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Weil der ehemalige Präsident Donald Trump vom Kurznachrichtendienst Twitter verbannt wurde, will er nun ein Konkurrenzprodukt ins Leben rufen.
Weil der ehemalige Präsident Donald Trump vom Kurznachrichtendienst Twitter verbannt wurde, will er nun ein Konkurrenzprodukt ins Leben rufen.Bild: keystone

Trump plant Twitter-Konkurrenten – und die Aktie legt um 850 Prozent zu

Kleininvestoren rissen sich am Donnerstag und Freitag um die Aktie der Firma Digital World Acquisition Corp. Das ist eine hochriskante Wette auf eine Firma, die gemeinsam mit dem abgewählten Präsidenten Donald Trump einen neuen Internetdienst ins Leben rufen will.
23.10.2021, 11:3723.10.2021, 11:57
Renzo Ruf, Washington / ch media

GameStop war gestern. Neuerdings trägt die heisseste Aktie an den amerikanischen Finanzmärkten den sperrigen Namen Digital World Acquisition Corp. (DWAC). Seit Mittwochabend, als der abgewählte Präsident Donald Trump bekannt gab, dass er mit Hilfe von DWAC einen Konkurrenten zum Kurznachrichtendienst Twitter ins Leben rufen werde, ist der Börsenkurs dieses Unternehmens förmlich explodiert. Um fast 1800 Prozent legte die DWAC-Aktie, die erst seit September an der Nasdaq gehandelt wird, zwischenzeitlich zu. Ins Wochenende verabschiedete sich die Aktie mit einem Kurs von etwas mehr als 94 Dollar – was immer noch einem Gewinn von fast 850 Prozent innerhalb von 48 Stunden entspricht.

Der Börsenwert des Unternehmens belief sich damit auf schwindelerregende 3.4 Milliarden Dollar. Das ist umso erstaunlicher, als es sich bei der DWAC bloss eine leere Hülle handelt. Eigentlichen geschäftlichen Aktivitäten ging die am 11. Dezember 2020 gegründete Firma, die im US-Bundesstaat Delaware registriert ist, bisher nicht nach.

Klar ist deshalb nur: DWAC, gegründet als Finanzvehikel zur Übernahme anderer Unternehmen (genannt SPAC oder Special Purpose Acquisition Company), will mit einer neuen Medienfirma fusionieren, die auf den Namen Trump Media & Technology Group hört. Dieses neue Firmengerüst möchte bereits zu Beginn des kommenden Jahres eine Alternative zum Kurznachrichtendienst Twitter lancieren. «Truth Social» heisst diese neue soziale Plattform angeblich, und Trump kündigte an, dass sein Kurznachrichtendienst im Gegensatz zur Konkurrenz das Recht auf freie Meinungsäusserung hochhalten werde.

Nach wie vor keine Auskunft über den Businessplan

Allein: Über den Businessplan dieser neuen Firma, die voraussichtlich ebenfalls börsenkotiert sein wird, ist bisher nichts bekannt. DWAC-Konzernchef Patrick Orlando, der schon mehrere SPAC gegründet hat, machte in den vergangenen Tagen keine Umsatzprognosen publik. Auch schwieg er sich darüber aus, wer das neue Unternehmen operativ leiten werde. Orlando, dessen Büro sich in Miami (Florida) befindet, sagte einzig, dass DWAC bis zu 300 Millionen Dollar in den Twitter-Konkurrenten investieren werde. (Zum Vergleich: Die Ausgaben von Twitter belaufen sich aktuell auf 1.16 Milliarden Dollar pro Quartal. Das Unternehmen beschäftigt gegen 5500 Menschen.)

Mindestens zwei Hedgefonds, die beim Börsengang von DWAC substanzielle Aktienpakete hielten, stiessen am Donnerstag und Freitag ihre Anteile ab. Lighthouse Investment Partners sagte dem Wirtschaftssender CNBC in einer Stellungnahme, der Fonds habe keine Kenntnis über die anstehende Fusion mit dem Trump-Medienbetrieb gehabt.

Kleine Investoren stürzen sich auf das «Trump SPAC»

Kleininvestoren hingegen stürzten sich auf die Aktie des «Trump SPAC» – auch wenn der ehemalige Präsident offiziell bei der DWAC keine Führungsposition innehat. So verzeichnete die Nasdaq allein am Freitag mehr als 133 Millionen Transaktionen mit der DWAC-Aktie. Der Handel mit dem Papier musste, auch aufgrund der massiven Kursschwankungen, mehrmals ausgesetzt werden. (So schiffte die Aktie am Freitag im nachbörslichen Handel um etwas mehr als 14 Prozent ab.)

Online feuerten sich die Investoren am Freitag gegenseitig an. «Habt keine Angst», schrieb ein anonymer Reddit-User am Freitag. «Ich werde nicht verkaufen!» Einer gab die Parole aus: «Keine Panikverkäufe», als der Kurs zwischenzeitlich einbrach. «Ich will, dass Twitter und Facebook sich an diesen Tag erinnern», hiess es in einem Post auf der Plattform.

(aargauerzeitung.ch)

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Diese Republikaner haben sich von Trump abgewandt

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quelle: keystone / rich schultz
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