«Für alle Fälle»: Russischer Gouverneur bestellt mobile Toiletten
Die russische Grossstadt Belgorod ist wegen ihrer Nähe zur Grenze wiederholt Ziel von ukrainischen Drohnen- und Raketenangriffen. Dabei wurden nicht nur Gebäude und Militäreinrichtungen zerstört, sondern offenbar auch die Wasserversorgung. Jetzt bereitet der Gouverneur von Belgorod die Stadt sogar auf Probleme mit der Abwasserversorgung vor.
Wjatscheslaw Gladkow bedankte sich bei seinem Moskauer Kollegen Andrej Vorobjow über eine Lieferung von 250 mobilen Toiletten, die angeliefert wurden. «Sie sind eine grosse Hilfe», schrieb Gladkow auf Telegram und teilte ein Video von der Ankunft. Darauf ist zu sehen, wie Arbeiter blaue Plastiktoiletten von einem Lastwagen heben und wegtragen.
Gladkow sagte, man müsse für unterschiedliche Szenarien vorbereitet sein. «Wir hoffen, dass diese nicht eintreten, aber es ist besser vorbereitet zu sein.»
«Leider ist die Lage, wie sie ist»
Auf Telegram räumte er aber ein, dass die Stadt unter den ukrainischen Angriffen leide. «Als ich heute von einer Geschäftsreise zurückkam, habe ich mir Berichte über die Reparaturen von Schäden angehört, die durch dauerhafte Angriffe der ukrainischen Armee auf Energieanlagen entstanden sind», schrieb er am Mittwoch. Bei Tageslicht seien noch mehr Schäden entdeckt worden. «Leider ist die Lage, wie sie ist», sagte er und versprach einen raschen Wiederaufbau.
Fast täglich warnt Gladkow vor Angriffen und berichtet über die Folgen des ukrainischen Beschusses. Nach seinen Angaben werden Energieanlagen und zivile Gebäude getroffen. Allerdings ist Belgorod wegen seiner Nähe zur ukrainischen Grenze auch von militärischer Bedeutung. Hier befinden sich Depots der russischen Armee, sowohl für Ausrüstung als auch für Kraftstoffe.
Brände an Heizkraftwerk
Ukrainische Streitkräfte haben zuletzt in der Nacht vom 15. auf den 16. Februar russische Energieinfrastrukturen in den Oblasten Belgorod und Brjansk angegriffen. Das hat der Leiter des ukrainischen Zentrums für Desinformationsbekämpfung, Oberleutnant Andrij Kowalenko, auf Telegram berichtet.
Er veröffentlichte nach einem Bericht des amerikanischen Instituts für Kriegsstudien (ISW) Bilder von Bränden in der Nähe des Heizkraftwerks Belgorod. Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow bestätigte, dass der Angriff der ukrainischen Streitkräfte auf das Gebiet Belgorod erhebliche Schäden an Energieanlagen verursacht habe.

