-Unglücke der vergangenen Jahrzehnte ist in der Nacht zu Neujahr in Krefeld ein Affenhaus ausgebrannt. Mehr als 30 Tiere starben, darunter viele Menschenaffen. In den Flammen seien fünf Orang-Utans, zwei ältere Flachland-Gorillas, ein Schimpanse und etliche kleinere Affen ums Leben gekommen, sagte der Zoo-Direktor Wolfgang Dressen am Mittwoch. «Es ist der schwerste Tag in der Geschichte des Krefelder Zoos.» Der Brand hinterliess einen Millionenschaden.

Auslöser des um 0.38 Uhr gemeldeten Feuers könnte nach Angaben der Polizei eine Himmelslaterne sein. Mehrere dieser seit 2009 in Deutschland verbotenen Leuchtkörper seien sichergestellt worden, berichtete ein Vertreter der Krefelder Kriminalpolizei. Nach einem Appell an mögliche Verursacher meldeten sich am Nachmittag mehrere Menschen bei der Polizei in Krefeld. Sie seien vernommen worden. Ihre Angaben würden überprüft, teilten die Ermittler mit.

Affenhaus abgebrannt: Über 30 Tiere tot

Video: © CH Media Video Unit / AP

Die Polizei ermittelt derzeit wegen fahrlässiger Brandstiftung. «Zeugen haben Fackeln in der Nähe des Zoos gesehen», sagte der Kriminalbeamte Gerd Hoppmann über Angaben aus der Silvesternacht. Sie seien «hochgefährlich» und könnten einige Kilometer weit fliegen.

Zwei Schimpansen überlebten mit leichten Verletzungen die Feuersbrunst in dem Affenhaus. Die beiden Tiere Bally und Limbo seien narkotisiert und in ein benachbartes Haus gekommen, berichtete der Zoo-Direktor, der zum Zeichen der Trauer schwarze Kleidung trug.

Unter Tränen stellten vor dem Eingang am Mittag zahlreiche Menschen Fotos von Affen auf – bis zum Nachmittag war es eine grosse Menge von Blumen, Kerzen und Stofftieren. Dazu platzierten Zoofreunde Schilder mit Aufschriften wie «Warum» oder «Gestorben für euer Silvestervergnügen». Die Fahnen des Zoos hingen auf halbmast. Auch Notfallseelsorger waren vor Ort. Am Neujahrstag blieb der Tierpark wegen des Unglücks geschlossen: «Unsere Mitarbeiter stehen unter Schock», erklärte der Zoo und warb um Verständnis. Auch am Donnerstag werde man nicht öffnen.

Als die Feuerwehr gut eine halbe Stunde nach Mitternacht zum Gelände kam, sei das Affenhaus schon voll in Flammen gewesen, berichtete der Sprecher der Krefelder Feuerwehr, Kai Günther. Es sei so gross gewesen, «dass uns klar war, dass wir es nicht retten können».

Bei Tageslicht offenbarte sich die ganze Tragödie: Nur noch das Gerippe des im Gewächshausstil erbauten Affentropenhauses steht noch. Die Haltung von Affen soll aber weitergehen, bekräftigten Zoo-Direktor Dressen und Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer (SPD).

Laut einer Sprecherin waren unter den toten Tieren auch kleinere Affen wie goldene Löwenäffchen und Zwergseidenäffchen sowie Flughunde und Vögel. Ein direkt angrenzendes Gehege mit weiteren Gorillas war von den Flammen verschont geblieben. Dort lebt eine junge siebenköpfige Gorillafamilie. Diese Tiere hätten am Mittwoch normal gefressen, sagte eine Mitarbeiterin.

Firefighters stand in front of the burning monkey house at Krefeld Zoo, in Krefeld, Germnay, Wednesday Jan 1, 2020. A fire at a zoo in western Germany killed a large number of animals in the early hours of the new year, authorities said. (Alexander Forstreuter/dpa via AP)

Feuerwehrmänner vor dem verheerenden Feuer im Zoo von Krefeld. Bild: AP

Der vergleichsweise kleine, familienfreundliche Zoo bekam zahlreiche Botschaften via Facebook. «Ein Tag mit einer schwarzen Trauerkante!», schrieb ein Besucher und wünschte den Pflegern und Mitarbeitern eine Menge Kraft, um mit diesem schrecklichen Verlust fertig zu werden. «Wir hatten als Familie seit Jahrzehnten viele schöne Momente im Affenhaus», schrieben andere.

Der Zoo selbst hatte das Unglück auf seiner Facebookseite bekannt gemacht: «Eine unfassbare Tragödie hat uns kurz nach Mitternacht überrollt.» Es gebe bereits zahlreiche Hilfsangebote, etwa aus dem nahen Duisburger Zoo.

Der Zoo hat über 400 000 Besucher im Jahr und 75 Mitarbeiter. Dort leben fast 200 Arten und insgesamt rund 1000 Tiere, darunter so grosse wie Elefanten, Nashörner und Trampeltiere, aber auch Schneeleoparden und Geparde. Das Affentropenhaus wurde im Jahr 1975 eröffnet. Die Grundfläche lag bei 2000 Quadratmetern.

Einen grossen Zoo-Brand, bei dem zahlreiche Tiere ums Leben kamen, gab es in Deutschland zuletzt vor rund neun Jahren in Karlsruhe. Im November 2010 war im Streichelgehege des dortigen Zoos Feuer ausgebrochen, 26 Tiere starben: Alpakas, Zwergziegen, Shetland-Ponys, Zwergesel und Schafe. Vier Elefanten des benachbarten Dickhäuter-Hauses erlitten Verbrennungen. Die Brandursache wurde nie abschliessend geklärt.

(mim/aargauerzeitung.ch)

Abonniere unseren Newsletter

34
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
34Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kari Baldi #WirallesindCorona 02.01.2020 12:18
    Highlight Highlight Genau so egoistisch ist eben auch, Tiere zur unserer Belustigung einzusperren. Sie konnten nicht einmal flüchten. Im Gefängnis lebendig verbrannt. Und die Menschen, die diese Affen eingesperrt haben, weinen. Wie zynisch ist denn das.
    • AdiB 02.01.2020 13:07
      Highlight Highlight Das sind tiere die in der zucht geboren und gross geworden sind. Die wildnis wäre ihr tot.
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 02.01.2020 21:34
      Highlight Highlight So hart es auch sein mag, der Zoo, Schutzprogramme, Nachzuchtprogramme und das alles gemeinsam, ist für unsere nächsten Verwandten, zumindest jetzt noch, die einzige Chance zu überleben.
      Aber Profitgier, politischer Unwille und Dummheit bedroht unsere Verwandten. Wenn nicht global ein radikales umdenken stattfindet, können wir uns glücklich schätzen, wenn wir die letzten Bestände zumindest noch im Zoo bewahren können.
      Ich wünsche mir nichts mehr, als meinen zukünftigen Kindern und Enkeln eine Welt zu überlassen, in der unsere Verwandten noch ihren Lebensraum haben und bewohnen.
  • alessandro 02.01.2020 10:43
    Highlight Highlight Fürchterliche Geschichte. Ich hoffe für alle Beteiligten, dass ein Gedankentransfer stattfindet und es ein Denkmal anstelle eines neuen Menschenaffengeheges gibt. Ganz ehrlich, ich schäme mich diese so einfühlsamen und menschenähnlichen Geschöpfen durch die Scheibe zu beobachten. Vor nicht allzu langer Zeit waren Schwarze so ausgestellt und entsprechend dieser Entwicklung könnte man dieses Gehege auch sein lassen.
  • SwissWitchBitch 02.01.2020 10:09
    Highlight Highlight Ich frage mich schon wie das Gebäude so schnell in Vollbrand geraten konnte ohne dass es auffiel. Nach 35 Minuten, geschätzt, wurde es von Anwohnern (!) gemeldet.
    Benutzer Bild
  • MiinSenf 02.01.2020 09:43
    Highlight Highlight vielleicht grad ein guter Zeitpunkt, um künftig auf Primaten im Zoo zu verzichten - wir haben immerhin 2020 😞
    • panaap 02.01.2020 15:10
      Highlight Highlight @klangkartoffel indianerreservate dienen auch dem Schutz Mal so nebenbei. Es ist nicht immer alles böse und schlecht.
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 03.01.2020 11:19
      Highlight Highlight @Panaap
      Das sind keine Reservate, das sind Konzentrationslager.
      Die Einwanderer haben ihnen das Land gestohlen.
      Ich weine um diese großartige nomadische Kultur, die teilweise im Namen Christi vernichtet wurde.
      Bei unseren wilden Verwandten aus den Wäldern wäre ich am glücklichsten, wenn man sie in Frieden lassen könnte.
      Doch ich Glaube bei meinem Tod, irgendwann um das Jahr 2060, werden die letzten von ihnen nur noch in Zoos überleben können. Wenn es sie dann noch gibt.
  • majortom79 02.01.2020 09:13
    Highlight Highlight Affenhaltung sollte meiner Meinung nach sowieso nicht mehr erlaubt sein. Diese Tiere sind einfach viel zu intelligent und anspruchsvoll, als das man sie zwingen sollte, ihr gesamtes Leben auf engstem Raum zu verbringen. Nur zur Belustigung von uns Menschen. Es ist somit umso trauriger. Mögen sie in Frieden ruhen...
  • Ebony 02.01.2020 09:06
    Highlight Highlight das isz nicht fahrlässige Brandstiftung, sondern fahrlässige Tötung, aber ja, es waren eben nur '' Tiere''. Und das für egoistisches Silvesterfeuerwerk, als würde der Übergang in das neue Jahr nicht ohne Lärm und Feuerwerk gehen. 😥
    • SwissWitchBitch 02.01.2020 10:08
      Highlight Highlight Himmelslaternen machen meist keinen Lärm.
  • Füürtüfäli 02.01.2020 08:53
    Highlight Highlight «Gestorben für euer Silvestervergnügen»

    Das sitzt!
    • Stefan Morgenthaler-Müller 02.01.2020 10:58
      Highlight Highlight Und wie viele Schweine, Rinder, Kälber, Enten, Hühner, usw. sind für euer Weihnachtsvergnügen gestorben?
  • maylander 02.01.2020 08:22
    Highlight Highlight Der Zoo hat doch den Brandschutz vernachlässigt. So schnell darf ein Gebäude nicht herunterbrennen.

    Solche Heissluftballone haben wir früher in der Schule gebastelt. Bei dem bisschen Sprit sollte nichts passieren. War ja nicht gerade im Sommer während Trockenheit
    • Füürtüfäli 02.01.2020 08:55
      Highlight Highlight Seit 2009 verboten, aber was scheren einen heutzutage schon Verbote. Wenn man solche Leute darauf anspricht heißt dann immer, man soll nicht so spießig sein, ist doch nur einmal im Jahr...
    • Finöggeli 02.01.2020 09:44
      Highlight Highlight Naja wenn so ein Ding genau auf das Heu trifft und dann entsprechend Rauch entwickelt, geht es ziemlich schnell
    • maylander 02.01.2020 09:57
      Highlight Highlight In Deutschland verboten in der Schweiz grundsätzlich erlaubt.
      Siehe:
      https://www.bazl.admin.ch/bazl/de/home/gutzuwissen/himmelslaternen.html

      Das Problem ist eher das es irgendwann einen Hype gab und man die Dinger nun im Multipack kaufen kann. Früher müsste man die Dinger aus Draht und Papier selber basteln da hielt sich die Menge in Grenzen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Junges Blut 02.01.2020 08:07
    Highlight Highlight Eine Tragödie, keine Frage! Aber auch eine Scheinmoral... jede einzelne Minute jedes einzelnen Tages werden in der Schweiz mehr Tiere geschlachtet für unsere Teller, als in Krefeld ums Leben gekommen sind. Über 60 Millionen pro Jahr alleine in der Schweiz. Oder sind Tiere verschiedener Gattungen unterschiedlich viel wert?
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 02.01.2020 09:35
      Highlight Highlight Ähm sorry, aber willst du jetzt über den Brand und seine Ursachen diskutieren, oder einfach die Kommentare für politische Botschaften missbrauchen, welche nichts mit dem Artikel zu tun haben?
    • löwin 02.01.2020 09:54
      Highlight Highlight Also ich esse gerne fleisch, aber menschenaffen würde ich nicht essen.. von dem her würde ich kühe und schweine nicht mit menschenaffen vergleichen. Ob sie somit mehr wert haben weiss ich nicht, haben menschen mehr wert als tiere? Schwierige frage..
    • RicoH 02.01.2020 11:23
      Highlight Highlight Ist immer noch ein Unterschied, ob man Tiere "möglichst human" tötet oder sie abgefackelt werden.
    Weitere Antworten anzeigen

Auto rast mit 160 km/h über US-Highway – am Steuer: Ein Hund

Nach einer Verfolgungsjagd haben Polizisten in den USA eine tierische Überraschung erlebt – hinter dem Steuer sass ein Hund. Das offenbar unter Drogeneinfluss stehende Herrchen sass auf dem Beifahrersitz und hatte von dort aus Gaspedal und Steuer bedient.

Der 51-Jährige gab zu Protokoll, dass er seinem Pitbull das Autofahren habe beibringen wollen, wie die Polizeivertreterin Heather Axtman am Montag im westlichen Bundesstaat Washington mitteilte.

Die Polizei war den Angaben zufolge durch Anrufe …

Artikel lesen
Link zum Artikel